Schauspiel / Theater am Domhof

DER KAUFMANN VON VENEDIG

von William Shakespeare

Deutsch von Elisabeth Plessen

Eigentlich ist Antonio reich, allerdings hat er sein gesamtes Vermögen in Waren investiert, die sich momentan auf Schiffen in Übersee befinden. Als sein Freund Bassanio um die Hand der adligen Porzia anhalten möchte und dafür Geld benötigt, bittet Antonio, obwohl er ihn verachtet, den reichen Juden Shylock um ein Darlehen. Shylock gewährt es ihm, auch wenn er wiederum die Christen hasst, weil sie ihn menschenunwürdig behandeln. Er verzichtet sogar auf Zinsen und fordert als einzige Sicherheit bei Zahlungsverzug ein Pfund Fleisch aus Antonios Leib. Bassanios Brautwerbung gestaltet sich erfolgreich, aber Antonios Schiffe treffen nicht ein. Der verbitterte Shylock, inzwischen ist seine Tochter mit einem Christen durchgebrannt, besteht jedoch auf seinem Recht. Ist Shylock ein gemeiner und habgieriger Kapitalist oder ein bedauernswertes Opfer des Judenhasses? Oder etwa beides, wie George Tabori meint?
Kaum eins von Shakespeares Dramen ist so widersprüchlich und vielschichtig und fordert gerade deshalb zu immer wieder neuen Interpretationen auf.

Die Vorstellung dauert ungefähr 3 Stunden. Es gibt eine Pause nach dem 3. Akt.

Am 29. September wird es um 19 Uhr eine Stückeinführung geben.

Besetzung

Regie Holger Schultze
Bühne Martin Fischer
Kostüme Erika Landertinger
Musik Tobias Vethake

Der Doge von Venedig/ Prinz von Marokko/ Prinz von Arragon, Freier von Portia Jan Schreiber
Bassanio, sein Freund, ein Freier von Portia Oliver Meskendahl
Antonio, ein Kaufmann von Venedig Dietmar Nieder
Gratiano, Freund von Antonio und Bassanio Steffen Gangloff
Salerio, Freund von Antonio und Bassanio Olaf Weißenberg
Solanio, Freund von Antonio und Bassanio Alexander Jaschik
Lorenzo, verliebt in Jessica Dominik Lindhorst
Shylock, ein Jude Thomas Schneider
Tubal, ein Jude, sein Freund/ Der alte Gobbo, Lanzelots Vater Johannes Bussler
Lanzelot Gobbo, ein Clown, Shylocks Diener Clemens Dönicke
Portia, eine Erbin Verena Fitz
Nerissa, ihre Dienerin Saskia Boden
Jessica, Shylocks Tochter Andrea Casabianchi

Pressestimmen

[…] Ein paar schmutzige Treppenstufen vor einer hohen Galerie deuten einen düsteren Finanzdistrikt an, in dem die Drehbühne Portias Traumreich schiebt – Schultze setzt die beiden Welten in enge Beziehung. Doch dahinter wird die nackte Bühnenmaschinerie sichtbar, was in der Bühnensprache heißt: Dieses Spiel vollzieht sich mitten unter uns. Das erhöht die Brisanz. Die Liebe setzt das Werk in Gang, das Schultze routiniert schnurren lässt. […]

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