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Für dieses Konzert sind auch an der Abendkasse noch Tickets erhältlich

„Das hätte ich besser nicht schreiben können!“

Das waren die Worte mit denen Brahms seine Bewunderung über das erste Werk ausdrückte, das er von Ernst von Dohnányi hörte, sein Klavierquintett. Brahms war hingerissen von dem Talent und seiner Musik und blieb bis zum Ende ein großer Förderer des jungen Komponisten. Heute steht als Abschlussstück das sowohl in der Besetzung als auch in der Musik äußerst abwechslungsreiche Sextett Dohnányis auf dem Programm, wir hören Einflüsse von Brahms, Johann Strauß und anderen Wiener Zeitgenossen, 
und werden zu Beginn des letzten Satzes von Klarinette und Klavier mit einem Ragtime überrascht. 

Johannes Brahms war auch ein großer Bewunderer Clara Schumanns, mit der wir heute unser Konzert beginnen. Ihr Klaviertrio ist ihr einziges Kammermusikwerk, und gilt zugleich auch als eines ihrer Meisterwerke. Das Trio überzeugt mit wunderschönen expressiven Themen, klaren Streicherkantilenen und einer brillanten Klavierpartie – dazu ein Fugato, über das selbst Mendelssohn und Joachim staunten.

Mit zwei bezaubernd schönen und unschuldigen kleinen Werken machen wir kurz Halt bei Josef Suk, der Schüler und später auch Schwiegersohn Antonin Dvořáks war. Aus der Zeit vor der Hochzeit mit dessen Tochter stammt der „Lovesong“ – damals soll der Eisenbahnfan Dvořák seinen zukünftigen Schwiegersohn dazu angehalten haben, sich Lokomotivnummern auf Bahnhöfen zu notieren, er prüfte ihn auch regelmässig in seinen Kenntnissen über das Lokomotivwesen. „Mit dem Blumenstrausse in der Hand“ schrieb Suk für seinen Sohn und zwei seiner Freunde, und der Titel lässt darauf schliessen, dass es für einen festlichen Anlass gedacht war.

Georges Enescu selbst war ein Wanderer zwischen den Welten des Balkans und Westeuropas – zu der Zeit seines einzigen Werkes für Flöte, dem cantabile et allegro, hatte er schon lange seine Heimat verlassen, war in Wien zum Violinvirtuosen ausgebildet worden und nun in Paris ansässig. Das Werk schrieb er als Auftrags-Prüfungsstück für das Pariser Konservatorium, was damals unter den französischen Komponisten als große Ehre galt.

Wie das Sextett von Dohnanyi ist auch die Violinsonate von Richard Strauss eines der letzten Kammermusikwerke die er schrieb, bevor er sich nur noch größeren sinfonischen Werken oder Opern widmete. Die Sonate mag auch Vorbote für seine großen Sinfonischen Dichtungen sein, hochemotional, sehr virtuos und stürmisch, wir denken an Don Juan, den Rosenkavalier – und nicht nur im zweiten Satz daran, dass Strauss gerade dabei war, sich in seine zukünftige Ehefrau, Pauline de Ahna, zu verlieben. 


C. Schumann Klaviertrio g-Moll
Mit: Okruashvili, Malov, Cohen


Suk Bagatelle für Flöte, Violine und Klavier „Mit dem Blumenstrausse in der Hand“
Mit: Aubrun, Rowland, Okruashvili


Suk Love Song für Violine und Klavier
Mit: Rowland, Okruashvili


Enescu Cantabile e Presto für Flöte und Klavier
Mit: Aubrun, Okruashvili


R. Strauss Violinsonate
Es-Dur op. 18
Allegro, ma non troppo
Improvisation. Andante cantabile
Finale. Andante – Allegro
Mit: Malov, Gvetadze


Dohnányi Sextett für Klavier, Klarinette, Horn, Violine, Viola, Cello
Mit: Gvetadze, Sallinen, Barsony, Rowland, Mendelssohn, Bogdanović

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