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UNTERWERFUNG

Michel Houellebecq

Frankreich im Jahr 2022: Der Literaturwissenschaftler François erlebt, wie die anstehende Präsidentschaftswahl zu tumultartigen Szenen führt. Um einen Sieg der rechten Front National zu verhindern, sammeln sich immer mehr Stimmen hinter dem charismatischen Kandidaten der Bruderschaft der Muslime. Als dieser die Wahl tatsächlich gewinnt, scheint ein Bürgerkrieg unausweichlich. Oder etwa nicht? Die satte und ziellose westliche Gesellschaft ergibt sich nur zu gern den klaren Vorschriften des gemäßigten Islam, und auch François erscheint die neue Ordnung bald voller attraktiver Möglichkeiten …


Erschienen am Tag der Anschläge auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo, zeichnet der Roman des enfant terrible der französischen Literaturszene einen ganz anderen Zusammenprall der Kulturen. Mit Lust an der Provokation und feiner Ironie, aber auch großer Ernsthaftigkeit vermisst Houellebecq das Verhältnis von Orient und Okzident, von Judentum, Islam und Christentum. Er stellt so die Frage nach der Unterwerfung als der endgültigen Geste der Gleichgültigkeit und Passivität einer Gemeinschaft, die sich selbst überlebt hat.


Regisseur Robert Teufel studierte Theater-, Politik- sowie Literaturwissenschaft und arbeitete als Regieassistent am Nationaltheater Mannheim. Er inszeniert u. a. in Mannheim, Münster und Bremerhaven. Nach seiner Inszenierung von Euripides’ OREST arbeitet er zum zweiten Mal am Theater Osnabrück.


Fotos: Uwe Lewandowski


Die Vorstellung dauert ca. 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause.


 


Weitere Vorstellungstermine sind in Planung und werden mit Erscheinen des Leporellos auch hier veröffentlicht.


 

TERMINE & KARTEN

28.03.2017

Di. | 19:30 Uhr

01.04.2017

Sa. | 19:30 Uhr

09.04.2017

So. | 19:30 Uhr

26.04.2017

Mi. | 19:30 Uhr

28.04.2017

Fr. | 19:30 Uhr

02.05.2017

Di. | 19:30 Uhr

06.05.2017

Sa. | 19:30 Uhr

19.05.2017

Fr. | 19:30 Uhr

09.06.2017

Fr. | 19:30 Uhr

BESETZUNG

Inszenierung Robert Teufel
Bühne/Kostüme Sabine Mäder
Dramaturgie Sven Kleine

François Stefan Haschke
Robert Rediger Oliver Meskendahl

PRESSESTIMMEN

„Ein erschütternder Gesellschaftsbefund und ein starker Schauspielerabend in der Regie von Robert Teufel. […] Mit klaren Strichen haben Teufel und Dramaturg Sven Kleine Seitenstränge und Figuren des Romans eliminiert, Passagen umgestellt und die Handlung wunderbar einleuchtend auf Robert Rediger und François fokussiert – die beiden Gegenspieler im hier aussichtslosen Kampf der Kulturen.“ Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 19.3.2017

„In den präsentierten 1,5 Stunden stellen Haschke und Meskendahl erneut unter Beweis, dass imposante Inszenierungen durch so viel mehr getragen werden als beeindruckende Bühnenbilder. Minimalistisch gehalten geht es hier allein mittels höchster Schauspielkunst an die Substanz der Thematik. Provokant, zeitweilig zynisch und immer wieder mit einem kleinen Augenzwinkern wird hier großartiges Bühnenspiel geliefert, das einen fatalen Zusammenprall der Kulturen aufzeigt, ohne dabei anzuklagen. Der brisante Stoff des umstrittenen Romans wird hier als intellektuelle Kontroverse auf höchstem Niveau inszeniert, zugleich furios und bedrückend, die am Existenzialismus kratzt und sich argumentativ verstrickend für ordentlich Nachklang – und ausgiebigen Beifall beim Premierenpublikum - sorgt.“ Sina-Christin Wilk, www.kultura-extra.de, 21.3.2017

 

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