DIE MACHT DES SCHICKSALS

La forza del destino

DIE MACHT DES SCHICKSALS

Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi


Libretto von Francesco Maria Piave. In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Alvaro und Leonora wollen gemeinsam fliehen, werden dabei aber von Calatrava, Leonoras Vater, überrascht. Ein trivialer Unfall löst eine Kette tragischer Verwicklungen aus: Alvaro tötet aus Versehen Leonoras Vater, als sich ein Schuss aus seiner zu Boden fallenden Pistole löst. Auf ihrer Flucht werden die Liebenden getrennt. Unter falschem Namen zieht Alvaro in den Krieg. Zufällig begegnet er in einem italienischen Heerlager Don Carlo, Leonoras Bruder. Um die Familienehre wieder herzustellen, ist Carlo wild entschlossen, seine Schwester samt Geliebten umzubringen. Nicht ahnend, wer der jeweils andere ist, schwören sich Alvaro und Carlo ewige Freundschaft. Doch bald entdeckt Carlo die wahre Identität Alvaros. Zum finalen Duell zwischen beiden Männern kommt es in der Nähe jener Klause, in der Leonora seit dem Tod ihres Vaters als Büßerin lebt. Alvaro besiegt Carlo, der mit letzter Kraft seine vermeintlich entehrte Schwester tötet. Während in Verdis Die Macht des Schicksals ein Reichtum an Melodien das Ohr betört, entfalten sich eindringliche, groß angelegte Tableaus, deren Akteure sich in ein undurchschaubares Geflecht tragischer Ereignisse verstricken. Immer wieder schlägt die Macht des Schicksals zu und unterwirft alle Beteiligten einer Mechanik von Rache und Tod, zumal in einer Gesellschaft, die von Krieg besessen und von einer institutionalisierten Kirche beherrscht wird. Selten zeigte sich Giuseppe Verdi so politisch wie in diesem großen Opernmeisterwerk.

Fotos: Jörg Landsberg

Die Vorstellung dauert ca. 3 Stunden 15 Minuten, eine Pause


Medien

Besetzung

Musikalische Leitung Andreas Hotz / Daniel Inbal (3.11.)
Inszenierung Robert Lehmeier
Bühne/Kostüme Tom Musch
Choreinstudierung Markus Lafleur
Dramaturgie Daniela Brendel
Dramaturgieassistenz Alexander Wunderlich

Il Marchese di Calatrava Genadijus Bergorulko
Donna Leonora Lina Liu
Don Carlo di Vargas Daniel Moon
Don Alvaro Ray M. Wade jr. / Zurab Zurabishvili (16.11.)
Preziosilla Almerija Delic
Padre Guardiano Thomas Mehnert / Taras Konoshchenko (3.11.)
Fra Melitone Jan Friedrich Eggers
Curra Kathrin Brauer
Un Alcade Mark Sampson
Mastro Trabuco Mark Hamman
Un Chirurgo Marcin Tlałka

