ORPHEUS IN DER UNTERWELT

ORPHEUS IN DER UNTERWELT

Operette in zwei Akten von Jacques Offenbach


Libretto von Hector Crémieux und Ludovic Halévy

Sie sind das Liebespaar der Antike – doch bei Offenbach führen Orpheus und Eurydike alles andere als eine leidenschaftliche Beziehung. Eurydike ist ihres Gemahls, seines Zeichens Geigenvirtuose, so überdrüssig, dass sie sich in ein Verhältnis mit dem Schäfer Aristeus stürzt. Hinter Aristeus verbirgt sich jedoch kein anderer als Pluto, der Herr der Unterwelt. Der inszeniert einen tragischen Tod Eurydikes und entführt die Geliebte in den Hades. Orpheus ist eigentlich heilfroh, seine anstrengende Gattin los zu sein. Doch da hat er die Rechnung ohne die „Öffentliche Meinung“ gemacht. Sie besteht energisch darauf, dass Orpheus die Entführte zurückholt. Immerhin stehe nicht nur sein, sondern auch der gute Ruf der Antike auf dem Spiel! Widerwillig erklimmt Orpheus den Olymp und legt bei Jupiter Beschwerde ein. Das bringt den Göttervater in eine prekäre Situation, hat er doch ebenso wie Pluto ein Auge auf Eurydike geworfen. Schließlich fährt Jupiter mit der gesamten Götterfamilie in die Unterwelt und erwirkt die Freilassung Eurydikes. Zugleich stellt er allerdings die listige Bedingung, dass Orpheus sich auf dem Weg nach oben nicht nach seiner Gattin umsehen darf … Mit Offenbachs Orpheus in der Unterwelt schlägt die Geburtsstunde der Operette! Mitreißende tänzerische Melodien, darunter der Galop infernale, der berühmteste Cancan aller Zeiten, sorgten schon 1858, im Jahr der Uraufführung, für einen rauschenden Erfolg, ebenso wie die burlesk-pikante Geschichte von den Schwächen und Begierden nur allzu menschlicher Götter.

Fotos: Jörg Landsberg

Die Vorstellung dauert ca. 3 Stunden, eine Pause


Medien

Besetzung

Musikalische Leitung Daniel Inbal (21.5., 29.5.) / An-Hoon Song (23.2., 24.3.) / Markus Lafleur (28.2.)
Inszenierung Walter Sutcliffe
Bühne/Kostüme Timo Dentler, Okarina Peter
Video Florian Rzepkowski
Choreografie Günther Grollitsch
Choreinstudierung Markus Lafleur
Dramaturgie Daniela Brendel

Orpheus Daniel Wagner
Eurydike Marie-Christine Haase
Jupiter Jan Friedrich Eggers
John Styx Hans-Hermann Ehrich
Pluto / Aristeus Mark Hamman
Merkur Stefan Kreimer
Mars Silvio Heil
Juno Heike Hollenberg
Diana Lina Liu
Venus Kathrin Brauer
Cupido Chihiro Meier-Tejima
Minerva Irina Neznamova
Die Öffentliche Meinung Almerija Delic

Chor des Theaters Osnabrück
Osnabrücker Symphonieorchester
Studierende des Instituts für Musik (IfM) der Hochschule Osnabrück

Pressestimmen

„[…] Zu den Klassikern gehört ohne Zweifel die bizarre Geschichte des griechischen Sängers Orpheus und seiner so lebensfrohen Frau Eurydike, die der Spaß am diesseitigen Leben leider eben dieses kostet […]. Mit sanften Melodien von Klarinette und Oboe beginnt die Ouvertüre, die Streicher kommen hinzu und präsentieren eine leichte Musik, die man sich gut als griechische Tanzmusik vorstellen kann. Vor geschlossenem Vorhang stellt sich eine orange-korrekt gekleidete Dame vom Charme einer Arbeitsagentur-Mitarbeiterin dem Publikum als öffentlichen Meinung vor und erklärt die aktuelle Lage in Griechenland, aber: Wir sind ja alle Europäer – immerhin. Und dann beginnt das muntere Verwechsel- und Beziehungsspiel zwischen Orpheus, Eurydike, Jupiter, dem Übervater, weiteren Göttern, Götterkindern, Pluto und Styx, wobei zum Schluss nur klar ist, dass Orpheus seine Frau doch nicht kriegt und sie ihn endlich los ist. Dabei schwankt die Inszenierung immer wieder zwischen der erzählten Geschichte und ihrer Ironisierung. […] In der Figur des Jupiter, der mal als „seriöser“ Gottvater, mal dandyhaft auftritt, überzeugt Jan Friedrich Eggers mit seriösem Bariton. Marie-Christiane Haase gibt der Rolle der Eurydike viel Doppeldeutiges, die mal als zärtliches Liebchen, mal als Zicke den Göttern den Kopf verdreht. […] In der jungen Rolle des Orpheus überzeugt Daniel Wagner mit klangvollem Tenor, dem auch die Geige zu Gesicht steht. Ganz ausgezeichnet Cupido von Chihiro Meier-Tejima und Diana von Lina Liu, die als klangvolle Soprane Extrabeifall erhalten. Dem seriös gestylten Styx gibt Hans-Hermann Ehrlich einen warmen vollen Tenor […]. Mit ihren Choreinlagen, die Markus Lafleur zuverlässig und kraftvoll einstudiert hat, sorgen Studierende des Instituts für Musik der Hochschule Osnabrück gemeinsam mit dem Chor des Theaters immer wieder für Leben auf der Bühne. […] Timo Dentler und Okarina Peter nutzen die vier Bilder des Stückes für häufige Umbauten, spielen mit Videobackground und zeitlich wechselnden Kostümen. Beeindruckend der schwarz glitzernde Strand, Unterwelt oder Lanzarote, an dessen Gestade sich Eurydike ‚sonnt’. […]“
opernnetz.de, 4.12.12

