DER GRAF VON LUXEMBURG

DER GRAF VON LUXEMBURG

Operette in drei Akten von Franz Lehár


Libretto von Alfred Maria Willner, Robert Bodanzky, Leo Stein

René Graf von Luxemburg verliebt sich in die Primadonna Angèle Didier, die seine Gefühle erwidert. Was beide jedoch nicht wissen: Sie sind bereits miteinander verheiratet. Ihre anonyme Zweckeheschließung fand Monate vorher in einem Pariser Maleratelier statt. Angèle benötigte schnell einen Adelstitel für die Vernunftehe mit ihrem Gönner Fürst Basil Basilowitsch; René, der lotterlebige Graf von Luxemburg, war wieder einmal pleite und für einen saftigen Scheck gerne bereit, kurzzeitig den adeligen Leihgatten zu spielen. Als sich die „Eheleute” erkennen, ist die beiderseitige Entrüstung zunächst groß. Doch schließlich bleibt Angèle eine Gräfin von Luxemburg und auch Fürst Basil Basilowitsch kommt standesgemäß unter die Haube – allerdings nicht so, wie er sich das vorgestellt hat. Paris im Karneval, rauschende Feste und Bohèmemilieu bilden die Kulisse zu sämtlichen Liebesgeschichten in der Operette Der Graf von Luxemburg, mit der Lehár im Jahr 1909 am Theater an der Wien große Triumphe feierte. Marcel Keller arbeitete zunächst als Bühnenbildner u. a. an den Münchner Kammerspielen, dem Bremer Theater, der Oper Leipzig und der Comédie Française. Seit 1993 führt er Regie und inszenierte u. a. am Staatstheater Stuttgart, am Residenztheater München, am Theater Basel und am Theater Augsburg. Er arbeitete zudem regelmäßig am Theater Osnabrück, wo er u. a. The Fairy Queen und Harold und Maude inszenierte.

Fotos: Uwe Lewandowski

Die Vorstellung dauert ca. 2 Stunden 50 Minuten, eine Pause


Medien

Besetzung

Musikalische Leitung Daniel Inbal
Inszenierung/Bühne Marcel Keller
Kostüme Werner Fritz
Choreografie Günther Grollitsch
Choreinstudierung Holger Krause
Dramaturgie Kathrin Liebhäuser

René Graf von Luxemburg Jan Friedrich Eggers (19.2./8.3. um 15 Uhr/25.3./13.4.) / Marco Vassalli (22.2./8.3. um 19.30 Uhr/11.3./18.3.)
Fürst Basil Basilowitsch Mark Hamman
Gräfin Stasa Kokozowa Uta Christina Georg / Eva Schneidereit
Armand Brissard Daniel Wagner
Angèle Didier Astrid Kessler
Julie Vermont Marie-Christine Haase
Sergei Mentschikoff Tadeusz Jedras
Pawel von Pawlowitsch Marcin Tlałka
Pélégrin Stefan Kreimer
Drei Bohèmiens Ulrich Enbergs, Andreas Schön, Ji-Seong Yoo
Conçierge Silvio Heil
Drei Revue-Girls Alica Hubiak, Cecilia-Lorena Korte Gomez, Laura Elena Trompetter