Chor des Theaters Osnabrück
Osnabrücker Symphonieorchester

Pressestimmen

„[…] Robert Lehmeier inszeniert die nicht ganz unkomplizierte Oper mit pessimistischem Kalkül. Ihm geht es weniger um die schicksalhaften Zufälle, die die Geschwister und Leonoras Liebhaber Alvaro wieder zusammen führen, sondern wie sie an ihren eigenen Wünschen und Moralvorstellungen in einem manipulativen Umfeld zu Grunde gehen. […] Dieses Umfeld demontiert die drei Hauptpersonen gnadenlos, so dass sie am Ende als gebrochene Menschen nur der Tod erwartet. Lehmeier inszeniert bei ihnen eine sehr gelungene Entwicklung. […] Die Kostüme von Tom Musch zeichnen den Niedergang der Personen genau mit. Von stattlichen und altmodischen Anzügen und Kleidern enden die Personen in schmuddeligen Trainingsanzügen und – in Leonoras Fall – in einer Kutte, die Ähnlichkeit mit einer Zwangsjacke hat. […] Noch stärker als die szenische Seite gelingt die musikalische Umsetzung dieser Oper. Beeindruckend, wie das Theater die drei anspruchsvollen Hauptpartien mit einem Gast und zwei Ensemblemitgliedern besetzen kann. Zu allererst muss Lina Liu genannt werden, wegen der allein sich schon der Besuch in Osnabrück lohnt. Nicht nur, dass ihr schöner Sopran die nötige Durchschlagskraft für die Rolle besitzt und somit zu stets geschmackvollen, dramatischen Ausbrüchen fähig ist. Vor allem beeindruckt sie mit innigen Sotto-voce-Momenten, die unter die Haut gehen. Beispielhaft ist ihre zweite Arie mit dem Männerchor, der diesen Moment, wo Liu wie ein scheues Reh auf der Bühne steht, intensiv unterstreicht. Der hervorragende Daniel Moon, ebenfalls ein Ensemblemitglied, kennt seine Stimme sehr gut und setzt seinen lyrischen Bariton als Carlo geschickt ein, vermag Rachegelüste in der kernigen Stimme zu transportieren, ohne die schöne Gesangslinie zu verlassen. Für den Alvaro ist Ray M.Wade jr. ein starker Gast im Ensemble mit einer schönen, geschmeidigen Stimme. […] Sehr engagiert und animierend wirbt Almerija Delic als Preziosilla für den Krieg, Thomas Mehnert sucht mit souveränem Bass nach Zweifeln im Glauben des Padre Guardiano. Einen tollen Auftritt liefert auch Jan Friedrich Eggers als aalglatter Melitone […]. Dass es ihm und den anderen Sängern erlaubt ist, die Oper wirklich zu singen, ist der Verdienst des neuen GMD Andreas Hotz. Hotz reagiert sensibel auf die Möglichkeiten jedes Sängers, und achtet darauf, dass jede Fermate nie übertrieben gesungen wird. Mit dem Osnabrücker Sinfonieorchester, das von der ersten bis zur letzten Minute überragend aufspielt, spürt er bohrenden Zweifeln in der Partitur nach, die er schlank und temporeich auslegt. Doch auch den großen kriegerischen Effekt setzt er mit dem Orchester hervorragend um – ebenso auch wie der großartige Chor und Extrachor des Theaters, den Markus Lafleur sehr gut vorbereitet hat. […]“
Opernnetz, 1.10.12

„[…] Aus dem Ensemble ragt Daniel Moon hervor, der dem vom Rachegedanken besessenen Carlo mit seinem schön geführten, ebenmäßigen Bariton finster-brütende Züge verleiht. Welch ein kultiviert singender Künstler! Lina Liu und Ray M. Wade jr. als Liebespaar Leonora und Alvaro haben auch stimmlich viel gemeinsam: traumhaft sicher können sie singen, auch in den hohen Lagen. […] Thomas Mehnert gibt dem Pater Guardian ausdrucksstarke Würde, während Jan Friedrich Eggers als Fra Melitore hochfahrend daher kommt. Almerija Delic gestaltet die Preziosilla mit flackerndem, etwas rauem Mezzo, während sich der von Markus Lafleur einstudierte Chor in guter Form zeigt. Andreas Hotz, der neue Osnabrücker Generalmusikdirektor, gibt mit diesem Verdi seinen Einstand als Operndirigent. Und er macht es toll. Er hält die Dynamik absolut sängerfreundlich, betont das Lyrische, dreht den Klang nur ganz gezielt auf. Ganz ohne Zweifel hat er schon in kurzer Zeit einen guten Draht zu den Symphonikern gefunden.“
Theaterpur.net, 1.10.12

„Gelungener Einstieg: Nach dem erfolgreichen Antrittskonzert hat der neue Osnabrücker Generalmusikdirektor Andreas Hotz auch einen brillanten Start als Operndirigent hingelegt. […] Man muss diese Oper nicht kennen, um vom ersten Ton an zu spüren, wie Menschen, vom Sog widerlichster Umstände ergriffen, die Lebenstreppe hinabstolpern: Hart wie Handkantenschläge ins Genick sitzen Bläseroktaven zu Beginn der Ouvertüre, dann drängt ein Streicherthema, über dem bezeichnenderweise „agitato“, zu deutsch „unruhig“ steht: Mit ausgezirkelt fiebriger Präzision vermittelt Hotz am Pult des hellwachen Osnabrücker Symphonieorchesters, dass wir es mit Protagonisten zu tun bekommen, die keine Chance haben werden. […]“
Neue Osnabrücker Zeitung, 1.10.12

„[…] Mit seinem mutig-rasanten Dirigat der Verdi-Oper Die Macht des Schicksals begeistert der Neue das Publikum. Andreas Hotz hat mit der ersten Musiktheaterproduktion in der neuen Spielzeit bereits neue Maßstäbe im Theater am Domhof gesetzt. Unter seiner musikalischen Leitung wird die Partitur zu einem dynamischen Glanzstück, das die Extreme der Noten auslotet und das kleine Orchester zu Eruptionen verführt. Besonders Sopranistin Lina Liu fühlt sich bei dieser Begleitung in der Rolle der Donna Leonora hörbar wohl. Ihre langen Arien füllt sie mit kraftvoller, sinnlicher Leidenschaft. […]“
Ruhr Nachrichten, 5.10.12

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