Sie sind hier: Spielplan

OSHI-DEUTSCH - DIE DDR-KINDER VON NAMIBIA

Gernot Grünewald, Sandy Rudd

Uraufführung

Ein beinahe vergessenes Kapitel unserer Geschichte, das uns unmittelbar mit Namibia verbindet: Ab 1979 wurden etwa 400 namibische Kinder während der Unabhängigkeitskämpfe der SWAPO gegen Südafrika aus Namibia in die DDR geschickt, um dort in Sicherheit zu leben. Die DDR erklärte sich bereit, die SWAPO mit Fachpersonal, Geld und Waffen, aber auch mit ziviler Hilfe zu unterstutzen. Im Jagdschloss Bellin bei Güstrow und in der „Schule der Freundschaft“ in Staßfurt wurden sie im Sinne des real existierenden Sozialismus erzogen, lebten aber weitgehend abgeschottet von der DDR-Bevölkerung. Da die namibischen Erzieher überwiegend im Exil aufgewachsen waren, blieb auch der beabsichtigte Kontakt zur Herkunftskultur theoretisch. 1990, nach der Wende, als Namibia seine Unabhängigkeit erlangt hatte, wurden die Kinder kurzerhand in eine Heimat zurückgeführt, die nicht mehr die ihre war. Sie besaßen eine doppelte Identität, an der sie nicht selten litten und verzweifelten. Auf der Basis von Interviews mit den inzwischen erwachsenen „DDR-Kindern“ in Namibia und ehemaligen Erziehern in Deutschland setzt sich ein namibisch-deutsches Team in beiden Ländern mit der Frage auseinander, wie Kinder eine Identität in einer fremden Kultur entwickeln, und fragt danach, was Identität im Kern ausmacht. Auf die Premiere in Osnabrück, die im Rahmen des 10. Afrika-Festivals stattfinden wird, werden Gastspiele in Güstrow und Staßfurt sowie eine Vorstellungsserie in Namibia folgen.


SAMSTAG, 4.6.2016, 19.30 UHR, SALZLANDTHEATER STASSFURT
Karten 03925/32 00 18
www.salzlandtheater.de


MONTAG, 6.6.2016, 18.00 UHR, ERNST-BARLACH-THEATER GÜSTROW
Karten 03843/68 41 46
www.ernst-barlach-theater.de


In Kooperation mit dem College of the Arts (COTA) Windhoek Weitere Kooperationspartner: 10. Afrika-Festival Osnabrück Goethe-Zentrum Windhoek Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Windhoek


Die Vorstellung dauert ca. 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause.
Es findet eine Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn statt.


Fotos: Uwe Lewandowski

BESETZUNG

MIT

Helouis Goraseb
Ndinomholo Ndilula
Beatrix Munyama
Anne Hoffmann
Rébecca Marie Mehne
Oliver Meskendahl
Sabrina Kaulinge
Shakira Ntakirutimana
Gia Shivute
Adam Eiseb
Mbitjita Tjozongoro

 

MUSIK

Elemotho
Samuel Brudey Batola

Inszenierung Gernot Grünewald, Sandy Rudd
Bühne Michael Köpke
Kostüme Cynthia Schimming
Dramaturgie Ndinomholo Ndilula, Marie Senf
Projektleitung Anja Deu, Sandy Rudd

PRESSESTIMMEN

„Dennoch legen gerade die Jugendlichen eine unglaubliche Präsenz und Authentizität an den Tag. Man spürt: Sie sprechen Texte, die mit ihrem Leben, ihrer Geschichte zu tun haben und ihnen nichts Fremdes sind. Das macht sie auf Anhieb international verständlich, unabhängig von jeweiligen Theatertraditionen. Das Premierenpublikum reagierte (..) mit Jubel und Standing Ovations“ Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 30.05.2016

 

„Den wirklich bewegendsten Moment heben sich Sandy Rudd und Gernot Grünewald auf für den Schluss. Denn wer hat sich nicht gefragt zuvor, woher wohl die halbwüchsigen Jungs und Mädchen stammen auf der Bühne? Das Geschehen liegt ja drei Jahrzehnte zurück, 'authentisch' also können sie nicht sein. Dann wird das kleine Rätsel gelöst - die Geschichten der eigenen Eltern erzählen die Kinder; eine der Mütter stürmt schließlich mit auf die Bühne. Und plötzlich steht das Flüchtlingsdrama von damals allen klar vor Augen.“  Michael Laages, Deutschlandfunk, 30.05.2016

 

„Auch das Zusammenspiel der Schauspieler – fünf Jugendliche, drei Mitglieder des Osnabrücker Ensembles und drei Gäste aus Namibia – ist überzeugend choreographiert und dekliniert die verschiedenen Perspektiven der Beteiligten durch. Zudem wird der Abend von den beiden am hinteren Rand sitzenden Musikern Elemotho und Samuel Batola begleitet. Vor allem der immer wieder angestimmte, ungemein eingängige Song 'Sidiegi' verbindet dabei die einzelnen Szenen zu einem sehr gefälligen Ganzen. Alle wesentlichen Themen – die Sehnsucht nach den Eltern etwa, Gewalt im Heim, latenter Rassismus der Ausbilder, aber auch glückliche Momente wie die Weihnachtsfeiern – werden dargestellt.“ Kai Bremer, nachtkritik, 27.5.2016

Gefördert im Fonds TURN der

LUST AUF THEATER?

FOLGEN SIE UNS!