TOD EINER HÜNDIN

Übernahme aus Spieltriebe 4

TOD EINER HÜNDIN

nach Euripides


Antikenprojekt nach Troerinnen und Hekabe von Euripides. Textfassung von Alexander May, Maria Schneider

Schon an den Anfängen des europäischen Theaters vor 2500 Jahren standen Fragen, die uns noch heute beschäftigen: Wie kann der einzelne Mensch sich in einer Welt der Gewalt und des Krieges behaupten? Wie kann er seine Würde bewahren? Gibt es überhaupt Hoffnung auf einen Zustand des Friedens? Aischylos, Sophokles, Euripides – sie wussten bereits, dass die Verantwortung nicht allein bei den Göttern zu suchen ist. Ihre Fragen richten sich an den Menschen selbst. Aus der Gestaltung des Leidens schufen die antiken Tragiker Figuren, die uns noch heute unmittelbar berühren. Eine der großartigsten und faszinierendsten Gestalten ist Hekabe, die greise trojanische Königin. Nachdem ihre Stadt den Krieg verloren hat, ist sie Gefangene – sie wartet auf den Abtransport in die Sklaverei und trauert. Als nach der sinnlosen Opferung ihrer Tochter auch der heimtückische Mord an ihrem letzten Sohn offenbar wird, ist Hekabes Rache klar durchdacht und grausam: Gemeinsam mit ihren Frauen tötet sie die Söhne des Mörders, blendet ihn dann und verwandelt sich zur rasenden Hündin. Alexander May inszeniert zum ersten Mal in Osnabrück und entwirft eine Version des Mythos’, die die Brücke zwischen 2500 Jahre alter Theatertradition und unserer Zeit schlägt. Er kombiniert Texte aus Land ohne Worte, einem Monolog der vielfach ausgezeichneten deutschen Gegenwartsdramatikerin Dea Loher, mit zentralen Episoden aus Euripides’ Tragödien Hekabe und Troerinnen. Das Foyer wird zur Bühne, die Bühne wird zum Zuschauerraum, in dem die Projektionen des Videokünstlers Thomas Limpinsel eine zusätzliche Ausdrucksdimension erschließen. Alexander May inszenierte bisher u.a. am Bayerischen Staatsschauspiel, am Theater Augsburg, am Schauspiel Essen sowie am Staatstheater Nürnberg.

Fotos: Jörg Landsberg

Die Vorstellung dauert ca. 60 Minuten

Einführung 30 Minuten vor jeder Vorstellung im Oberen Foyer


Medien

Besetzung

Inszenierung Alexander May
Bühne / Kostüme Martin Fischer
Video Thomas Limpinsel
Dramaturgie Maria Schneider, Ralf Waldschmidt
Hekabe Christel Leuner
Athene / Helena Monika Vivell
Polyxena Anna von Haebler
Poseidon / Odysseus / Menelaos / Polymestor Thomas Kienast
Chorführerin Rosemarie Fischer
Polydoros Jonas Hüsges
Polydoros / Solovioline Michal Majersky, N.N.
Stimme des Polydoros Jakob Plutte
Chor Miriam Breuer, Charleen Collins, Erika Daniels, Julia Lichter, Dorothee Mack, Kathrin Mack, Lara Louisa Preiß, Annika Richter, Maria Rüter, Karin Schneider, Elke Sonntag, Annette Wolff

Pressestimmen

„[…] Das Euripides-Projekt spannt den Bogen aus der Antike ins Jetzt, vom blutigen Mittelpunkt des Geschehens bis in die Ferne der globalen Öffentlichkeit, vom Leben bis in der Tod. […] May blickt auf den mythischen Urkrieg zurück und findet schon bei diesem Konflikt weder Anfang noch Ende; er ist nur das beliebige Kapitel eines grausigen Fortsetzungsromans. […] Die Kompilation der Euripides-Tragödien Troerinnen und Hekabe ist auf das Nötigste reduziert, aber trotzdem reich an Ideen: Die Alltäglichkeit der Gewalt illustriert eine Videoinstallation über der Bühne. […]“
Neue Osnabrücker Zeitung, 5.9.11

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