
Liebes Publikum
ein aufregendes, spannendes Jahr der Vorbereitung liegt hinter mir, ein Jahr des Kennenlernens, der Begegnungen in Osnabrück – der Stadt, für die ich gemeinsam mit Matthias Köhn, der zusammen mit mir die Geschäftsführung des Hauses innehat, und den fast dreihundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses nun Theater machen darf.
OSNABRÜCKER PERSPEKTIVEN: So könnte die kommende Saison überschrieben sein. Vom ersten Moment an hat mich fasziniert, wie eng in Osnabrück Gegenwart und Vergangenheit miteinander verflochten sind, wie bewusst diese Stadt mit ihrer Geschichte umgeht und damit die Voraussetzung schafft, auf ganz besondere Weise über die Zukunft nachzudenken.
Der Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 hat die Welt radikal verändert. Zehn Jahre danach bietet die Friedensstadt Osnabrück mit ihren vielfältigen Initiativen und Institutionen Möglichkeiten, sich mit den brennenden Fragen der Gegenwart zu beschäftigen, wie kaum ein anderer Ort in Deutschland. Das Theater Osnabrück will sich dieser Herausforderung stellen, nicht im Sinne hektischer Tagespolitik, sondern indem im Spielplan immer wieder Stücke und Projekte auftauchen, die mit den Mitteln der Kunst, mit den Mitteln des Theaters der Frage nachgehen, in welcher Welt wir leben, was die Freiheit des Einzelnen ausmacht, wodurch sie bedroht wird. Die Zeit des Barock, das 17. und frühe 18. Jahrhundert, hat Osnabrück entscheidend geprägt. Die großen Kirchen der Stadt stehen auch für die Musik von Bach, Schütz, Keiser oder Telemann. Mit Sieg der Schönheit von Georg Philipp Telemann erwecken wir die große norddeutsche Barockoperntradition wieder zum Leben.
Wir freuen uns auf Sie und Ihre Neugier!
Herzlichst,
Ralf Waldschmidt und Matthias Köhn
