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Anis Hamdoun

Anis Hamdoun wurde 1985 in Homs, Syrien, geboren und wuchs in einer linkspolitisch aktiven Theaterfamilie auf. 2004 begann er ein Studium der Chemie, verbrachte aber die meiste Zeit mit Theater, wo sein Großvater Farhan Bulbul, einer der bekanntesten Theaterautoren und -wissenschaftler im arabischen Raum, ihn unterrichtete. Ab 2006 war Anis Hamdoun als Regieassistent für Farhan Bulbul tätig. Parallel unterrichtete er Theater und Englisch an Privatschulen und entwickelte eine eigene Unterrichtsplanung, die die Figur des arabischen Erzählers nutzt, um Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.
Im Zuge der Arabischen Revolution gegen das Assad-Regime wurde Anis Hamdoun politisch aktiv, nahm an Demonstrationen teil und half internationalen Journalisten bei der Berichtserstattung über Homs. Als Auftakt einer kulturellen Bewegung der Revolution realisierte er 2011 ein eigenes Theaterprojekt im Viertel Al-Khalidya. Wenige Monate später wurde das Viertel durch das Assad-Regime zerstört; bei einem Angriff, bei dem 150 Menschen starben und 300 verletzt wurden, wurde auch Anis Hamdoun schwer verletzt. 2012 musste er Syrien verlassen, da der Geheimdienst einen engen Freund verhaftet hatte. Über Ägypten kam er Ende 2013 nach Osnabrück, Deutschland.
Für die englische Theatergruppe The Ostensibles inszenierte Anis Hamdoun hier The Picture of Dorian Gray und Tartuffe. Zudem entwickelte er mit Maan Mously das Fernsehformat Achso from Osnabrück, das auf os1 tv und im Internet Geflüchteten die Strukturen der Stadt erläutert. Am Theater Osnabrück inszenierte Anis Hamdoun für
das 6. Spieltriebe-Festival das selbstgeschriebene Stück The Trip, das seine Erfahrungen als Grenzgänger zwischen Syrien und Deutschland beschreibt. The Trip wird auch2016/17 als Wiederaufnahme zu sehen sein, zudem schreibt Anis Hamdoun das Stück Die unbekannte Stadt für OSKAR.
  

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