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Die Spielzeit 2016/17 wurde vorgestellt

Am Montag, 9.5., hat das Theater Osnabrück im Rahmen eines Pressegesprächs seine Pläne für die Saison 2016/17 vorgestellt. Intendant Ralf Waldschmidt, der Kaufmännische Direktor Matthias Köhn, Generalmusikdirektor Andreas Hotz, der neue Leitende Schauspielregisseur Dominique Schnizer und der Leitende Schauspieldramaturg Jens Peters, Mauro de Candia, Künstlerischer Leiter der Dance Company Theater Osnabrück, und Tanzdramaturgin Patricia Stöckemann bilanzierten die laufende Saison und gaben einen Ausblick auf die kommende Spielzeit.

Insgesamt 28 Premieren – darunter 9 Uraufführungen sowie eine deutschsprachige Erstaufführung – und 10 Wiederaufnahmen erwarten in der neuen Theatersaison ihr Publikum. Auf dem Programm des Osnabrücker Symphonieorchesters stehen acht Sinfoniekonzerte, drei Schloss- und fünf Kammerkonzerte sowie mit „Wohnton“ erstmals ein neues Hausmusikfestival, für das die Musiker des Orchesters in Osnabrücker Wohnzimmern Platz nehmen.

Intendant Ralf Waldschmidt gab einleitend einen Ausblick auf die Höhepunkte der kommenden Theatersaison: „Das Theater Osnabrück beweist auch in der kommenden Saison seine große Strahlkraft als wichtiger Akteur der Stadtgesellschaft und weit über die Region hinaus. Zahlreiche Projekte der letzten Monate, die sich mit der Integration von Flüchtlingen beschäftigen, setzen wir fort. In Produktionen wie Lessings NATHAN, Büchners DANTONS TOD, Houellebecqs UNTERWERFUNG oder DAS LIED DER NACHT des vor den Nationalsozialisten geflohenen Komponisten Hans Gál fragen wir danach, wie das Recht auf Freiheit und Frieden immer wieder neu verwirklicht werden kann. Den neuen Spielplan haben Dominique Schnizer und Jens Peters als neues Leitungsteam des Schauspiels wesentlich mitgestaltet. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit ihnen und auf die wichtigen neuen Künstler, die sie nach Osnabrück holen werden.“

Nach einer Interims-Saison ohne Leitenden Schauspielregisseur am Theater Osnabrück, übernimmt Dominique Schnizer ab der Saison 2016/17 diese Position. Ihm zur Seite steht Jens Peters, der zuletzt als Schauspieldramaturg und Referent des Schauspieldirektorsam Badischen Staatstheater Karlsruhe tätig war und nun in der kommenden Saison die Position des Leitenden Schauspieldramaturgen übernimmt. Das Schauspielensemble vergrößert sich von zuletzt 14 auf nun 16 Schauspielerinnen und Schauspieler. Neu im Osnabrücker Ensemble sind Elaine Cameron, Christina Dom, Cornelia Kempers, Helene Stupnicki, Ronald Funke, Valentin Klos, Andreas Möckel und Janosch Schulte.

Dominique Schnizer stellt sich mit gleich drei Inszenierungen dem Osnabrücker Publikum vor: Mit Nikolai Gogols Komödie DER REVISOR eröffnet er die Saison (Premiere: 20.8.2016), es folgen Lutz Hübners Erfolgskomödie FRAU MÜLLER MUSS WEG im emma-theater (Premiere: 10.12.2016) sowie Gotthold Ephraim Lessings Ideendrama NATHAN DER WEISE (Premiere: 28.1.2017) im Theater am Domhof. Im großen Haus steht mit DAS LÄCHELN EINER SOMMERNACHT nach dem Film von Ingmar Bergmann eine deutschsprachige Erstaufführung auf dem Spielplan (Inszenierung: Ramin Anaraki/Premiere: 8.10.2016). Die Regisseurin Schirin Khodadadian stellt sich mit ihrer Sicht auf Federico García Lorcas BERNARDA ALBAS HAUS dem Osnabrücker Publikum vor (Premiere: 1.4.2017), während Annette Pullen Rebekka Kricheldorfs Sicht auf Cervantes‘ DON QUIJOTE zur Uraufführung bringt (Premiere: 13.5.2017).

