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VATER

Florian Zeller

Deutsch von Annette und Paul Bäcker

Ein Theaterstück, dessen Plot nicht nur von Alzheimer handelt, sondern auch aus der Perspektive eines Alzheimerkranken erzählt wird? Was sich wie eine kaum zu lösende Aufgabenstellung für einen Dramatiker anhört, hat Florian Zeller mit einer ebenso eigenwilligen wie beeindruckenden Form seines Stückes VATER dramatisch gestaltet.


André, 80jähriger Witwer, ist nur in den seltensten Momenten in der Lage, über seine Demenz selbst zu reflektieren. Die meiste Zeit macht er die anderen für die Unzulänglichkeiten verantwortlich, vor allem seine Tochter, deren Lebenspartner Pierre oder die Krankenpflegerin. Mal reagiert er launig-trotzig, mal frech-herausfordernd, wenn er sich von den ihm Nahestehenden hintergangen oder wie ein Kind behandelt fühlt. Ständig tauchen Menschen in seiner Umgebung auf, die er nicht kennt, ständig schmiedet seine Tochter neue Pläne. Und überhaupt meinen alle, er käme nicht allein zurecht. Zunächst noch in seiner eigenen Wohnung, dann bei seiner Tochter, schließlich in einem Heim – die zunehmende Entfremdung von der Lebensrealität der anderen, die sich stetig ausdehnende räumliche und zeitliche Desorientierung erzählt Florian Zeller nicht linear-chronologisch, sondern mit einer faszinierenden Schachtelstruktur, in der die Erzählperspektive immer schwieriger auszumachen ist. Will die Tochter wirklich mit Pierre nach London ziehen und den Vater einem Heim überantworten? Wird er tatsächlich physisch bedroht von Pierre?


Florian Zeller, Jahrgang 1979, der mit VATER von der Inkongruenz der Wahrnehmungswelten bei Alzheimer-Erkrankten und denen, die sich um sie kümmern, erzählt, gehört zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Autoren in Frankreich. Für dieses Stück, dessen Triumphzug bis zum Broadway reicht, erhielt er den Prix Molière. In Szene setzen wird diese Tragikomödie der Regisseur Tuğsal Moğul, der sich bereits in der letzten Spielzeit mit seiner Inszenierung von DIE UNBEKANNTE STADT dem Osnabrücker Publikum vorstellte.


Premiere: 7. April 2018, 19.30 Uhr, emma-theater

BESETZUNG

Inszenierung Tuğsal Moğul
Bühne, Kostüme Ariane Salzbrunn
Dramaturgie Jens Peters

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