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Für dieses Konzert sind auch an der Abendkasse noch Tickets erhältlich

„Leider nicht von mir!“


Das war die Reaktion Arnold Schoenbergs auf das erste Thema in Johannes Brahms` Klavierquartett. Und auch Joseph Joachim, der aus Ungarn stammte, schrieb seinem Freund Brahms, mit diesem Werk hätte er ihm auf seinem eigenen Territorium “eine ganz tüchtige Schlappe versetzt”. Tatsächlich ist das Klavierquartett mit seinem reissenden Finale, dem „Rondo alla Zingarese“ bis heute eines der beliebtesten Kammermusikwerke. Es war eine gute Wahl von Brahms, dieses Werk als sein Debüt als Pianist in Wien zu wählen – an der Geige damals Joseph Joachim.

Doch widmen wir uns zunächst Franz Schubert, der zu seinen Lebzeiten nicht immer uneingeschränkte Zustimmung erhielt. Nach der Uraufführung seiner Fantasie C-Moll war in einer Wiener Zeitung zu lesen: „Der Saal wurde allmählich leerer, und der Referent gesteht, dass auch er von dem Ausgang dieses Musikstücks nichts zu sagen weiß“. Unser heutiges Eröffnungsstück sollte jedoch keinen in die Flucht treiben, es hat auch ganz andere Ausmaße als die mächtige Fantasie – vielmehr ist es ein kurzes, im ersten Teil nächtlich-romantisches, im zweiten Teil hochvirtuoses Klavierkonzert mit kammermusikalischer Begleitung.

„La Gitana“ – was wir aus politischer Korrektheit nicht übersetzen sondern in der Ursprungsform lassen – ist eine mitreißende Hommage von Fritz Kreisler an die ungarische Volksmusik. 

Von Alexander von Zemlinskys Streichquintett sind leider nur die beiden Ecksätze erhalten – die haben es aber in sich. Sein großes Vorbild Johannes Brahms war bei der Uraufführung dieses Werkes in Wien zugegen – und von dem Finale, „prestissimo“, hellauf begeistert. Da er jedoch die anderen Sätze für verbesserungswürdig hielt lud er den jungen Zemlinsky zu sich nach Hause ein und empfahl ihm, Mozarts Streichquintette als Vorbild zu studieren.

“Ich schreibe jetzt kleine Bagatellen, denken Sie, nur für zwei Violinen und Viola. Die Arbeit freut mich ebenso sehr, als wenn ich eine große Sinfonie schriebe.” Wie wichtig es Antonin Dvorak war „Musik für Jedermann“ zu schrieben, sehen wir an folgender Anekdote: Ursprünglich geschrieben hatte er es für seinen Mitbewohner und Chemiestudenten Josef Kreis. Wie sich herausstellte war es zu schwer für ihn – und so setzte sich Dvorak noch einmal hin und schrieb „Miniaturen“ – die dann auch der wohl wenig begabte Josef Kreis meistern konnte. 

Und nun das ungarischen Finale. Arnold Schoenberg bearbeitete das Werk übrigens auch für Sinfonieorchester, mit folgender Begründung:
„1. Ich liebe das Stück. 2. Es wird selten gespielt. 3. Es wird immer sehr schlecht gespielt, weil der Pianist desto lauter spielt je besser er ist, und man nichts von den Streichern hört. Ich wollte einmal alles hören, und das habe ich erreicht.“ Wir sind aber überzeugt davon, dass Sie heute im Bürgersaal Bissendorf in der Originalversion auch alles hören werden!


Schubert Adagio e Rondo concertant
Mit: NOTOS


Zemlinski Streichquintett d-Moll
Mit: Rowland, Szigeti, Mendelssohn, NN, Cohen


Kreisler La Gitana für Violine und Klavier
Mit: Rowland, Kudritskaya


Dvořak Terzett für 2 Violinen und Viola
Mit: Rowland, Szigeti, Mendelssohn


Brahms  Klavierquartett g-Moll op. 25
Mit: NOTOS Quartett

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