Im emma-theater beginnt die Saison ebenfalls mit einer Uraufführung: LUCAS AND TIME heißt das Stück der griechischen Autorin Niki Orfanou, dem sich die junge Regisseurin Felicitas Braun widmet (Premiere: 28.8.2016). Mit Stefan Hornbachs ÜBER MEINE LEICHE erlebt außerdem das Preisträgerstück des 2. Osnabrücker Dramatikerpreises seine Uraufführung (Inszenierung: Marlene Anna Schäfer/Premiere: 29.10.2016). Alexander Charim präsentiert seine Sicht auf Georg Büchners Revolutions-Klassiker DANTONS TOD (Premiere: 4.2.2017). Mit Michel Houellebecqs UNTERWERFUNG (Inszenierung: Robert Teufel/Premiere: 19.3. 2017) und Ferdinand von Schirachs TERROR (Inszenierung: Ron Zimmering/Premiere: 14.5.2017) wird das emma-theater einmal mehr zum Schauplatz zeitgenössischer Bühnenwerke.

Die Opernsaison startet im Theater am Domhof mit Mozarts Klassiker DIE ZAUBERFLÖTE in einer Inszenierung von Alexander May und unter der musikalischen Leitung von Daniel Inbal (Premiere: 3.9.2016). Mit Puccinis MANON LESCAUT steht ein weiterer Opernklassiker auf dem Spielplan der kommenden Saison (Inszenierung: Walter Sutcliffe/Premiere: 14.1.2017), während mit Hans Gáls DAS LIED DER NACHT einmal mehr eine spannende Opernausgrabung der 1920er Jahre zur Premiere kommt (Inszenierung: Mascha Pörzgen/Premiere: 29.4.2017). Die musikalische Leitung beider Produktion liegt bei GMD Andreas Hotz. Freunde der klassischen Operette kommen mit Franz Lehárs DIE LUSTIGE WITWE unter der musikalischen Leitung von Daniel Inbal ebenso auf ihre Kosten (Inszenierung: Andrea Schwalbach/Premiere: 26.11.2016) wie Fans des jungen Musicals: An-Hoon Song leitet die schaurig-schräge Musicalproduktion THE ADDAMS FAMILY (Inszenierung: Felix Seiler/Premiere: 11.3.2017).

Auch im Tanz gibt es Neues zu berichten: Mit Beginn der Saison begrüßt Mauro de Candia mit Cristina Marree Commisso, Ayaka Kamei, Katherina Nakui, Rosa Wijsman, Neven Del Canto, Péter Dániel Matkaicsek und Jayson Syrette sieben neue Mitglieder in seiner Company.

Tanzfreunde dürfen sich zum Saisonbeginn auf einen Klassiker freuen: Mauro de Candia befragt in seiner Deutung Tschaikowskys SCHWANENSEE nach dessen überzeitlicher Thematik und Aussage (Premiere: 22.10.2016, Theater am Domhof). DANSE MACABRE bringt zwei Totentänze von Mary Wigman aus den 1920er Jahren zurück auf Bühne und bringt sie dort mit Choreografien von Marco Goecke und Mauro de Candia zusammen. In Kooperation mit weiteren Osnabrücker Institutionen widmet sich das Theater Osnabrück der Totentanzthematik als erlebte Wirklichkeit im Spiegel wirtschaftlicher Depression, Krieg, Diktatur und Mord (Premiere: 11.2.2017, Theater am Domhof). Das auf zwei Jahre angelegte Kooperationsprojekt „Biografie des Körpers“ mit der Bonner Company „Cocoon Dance“ findet ebenfalls seinen Fortgang: In der Uraufführung BIOGRAFIE DEL CORPO II erforschen Rafaële Giovanola und Mauro de Candia die Biografie des eigenen Körpers (Premiere: 8.4.2017, emma-theater). Weitere Höhepunkte der Tanzsaison bilden der Tanzabend junger Choreografen OPEN WINDOWS V (Premiere: 27.5.2017, emma-theater) und die „Tanzgala“ zum Ende der Spielzeit (10.6.2017, Theater am Domhof).

