
Biografie
Der hervorragende Ruf, den Hermann Bäumer seine nicht nur solide, sondern auch äußerst kreative Arbeit seit der Saison 2004/05 als Generalmusikdirektor für das Musikleben der Stadt Osnabrück eingebracht hat, spiegelt sich nicht nur im großen Publikumszuspruch und im Lob der Fachpresse, sondern auch in einer Vielzahl von Gastdirigaten im In- und Ausland. Im August 2007 führte Hermann Bäumer sein Orchester zu Konzerten nach Teheran – damit trat zum ersten Mal seit 1979 ein westliches Orchester im Iran auf.
Die Saison 2009/10 führt Hermann Bäumer u. a. zum hr-Sinfonieorchester und zum Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Am eigenen Haus in Osnabrück stehen neben anderen die Premiere von Webers FREISCHÜTZ, Verdis LA TRAVIATA sowie Debussys PELLÉAS ET MÉLISANDE an. In der vergangenen Saison war Hermann Bäumer zu Gast u.a. beim Finnish Radio Symphony Orchestra, bei der NDR Radiophilharmonie, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Orchester des Nationaltheaters Mannheim, dem Münchner Rundfunkorchester und dem hr-Sinfonieorchester. An der Kölner Oper leitete Hermann Bäumer im Januar 2008 die Uraufführung der Oper ROTTER von Torsten Rasch (Regie: Katharina Thalbach).
Der in Bielefeld geborene Hermann Bäumer begann mit sechs Jahren, Klavier zu spielen. Später erhielt er auch Violoncello- und Posaunenunterricht und studierte dann in Detmold und Leipzig Dirigieren. Von 1992 bis 2003 war er Posaunist bei den Berliner Philharmonikern, mit dessen Blechbläserensemble ihn eine langjährige Zusammenarbeit verband. Weiterhin stand Hermann Bäumer u. a. bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, beim Radiosinfonieorchester Oslo oder den Bamberger Symphonikern am Pult und war bei Festivals wie dem Rheingau Musik Festival und dem Heidelberger Frühling zu Gast. Besonderer Höhepunkt war eine Berliner Aufführung von Schönbergs PIERROT LUNAIRE mit Christine Schäfer.
Darüber hinaus ist Hermann Bäumer landesweit besonders geschätzt für seine Jugendarbeit, die sich in der Zusammenarbeit mit zahlreichen Jugendorchestern äußert wie beispielsweise mit den Landesjugendorchestern Nordrhein-Westfalen, Berlin und Rheinland-Pfalz. Mit letzterem ging er im Oktober 2007 auf Tournee durch Frankreich, Polen und Deutschland. An der Osnabrücker Bühne erfreut sich das Jugendprogramm MOVING THEATRE großer Beliebtheit.
Eine besondere Affinität hat Hermann Bäumer zu außergewöhnlichem musikdramatischen Repertoire. So hatte in Osnabrück in der Saison 2005/06 Alex Nowitz’ BESTMANNOPER unter großer Beachtung von Presse und Publikum ihre Uraufführung; und bei nicht minder großer Aufmerksamkeit stand in der Saison 2004/05 Hans-Werner Henzes WUNDERTHEATER und 2007/08 Gounods BLUTIGE NONNE auf dem Spielplan.
Mit der NDR Radiophilharmonie nahm Hermann Bäumer 2006 August Ennas HEISSE LIEBE für cpo, und mit dem Iceland Symphony Orchestra Jón Leifs EDDA I für das Label BIS auf. Zu weiteren Plattenaufnahmen gehört die Ersteinspielung des besagten WUNDERTHEATER von Henze sowie die Sinfonien Nr. 1 und 2 von Karl Höller mit den Bamberger Symphonikern. Ein weiteres Projekt ist die Kompletteinspielung der Symphonien von Josef Bohuslav Foerster, deren erster Teil im Februar 2008 bei MDG erschien und mit einem ECHO Klassik 2009 in der Sparte Orchestereinspielung des 20. Jahrhunderts ausgezeichnet wurde. Der zweite Teil wurde im Januar 2009 veröffentlicht.