Chor des Theaters Osnabrück
Osnabrücker Symphonieorchester

Pressestimmen

„[…] Es ist neues Interesse zu spüren, das selbst zum traditionell operettenintensiven Jahresende an den deutschsprachigen Theatern lange nicht selbstverständlich ist. Und das interessanterweise Lehár-Stücken gilt, die zwischen dem Welterfolg Die lustige Witwe (1905) und dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges entstanden sind. Vielleicht, weil die Faktur der Musik hier einen extrem personalisierten Jugendstil widerspiegelt der Lehárs originäre Melodik mit einer nicht selten Strauss’schen und Mahler’schen Chromatik und Harmonik verbindet. Das zeigt die Osnabrücker Produktion Graf von Luxemburg (1909) überdeutlich. Zumal Dirigent Daniel Inbal Lehárs intimen Salonton mit dem nicht allzu üppig besetzten, aber höchst animiert spielenden Osnabrücker Symphonieorchester leidenschaftlich und elegant hervorkehrt, sorgfältig auch in den Nachspielen und Überleitungsmusiken, mit geradezu operettenphilologischem Feingefühl. […] Man spürt Empathie und großen Ernst in der Wahrnehmung des Sujets. Was sich auch von der szenischen Umsetzung sagen lässt. Regisseur und Bühnenbildner Marcel Keller und Kostümbildner Werner Fritz verlegen Handlung behutsam vom Vorkriegs-Paris an den Vorabend des Börsenkrachs der 1920er-Jahre. Wer hier Anspielungen auf die Finanzkrisenwelt der Gegenwart erwartet, wird allerdings enttäuscht. Die Bilder sind stimmig, üppig – von der Pigalle-Metrostation über die Bohème- Mansardenwohnung, Timing, Gags, Running Gags, kalkulierter Leerlauf- alles passt. Verweise auf Dramaturgie und Ästhetik des Stummfilms bereichern das Regieportfolio obendrein. Der Kunstgriff der Zeitenverschiebung zahlt sich aus. […] In Osnabrück baut man bei der Besetzung auf klassische Operetten-Usancen: Daniel Wagner (Armand) und Marie-Christine Haase (Julie) geben ein quirliges Buffo-Paar. Den Komiker im Fürsten Basil unterstreicht man, indem man die Partie mit Mark Hamman einem bewegungstechnischen brillanten Charaktertenor (satt einem Bass) anvertraut. Marco Vassalli, der dem jungen Johannes Heesters wie aus dem Gesicht geschnitten ist, erfüllt, technisch solide, die Nonchalance der Titelfigur. […]“
Opernwelt, Januar 2012

„[…] Marcel Keller hat nun im Theater am Domhof Franz Lehárs Der Graf von Luxemburg inszeniert, und dank seiner und dank des Dirigenten ist ein Operettenabend herausgekommen, wie er sein soll: leicht, schmissig, witzig. Beim Schlussapplaus steht Daniel Inbal, wo er hingehört: im Zentrum des Ensembles. Denn der Dirigent hat drei Stunden lang eine vielschichtige Partitur durchleuchtet und damit gewährleistet, dass Marcel Kellers Inszenierung des Grafen von Luxemburg abschnurren konnte wie ein präzis abgestimmtes Uhrwerk. Lehárs Musik zu dem 1909 uraufgeführten Werk funkelt vor Leichtigkeit, Eleganz und schwebender Melancholie wie kaum ein anderes seiner Werke. Brillante Märsche, exotische Farbtupfer und musikalische Pointen, schließlich die duftigen Walzer als Ausdruck flüchtigen Glücks, all diese Facetten bringt Inbal zum Klingen, zusammen mit einem gut aufgelegten Osnabrücker Symphonieorchester. Großartig! Keller verlegt die Handlung zwanzig Jahre nach vorn, ins Paris der Goldenen Zwanziger. […] Er führt sein Ensemble geschickt durch die etwas windige Geschichte eines Grafen, der eine gut bezahlte Scheinehe eingeht und sich unsterblich in die Braut auf Zeit verliebt. […] Jan Friedrich Eggers überzeugt in der Titelrolle als Bonvivant mit Tiefgang, Astrid Kessler als dessen stimmlich und darstellerisch leuchtende Schein- und letztlich richtige Braut. Marie-Christine Haase und Daniel Wagner geben das lebenslustige zweite Liebespaar, Uta Christina Georg spielt die russische Gräfin Kokozowa, die im Schlussakt ins Hotel schneit und fürs Happy End die Knoten der Handlungsfäden durchschlägt. Fürst Basil Basilowitsch initiiert die Scheinehe des Grafen mit Angèle, weil er so die bürgerliche Sängerin zur Adligen upgraden will. Das geht nach hinten los – in der Operette muss das so sein -, und es gibt Mark Hamman die Gelegenheit zu zeigen, was er als Sänger, Tänzer, Komödiant zu bieten hat: Ihm gehören die witzigsten Momente des brillanten Operettenabends.“
Neue Osnabrücker Zeitung, 28.11.11

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