„[…] [H]umorvoll und bis ins letzte Detail stringent modernisiert. […] Sutcliffes Mut, das heutige Griechenland auf die Bühne zu bringen, wird belohnt. Das Nachstellen von gewaltsam beendeten Demonstrationen in Athen wird gar mit Zwischenapplaus der Zuschauer bedacht. Und da ist noch die Kanzlerin als „Öffentliche Meinung“, die nicht nur Orpheus zwingt, seine längst gescheiterte Ehe mit Eurydike zu retten, sondern gleich zu Beginn eine Regierungsansprache hält, in der sie Anstand und Moral verteidigt. Bereits hier hat der Regisseur die Lacher auf seiner Seite. Offenbachs Verballhornung der griechischen Mythologie erlebt durch die eingefügten Dialoge eine politische Kabarettaufführung. […] Das Ausstatterduo Timo Dentler und Okarina Peter hat dazu imposante Bühnenbilder gestaltet. Griechenland ist auf eine in den Landesfarben gehaltene Taverne reduziert. Der Olymp ist ein museales Relikt antiker Zeit. Und die Unterwelt ein trist-graues Urlaubsparadies. Besonders charmant hat Sutcliffe den Olymp inszeniert. […] In Plutos Reich […] wird Eurydike gefangen gehalten und von Jupiter und seiner Entourage befreit, damit sie zu ihrem ungeliebten Mann Orpheus zurückkehren kann. Das ist temperamentvoll umgesetzt, besonders, wenn der Schwerenöter Jupiter (Jan Friedrich Eggers) Eurydike in ihrem beengten Klohäuschen verführt. Marie-Christine Haase zeigt dabei eine freche Eurydike, die mit kraftvollem Sopran das Geigenspiel ihres Gatten stets unterbricht. Der ist bei Daniel Wagner ganz tollpatschiger Frauenheld. […] Ein Operettenabend, wie ihn Osnabrück in dieser Qualität noch nicht gesehen hat.“
Haltener Zeitung, 4.12.12

„Im Olymp hängt der Segen schief. […] Um das mit Humor auf die Bühne des Osnabrücker Theaters zu bringen, nimmt Walter Sutcliffe Anleihen beim britischen Kino, wie schon vor einem Jahr beim Don Giovanni. […] Diesmal verleiht Sutcliffe dem Jupiter von Jan Friedrich Eggers Züge einer Monty-Python-Figur unterm griechischen Götterbart, und der hippelige Merkur von Stefan Kreimer scheint aus dem ‚Leben des Brian’ herübergetänzelt zu sein. Optisch umgesetzt haben das Timo Dentler und Okarina Peter – und die Kostüm- und Maskenabteilung des Theaters hat Großesgeleistet, um Chor und Solisten in Marmorstatuen zu verwandeln. Ausgangspunkt der Geschichte ist eine Taverne im krisengeschüttelten Griechenland – die traurige Realität für Orpheus und Eurydike. Er stellt jungen Kellnerinnen nach (nicht nur gesanglich versiert, sondern auch an der Geige: Daniel Wagner), sie lässt sich von ihrem Liebhaber Aristeus in den siebten Himmel, nun ja: vögeln. Nur ist der Herr, der sie so hoch leben lässt, in Wirklichkeit Pluto, der Chef des Hades. Mark Hamman spielt und singt den Unterwelt-Ganoven sehr überzeugend. […] Marie-Christine Haase füllt die Rolle der heulenden Sirene Eurydike in Sutcliffes Sinn, singt zudem bezaubernde Höhen und einnehmende Koloraturen. […] Für den Hades entwirft Sutcliffe zusammen mit seinem Ausstatter-Team gar wunderbar poetische Bilder wie aus einem Schwarz-Weiß-Film, die wie der Traum eines vergangenen, mondänen Griechenland wirken. Eurydike ist zur Luxuslady à la Jackie Onassis mutiert, und Hans-Hermann Ehrich gibt als John Styx einen formvollendeten Butler, der zudem mit wohllautendem Tenor von der glorreichen Vergangenheit als Prinz von Arkadien singt. […] [F]ür den musikalischen Esprit sorgt das Ensemble mit dem klangkräftigen Chor (Leitung: Markus Lafleur) und einem stimmigen Solistenensemble, bestehend aus Silvio Heil, Heike Hollenberg, Lina Liu, Kathrin Brauer und Chihiro Meier Tejima. Das Tanz-Gesangsensemble aus Studierenden des Instituts für Musik bebildert in Choreografien von Günther Grollitsch die Orchesterzwischenspiele, und Daniel Inbal rudert und leitet und führt den Operetten-Kreuzer durch manches schwere Gewässer schlussendlich sicher zum Ziel. Unterm Strich: ein vergnüglicher Abend.“
Neue Osnabrücker Zeitung, 3.12.12

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