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„Zurückgeschnittenes Gestrüpp“

Die Dramatische Eröffnung und martialische Klavierbegleitung lässt Böses erahnen – Leoš Janáček schrieb seine Violinsonate am Vorabend des ersten Weltkriegs. Die Ballade, der zweite Satz, schenkt uns unglaublich zarte Töne, wir werden dann aber mit einem folksmusikalischen, etwas ruppigen Scherzo geweckt, bevor uns der letzte Satz nachdenklich, besorgt, aber doch ein wenig hoffnungsvoll zurücklässt.

Von einer schöneren Zeit erzählt uns Mozart in seinem Flötenquartett. Der junge Wolfgang war froh, als ein Mannheimer Hobby-Flötist mit großem Portemonnaie bei ihm ein paar Flötenquartette und Flötenkonzerte bestellte, und ihm ein Honorar dafür bot, dass sonst für große Opern bezahlt wurde. Zur gleichen Zeit verliebte sich Mozart in die 16jährige Aloisia Weber und vollendete nur einen Teil des Auftrags – aber seine Fröhlichkeit strahlt durch das ganze Werk.

„Ein Mann wie ein Berg: Wenn er spielte, war seine Geige auf seinem voluminösen Körper kaum zu sehen. Bevor er sie unter sein Kinn klemmte, schwang er sie oft wie ein Schwert. Der Ton seines Instrumentes war jedoch nicht grob, sondern lieblich, charmant und fesselnd.“ Eugène Ysaÿe prägte seine Zeit, wie zuvor nur Pablo de Sarasate oder Niccolò Paganini. Seine sechs Sonaten für Solovioline hat er jeweils einem Violinvirtuosen gewidmet und sie für ihn „maßgeschneidert“.
Die Sonate Nr. 4 widmete er Fritz Kreisler, dessen Caprice viennois wir im Anschluss hören. Mit diesem Werk träumen wir uns noch einmal in das Wiener Flair hinein – süße Melodien, kleine Virtuositäten, und der unverwechselbare Wiener Charme…

“Was man so lange und wild bloß gespielt hat, sei unbequem aufzuschreiben“ schrieb Johannes Brahms seinem Verleger, als er seine Ungarischen Tänze aufschrieb, jene, die er auf Konzertreisen mit Eduard Remény immerzu gerne spielte und die von nun an für jedermann und zuhause zu spielen waren. Die “Ungarischen Tänze” verhalfen so auch den übrigen Werken und damit dem Komponisten Johannes Brahms zum Durchbruch.

Und nun kommen wir zum zurückgeschnittenen Gestrüpp. Johannes Brahms hatte sein Klaviertrio op. 8 in jungen Jahren geschrieben, gerade als Robert Schumann ihn „entdeckt“ hatte und über ihn den berühmten Aufsatz „Neue Bahnen“ veröffentlichte. Im Herbst seines Lebens nahm sich Brahms sein Trio noch einmal vor und überarbeitete es bis auf das Scherzo fast komplett. An Clara Schumann schrieb er, eigentlich könne er dem Trio jetzt die Opuszahl 108 geben, und teilte zugleich auch mit, er habe mit seiner Umarbeitung Gestrüpp zurückgeschnitten. Hören wir nun also die jugendlichen, stürmischen Ideen des jungen Johannes, meisterhaft zusammengebracht mit der Reife und der Melancholie des Alters.


Janáček Violinsonate
Mit: Rowland, Okruashvili


Mozart Flötenquartett
Mit: Aubrun, Rowland, Mendelssohn, Bogdanović


Ysaÿe Sonate e-Moll Nr. 4 Kreisler gewidmet
Mit: Malov


Kreisler Caprice viennois op. 2 für Violine und Klavier
Mit: Malov, Okruashvili


Brahms Ungarische Tänze
Mit: Rowland, Gvetadze


Brahms Klaviertrio H-Dur op. 8
Mit: Gvetadze, Rowland, Cohen

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