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DANTONS TOD

Georg Büchner

Lässt sich ein Land wirklich demokratisch regieren? Kann die Bevölkerung in ihrer Vielfalt bei politischen Entscheidungen zufriedenstellend repräsentiert werden? Und von wem? Wofür machen wir Revolution – wenn überhaupt? Und wie schnell richten sich die Ideale einer Revolution gegen ihre Verbreiter?


Vier Jahre nach Beginn der französischen Revolution wird 1793 mit dem Wohlfahrtsausschuss das diktatorische Gremium gegründet, mit dem die Beschlüsse des Nationalkonvents umgesetzt werden sollen, de facto aber die jakobinische Terrorherrschaft legitimiert wird. Sein Gründungsmitglied Georg Danton steht schon ein Jahr später unter dem Verdacht des Hochverrats und wird verurteilt durch die Anhänger Robespierres – der nur wenige Monate später selbst guillotiniert wird.


1835 verfasste der 21-jährige Georg Büchner mit DANTONS TOD ein Stück, das bis heute brennend aktuell bleibt. Politik wird zum verstörenden Drama: Ob in den politischen Reden seiner historischen Protagonisten, in eindrücklich der Straße abgelauschten Wortwechseln über die populistische Politisierung der Bevölkerung oder in den radikalen Entscheidungen der weiblichen Figuren, die bewusst zum Äußersten gehen.


Alexander Charim, Jahrgang 1981, inszeniert zum fünften Mal am Theater Osnabrück. Er arbeitet u. a. an der Staatsoper Hannover, am Theater St. Pölten, am Schauspielhaus Wien und am Theater Basel. 2016 wurde er mit dem Dr. Otto-Kasten-Preis, dem Förderpreis der deutschen Intendanten, sowie mit dem Nestroy-Bundesländerpreis ausgezeichnet.


Fotos: Uwe Lewandowski


Die Vorstellung dauert ca. 2 Stunden, keine Pause. 
Es findet 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn eine Einführung im emma-Foyer statt.


Weitere Vorstellungstermine sind in Planung und werden mit Erscheinen des Leporellos auch hier veröffentlicht.


 

TERMINE & KARTEN

20.01.2018

Sa. | 19:30 Uhr

BESETZUNG

Inszenierung Alexander Charim
Bühne, Kostüme Ivan Bazak
Musik Eberhard Schneider
Dramaturgie
Maria Schneider

Georg Danton Janosch Schulte
Camille Desmoulins Valentin Klos
Robespierre/Simon, Souffleur Stefan Haschke
Lacroix/St. Just/Thomas Payne Thomas Kienast
Lucile/Marion Monika Vivell
Julie Helene Stupnicki
Das Volk Ensemble

PRESSESTIMMEN

„Alexander Charim eröffnet mit seiner Inszenierung in den Städtischen Bühnen Osnabrück ein gewaltiges Geschichtspanorama, einen Raum der Reflexion darüber, was denn geblieben ist von den aufklärerischen Idealen der Französischen Revolution. […] Bei aller inhaltlicher Stringenz bleibt Charim Luft und Lust zu prallem Theater. Da wird leise gesungen, laut mit dem Publikum interagiert und mit lockerer Hand Slapstick eingestreut. […] Was für ein furioser Wurf […].“ Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 6.2.2017

„Fein pointiert ausgearbeitete Charaktere transportieren Hoffnung, Kampfeslust und Leid gleichermaßen. Starke Frauenbilder werden gezeichnet, denn Monika Vivell (Lucile/Marion) und Helene Stupnicki (Julie) beteiligen sich nur gleichberechtigt am Diskurs, sondern gehen bis an die Grenzen - schließlich sogar in den Freitod - für ihren Idealismus. Thomas Kienast, der gleich mehrere Rollen bedient (Lacroix/St. Just/Thomas Payne), Janosch Schulte als Danton und Valentin Klos als Camille Desmoulins liefern ein perfekt eingespieltes Miteinander, das jede Gefühlsregung und jede einzelne Situation greifbar und nachspürbar werden lässt. […] Besonders eindrucksvoll ist Stefan Haschke zu erleben, der als Robespierre, der pedantische und neurotische Gegenpart zum Lebemann Danton, auftritt, im nächsten Moment aber in die Rolle eines glühenden Redners schlüpft, dessen wutenbrannte Äußerungen als Echo wiedergegeben werden, die lange nachhallen und vom Volk als vermeintliche Wahrheit lautstark wiederholt werden.“ Sina-Christin Wilk, www.kultura-extra.de, 5.2.2017

„In der Nahperspektive von Regisseur Alexander Charim verengt sich Büchners politisches Breitwand-Panorama der Französischen Revolution im emma-theater fesselnd auf ein psychologisches Kammerspiel. […] Das engagierte Ensemble und Büchners überwältigende Sprache machen ‚Dantons Tod‘ in Charims interessanter Deutung zu einem tollen Theatererlebnis.“ Hanns Butterhof, Westfälische Nachrichten, 28.2.2017

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