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Für dieses Konzert sind auch an der Abendkasse noch Tickets erhältlich

Schwanengesang

Als Schwanengesang bezeichnet man das letzte Werk eines Musikers oder Dichters – der Ausdruck geht auf die griechische Mythologie zurück, die besagt, dass Schwäne vor ihrem Tode noch einmal mit trauriger, jedoch wunderschöner Stimme ein letztes Lied anstimmen. Es war Schuberts Verleger, der seinen letzten Liedern posthum den Titel verlieh. Daher besitzt der Zyklus keinen erzählerischen roten Faden, jedes der Lieder ist jedoch eine Kostbarkeit für sich und erzählt auf seine Weise aus dem Seelenleben der Romantik. Das letzte Lied, „Taubenpost“, ist Schuberts letzte Komposition überhaupt und zugleich auch eines seiner schönsten Lieder – und ein sicherlich wunderschöner Abschied für unser heutiges Konzert. 

Zunächst einmal starten wir aber unser Konzert – und zwar mit der in der Wiener Klassik so beliebten Gattung „Oboenquartett“. Die Werke des tschechisch-österreichischen Komponisten Franz Krommer bilden den Übergang zwischen Haydn und Beethoven, und das heutige Oboenquartett ist ein Musterbeispiel für seine lieblichen und natürlichen Melodien, unerwartete Modulationen und überraschende ungarische Einflüsse.

Bohuslav Martinů, wie Franz Krommer tschechischen Ursprungs, zog es nach seiner musikalischen Ausbildung nach Paris, wo er 1927 sein Duo für Violine und Violoncello schrieb. Es ist von brillanter Virtuosität, hat mitreißende Rhythmen, anfangs neo-barocke Passagen und endet mit einem feurig-schnellen Rondo. 

Divertissement leitet sich vom italienischen Vergnügen ab und war in der Wiener Klassik eine äußerst beliebte Kompositionsform, die meist mehrsätzig war und immer einen unterhaltsamen, heiteren bis tanzartigen Charakter hatte. Mit dem heutigen vergnüglichen kurzen Werk Joseph Haydns bereiten wir uns auf die vielen Virtuositäten vor, die uns vor der Pause noch erwarten.

Die ruhige Einleitung von Niccolò Paganinis Caprice Nr. 4 gibt uns Gelegenheit zu erinnern, dass der hysterische „Hype“, den Paganini als Person verursachte, oft die Ernsthaftigkeit und Schönheit seiner Musik übertönte. Franz Schubert, der Paganini 1828 in Wien hörte, schrieb, er habe in dem Adagio seines Konzertes “einen Engel singen gehört“.

Ähnlich ist auch Schnittkes Hommage an Paganini zu sehen, er malt uns ein Bild eines gequälten Individuums, das die Bravour-Elemente nicht mit der dunklen Seite seiner Natur in Einklang bringen kann. Niccolo Paganini – bestaunt und bewundert als einer der größten Virtuosen aller Zeiten, gefangen in einem Gestrüpp der Lügen und Legenden, die bis heute die Biografie überwuchern.


Krommer Oboenquartett
Mit: Gleisner, Malov, Mendelssohn, Bogdanović


Martinu Duo für Violine und Cello
Mit: Malov, Cohen


Haydn Divertissement für Flöte, Violine, Cello
Mit: Aubrun, Rowland, Bogdanović


Paganini Caprice Nr. 4 für Violine Solo
Mit: Malov


Schnittke A Paganini für Violine Solo
Mit: Malov


Schubert Schwanengesang für Gesang und Klavier
Mit: Romberger, Perl

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