Auf viele anregende und musikalische Begegnungen mit ihrem Publikum freuen sich GMD Andreas Hotz und sein Osnabrücker Symphonieorchester. An einem Wochenende im September nehmen Sie hierfür dann in Osnabrücker Wohnzimmern Platz: „Wohnton“ heißt das neue Hausmusikfestival, bei dem das Publikum, auf verschiedenen Promenaden wandelnd, die Musikerinnen und Musiker in ungewohnter und intimer Atmosphäre erleben kann (16. –18.9.2016). Nach der abgeschlossenen Sanierung ist das Osnabrücker Symphonieorchester dann wieder in der OsnabrückHalle zu erleben. Hier ist zum Auftakt in der Reihe „musica pro pace“ Johannes Brahms‘ erstes Klavierkonzert und der Leitung von GMD Andreas Hotz zu hören – und mit Gerhard Oppitz einer der führenden Brahms-Interpreten im 1. Sinfoniekonzert der Saison zu erleben (7.11.2016). Nicht nur im Musiktheater bietet sich dem Osnabrücker Publikum die Möglichkeit, das Werk des Komponisten Hans Gál kennenzulernen: Im 3. Sinfoniekonzert interpretiert der englische Cellist Raphael Wallfisch sein Violoncello-Konzert. Mit Lutz de Veer übernimmt ein in Osnabrück bekanntes Gesicht die musikalische Leitung des Konzert (29./30.1.2017). Das 5. Sinfoniekonzert schlägt mit Georg Philipp Telemann, Johann Gottlieb Graun und Antonio Vivaldi den Bogen vom norddeutschen zum italienischen Barock – und kann mit der Gambistin Hille Perl mit einer führenden Protagonistin der Alten-Musik-Szene aufwarten (26./27.2.2017). Auch die Förderung des musikalischen Nachwuchses sieht GMD Andreas Hotz als elementaren  Bestandteil seiner Osnabrücker Konzertarbeit. So erhalten Instrumentalschüler im Rahmen einer Orchesterakademie die Gelegenheit, für das 7. Sinfoniekonzert gemeinsam mit dem Osnabrücker Symphonieorchester Antons Bruckners Vierte Sinfonie zu erarbeiten (8.5.2017), und natürlich ermöglicht die Felicias und Werner Egerland Stiftung auch 2016 wieder den Osnabrücker Musikpreis, der im Rahmen des 4. Sinfoniekonzert an einen der Finalisten des ARD Musikwettberwerbs vergeben wird (13.2.2017). Als großes Gemeinschaftsprojekt mit den Kirchenchören der Innenstadtgemeinden bildet das 8. Sinfoniekonzert mit Arthur Honeggers „Jeanne d'Arc au bûcher“ den krönenden Abschluss einer vielseitigen Konzertsaison (17./18.6.2017), die durch die mittlerweile etablierte Schlosskonzert-Reihe, Kammerkonzerte, Liederabende, und mit den Purzel-, Strolch- und Schulkonzerten für die junge Zuhörerschaft komplettiert wird.

OSKAR, die Kinder- und Jugendtheatersparte am Theater Osnabrück, feiert 2016 ihr 10-jähriges Bestehen – und erfindet sich dabei immer wieder neu. Mit Johanna Franke, Benjamin Werner und Jost op den Winkel darf sich das junge Publikum auf ein gänzlich neues OSKAR-Ensemble freuen. Ihre erste Premiere ist dann gleich eine Uraufführung – und ein Preisträger noch dazu: DER DICKE STERNSCHNUPPE heißt die einfühlsame und humorvolle Geschichte zweier Außenseiter, mit der Julia Penner den 2. Preis des 2. Osnabrücker Dramatikerpreises gewann (Inszenierung: Philipp Moschitz/Premiere: 24.9.2016). Auch bekannte Stoffe stehen auf dem Spieplan: ROBIN HOOD und seine Mannen erleben in der Vorweihnachtszeit ihre Abenteuer im Theater am Domhof (Inszenierung: Anna Werner/Premiere: 6.11.2016) und mit Michael Endes MOMO ist ein echter Kinderbuchklassiker im emma-theater zu erleben (Inszenierung: Guillermo Amaya/Premiere: 25.2.2017). Mit DIE UNBEKANNTE STADT erarbeitet der syrische Theatermacher Anis Hamdoun ein Stück für ein jugendliches Publikum über die schicksalhafte Begegnung zweier Jugendlicher im syrischen Bürgerkrieg (Premiere: 22.4.2017)

Für die Fotostrecke des diesjährigen Spielzeithefts ist nur in Teilen ein Fotograf verantwortlich. Ein Großteil der Fotos stammt von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbst: Auf sogenannten „Selfies“ haben sie ihr Leben in und um das Theater in persönlichen und humorvollen Aufnahmen festgehalten. Das Spielzeitheft 2016/17 liegt im Theater und an allen bekannten Stellen aus.  

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