DON GIOVANNI

DON GIOVANNI

von Wolfgang Amadeus Mozart


OSSIA IL DISSOLUTO PUNITO (DON GIOVANNI oder DER BESTRAFTE WÜSTLING). Dramma giocoso in zwei Akten von Lorenzo da Ponte, KV 527. In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Don Giovanni, die Oper aller Opern, fasziniert seit über 220 Jahren Publikum und musikalische Fachwelt. Mozart und da Ponte gelang es, den Mythos von Don Juan kongenial in ihre eigene Zeit zu übersetzen, Giovanni als Menschen voller Widersprüche darzustellen, der Sehnsüchte und Abgründe eines jeden von uns gleichermaßen verkörpert. Widersprüchlich ist auch das Werk selbst: Ein “heiteres Drama” um einen bestraften Wüstling, das mit einer versuchten Vergewaltigung und einem Mord beginnt und mit einer Höllenfahrt endet? Ein Werk der Aufklärung, dessen Finale durch ein himmlisches Strafgericht und eine wandelnde Statue bestimmt wird? Mozarts musikalische und psychologische Gestaltungskraft nimmt jede Figur ernst und verurteilt niemanden. So können wir Donna Annas leidenschaftlichen Hass, Masettos Eifersucht, Zerlinas Lebenslust, Ottavios Kampf um Liebe und Giovannis verzweifelten Eroberungswillen gleichermaßen intensiv erleben. Jeder von ihnen ist ein Mensch voller Widersprüche und gerade dadurch faszinierend. Der junge englische Regisseur Walter Sutcliffe hat sich im In- und Ausland in Schauspiel und Oper einen Namen gemacht und in letzter Zeit an der Oper Frankfurt, am Theater Magdeburg, in Linz, in Estland, beim Festival “Klangbogen” in Wien und in London gearbeitet. Er inszeniert erstmals in Osnabrück.

Fotos: Jörg Landsberg

Die Vorstellung dauert ca. 3 Stunden, eine Pause


Medien

Besetzung

Musikalische Leitung Hermann Bäumer
Inszenierung Walter Sutcliffe
Bühne/Kostüme Okarina Peter und Timo Dentler
Choreinstudierung Holger Krause
Dramaturgie Kathrin Liebhäuser und Ralf Waldschmidt

Don Giovanni Daniel Moon (6.4.) / Jan Friedrich Eggers (16.2)
Komtur Mark Sampson
Donna Anna Lina Liu
Don Ottavio Daniel Wagner (16.2. Randall Bills)
Donna Elvira Astrid Kessler
Leporello Genadijus Bergorulko
Masetto Marco Vassalli
Zerlina Marie-Christine Haase

Chor des Theaters Osnabrück
Osnabrücker Symphonieorchester

Pressestimmen

„Eine analytisch durchdachte, humorvolle, mitunter leicht surreale Inszenierung der 1787 in Prag uraufgeführten ‚Opera buffa’ Don Giovanni präsentiert das Theater Osnabrück als Auftakt der Spielzeit 2011/12. Regisseur Walter Sutcliffe zeigt den unermüdlichen Charmeur nicht als getriebenen, besessenen, Freiheit liebenden Eroberer oder prinzipientreuen Schurken sondern als jungen, Gewalt nicht ausschließenden, genussfreudig verspielten, erfolglosen Liebhaber, an dem Donna Anna, Donna Elvira und Zerlina mehr als Gefallen finden. In seiner auch im Detail stimmigen Personenregie nimmt Sutcliffe vor allem Sexualität und weibliches Begehren in den Blick. Die Kostüme unterstreichen die Entwicklung der Protagonisten. […] Daniel Wagner verkörpert einen mit klarer, strahlender Höhe ausgestatteten, jugendlichen Don Ottavio. Marco Vassalli ist ein stimmlich überzeugender, junger Masetto, der sich von dem warmen, schlanken, lyrischen Sopran Marie-Christine Haases verführen lässt. Daniel Moons weicher, lyrisch klangvoller Bariton kommt vor allem in der Canzonetta des 2. Aktes zur Geltung. […] Astrid Kessler steigert ihre dramatische Gestaltungskraft im Laufe des Abends. Musikalisch differenziert und anrührend gelingt ihr die Darbietung der Zerrissenheit und Liebessehnsucht Donna Elviras in der Arie ‚Mi tradi quell’ alma ingrata’. Herausragend ist Lina Liu als Donna Anna. Sie weiß von der ersten Szene an mit ihrem warm timbrierten, vollmundigen Stimmklang und dramatisch aufblühenden Koloraturen das Publikum zu verzaubern. […]“
Online Musik Magazin, 17.10.11

„[…] Jan Friedrich Eggers verleiht einem enthemmten Giovanni bemerkenswert flexiblen Bariton, brilliert mit klarer Intonation, ist stimmlich variabel, vermittelt darstellerisch aggressiven Sex. Genadijus Bergorulko ist ein Leporello im Stil eines geilen kölschen Jecken, beeindruckt stimmlich mit kernigem Bariton – durchsetzungskräftig in den Herausforderungen, absolut stimmsicher in den Rezitativen! Marie-Christine Haase ist eine Zerlina mit außerordentlich heller Stimme, sicher in den geforderten Phrasierungen – mit bezauberndem Timbre! Marco Vassallis Masetto besticht durch klare Intonation, beherrscht die Variationen der Buffo-Partie par excellence. Mark Sampson gibt dem Komtur – als schwarzer Kopf auf Giovannis Tafel – dräuende Schwärze. Lina Liu – ein wunderbar klangsicherer Sopran – interpretiert eine kämpferische Donna Anna: beinah dramatisch! Daniel Wagner überzeugt als durchaus selbstbewusster Ottavio mit kräftigem lyrischen Tenor, ohne ins Gefühlige abzuirren. Mit Astrid Kessler ist eine ambivalent liebend-hassende Elvira zu erleben, mit einer faszinierend variationsreichen Stimme – interpretierend in den exaltierten Höhen, ungemein stimmkompetent in den Lagen-Wechseln, ausdrucksstark in den emotionalen Tiefen! […]“
Opernnetz, 17.10.11

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