SIEG DER SCHÖNHEIT

SIEG DER SCHÖNHEIT

von Georg Philipp Telemann


Singspiel in drei Akten, TVWV 21:10. Text vom Komponisten nach Christian Heinrich Postels Libretto Der Grosse König der Africanischen Wenden Gensericus. Als Rom und Karthagens Ueberwinder

Wir befinden uns im Jahr 455: Der legendäre Vandalenfürst Gensericus hat das mächtige Rom durch einen genialen Coup in seine Gewalt gebracht. Nun wollen die militärisch siegreichen Vandalen auch in Liebesbeziehungen über das Herz des Imperiums triumphieren: Gensericus will die römische Kaiserwitwe Eudoxia erobern, während sein bisher bindungsunwilliger Sohn Honoricus deren Tochter Pulcheria bekommen soll. Der Vandalenfürst Helmiges wiederum hat kein Auge für das ihn anschmachtende römische Kammerfräulein Melite, sondern verliebt sich heftig in Placidia, die aber bereits mit dem Römer Olybrius verlobt ist. Ein neuer Kriegsschauplatz ist eröffnet! Georg Philipp Telemann (1681-1767) schuf mit dem Singspiel Sieg der Schönheit sein erstes und überaus erfolgreiches Werk für die Hamburger Oper am Gänsemarkt. Geschickt passte er ein Libretto des Barockdichters Christian Heinrich Postel an die Erfordernisse seiner Musik an, in der er mit feinsinnig instrumentierten Arien und Duetten ein ganzes Spektrum an Liebesqualen ausleuchtet. Seit 1999 ist Markus Bothe freischaffender Opern- und Schauspielregisseur. Er arbeitete u. a. in Freiburg, Kiel, Hannover, Hamburg, Stuttgart, Berlin, Linz, Basel und Wiesbaden. 2010 wurde er für seine Inszenierung von Roter Ritter Parzival (UA nach Wolfram v. Eschenbach) am Schauspiel Frankfurt mit dem Deutschen Theaterpreis Der Faust ausgezeichnet.

Fotos: Jörg Landsberg

Die Vorstellung dauert ca. 2 Stunden, 45 Minuten, eine Pause

30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung findet eine Einführung statt


Medien

Besetzung

Musikalische Leitung Michael Schneider / An-Hoon Song (9.3.)
Inszenierung Markus Bothe
Bühne/Kostüme Alexandre Corazzola
Choreinstudierung Markus Lafleur
Dramaturgie Kathrin Liebhäuser, Alexander Wunderlich

Gensericus Daniel Moon
Eudoxia Lina Liu
Placidia Susann Vent
Pulcheria Marie-Christine Haase
Melite Kathrin Brauer
Olybrius Jan Friedrich Eggers
Honoricus Almerija Delic
Helmiges Daniel Wagner
Trasimundus Mark Sampson
Turpino Genadijus Bergorulko

Chor des Theaters Osnabrück
Osnabrücker Symphonieorchester

Pressestimmen

„[…] Im Osnabrücker Theater am Dom empfängt das auf Saalebene hochgefahrene Orchester das Publikum schon vor Beginn mit Musik, die Bühne selbst schließt eine überlebensgroße Abbildung von Caravaggios Gemälde “Amor vincit omnia” ab – eine Mauer aus Pappkartons, die beim Sturmangriff der Vandalen zusammenstürzt und deren Elemente im weiteren Verlauf zum wirren Parcours der im Liebeskrieg strauchelnden Paare werden. Regisseur Markus Bothe entfesselt mit ihnen ein wildes Spiel, das die von Telemann virtuos überzeichneten Affekte aufgreift, die pausenlos aufeinander folgenden Arien und Duette aufbricht und sie zu kleinen gestisch-mimischen Minidramen verdichtet, so dass die Handlung immer in Bewegung bleibt. Das Ganze ist mit seinen diversen Spielarten der Liebe stets lebendig und oft genug von einer ins Groteske umschlagenden Komik, als wär’s ein Stück von heute. […] Die Aufführung setzt nicht nur einen gelungenen Schlusspunkt hinter die ersten Spielzeit des neuen Intendanten Ralf Waldschmidt, sondern beweist […] die theatralische Lebensfähigkeit von Telemanns Opernschaffen.“
Opernwelt, August 2012

„[…] Musikalisch ist die Einstudierung Michael Schneiders ein Genuss: ein u. a. mit Basso Continuo-Gruppe, Cembalo, deutscher Barocklaute, fellbespannten Dreh- bzw. Kesselpauken und zahlreichen Holz- und Blechbläsern angereichertes doppelchöriges Orchesterensemble, das akzentbetont und leicht schwingend eine affektbetonte, dramatisch lebendige Klangrede vor Augen führt. Hinzu kommt ein passend ausgewähltes Solistenensemble. Arien und Duette erklingen in verschiedensten farblichen Schattierungen. Wie sich barocke Komik stimmlich interpretieren lässt, zeigen besonders gelungen Eva Schneidereit als Honoricus und Astrid Kessler als Placidia. […] Fazit: Eine vor allem musikalisch überzeugende Barockrevue.“
Online Musik Magazin, 13.6.2012

„[…] Telemann konnte es. In Sieg der Schönheit zieht er alle Register barocker Opernkunst. […] Barockoper soll, so will es Intendant Ralf Waldschmidt, zu einer festen Größe am Haus werden, also müssen sich das Orchester und Sänger entwickeln können – das aber unter fachkundiger Anleitung. In diesem Fall durch den Telemann-Spezialisten Michael Schneider. Neben ihm wurden lediglich ein Lautenist und zwei Blockflötistinnen hinzuverpflichtet; ansonsten sind die Musiker des Osnabrücker Symphonieorchesters historisch bestens informierte Goldgräber: mit modernem Instrumentarium, aber zeitgemäßer Artikulation. Spritzig, elegant, funkelnd und vor allem präzise setzt das Orchester Telemanns Musik um. […] Eva Schneidereit überzeugt als sinnlich schwuler Prinz Honoricus und Lina Liu als achtungsgebietende Römerkaiserin Eudoxia. Großartig aber finden die Darstellerinnen der beiden Töchter Eudoxias in ihre Rollen: Astrid Kessler verleiht der Placidia mit irrwitzigen Koloraturen das Profil der rasenden Furie. Marie-Christine Haase schließlich verkörperte schon die Hosenrolle des Simplicius Simplicissimus in Karl Amadeus Hartmanns gleichnamiger Oper großartig. Diesmal schlüpft sie als Pulcheria abermals in Männerkleidung, um Honoricus rumzukriegen. Was ihr letztlich gelingt- wenn auch erst im Tod. Bis dahin aber bezaubert sie das Publikum durch ihren lyrischen, bezaubernden Sopran. Und das macht dann insgesamt Lust auf mehr Barock, auf mehr Telemann in Osnabrück.“
Neue Osnabrücker Zeitung, 11.6.12

Schnelleinstieg

Wissen was gespielt wird ...

Lust auf Theater?

Unsere Empfehlungen ...

28.11.2014 19:30

DER VORNAME

06.12.2014 19:30

DIE HOCHZEIT DES FIGARO

11.01.2015 15:00

DAS KALTE HERZ