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Intendant Ralf Waldschmidt widerspricht Sparplänen der Stadt - Thema „Spartenschließung“ ist vom Tisch

Wie die Neue Osnabrücker Zeitung am vergangenen Mittwoch berichtete, kam in der ersten Sitzung des nach der Kommunalwahl neu zusammengesetzten Kulturausschusses am 14.12.2016 ein für Irritation sorgendes Papier zur Vorlage: In einer Verwaltungsvorlage zum Nachtragshaushalt 2017 der Stadt Osnabrück ist von weiteren Einsparungsmöglichkeiten seitens des Theaters Osnabrück die Rede. Dieses solle insgesamt 300.000 Euro einsparen. Um das zu bewerkstelligen, wird u. a. eine Schließung der Tanzsparte vorgeschlagen.

Hierbei handelt es sich zwar nicht um einen konkreten Beschlussvorschlag, dennoch traf diese inhaltliche Zuspitzung der Spardiskussion das Theater Osnabrück überraschend. Am vergangenen Donnerstag nahm Intendant Ralf Waldschmidt im Anschluss an die ausverkaufte Tanztheater-Vorstellung SCHWANENSEE – METAMORPHOSEN EINER SEELE in Beisein des Publikums Stellung zu den Einsparforderungen:

„Aus der Bevölkerung haben uns zahlreiche Stimmen erreicht, die ebenso wie wir fassungslos über diese Vorschläge sind. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hat mir versichert, dass in seiner Amtszeit keine Schließung einer Sparte am Theater Osnabrück erfolgen wird. Für diese Klarstellung bin ich dankbar. Doch beginnt damit die Diskussion, an welchen Positionen ansonsten im Theater gespart werden soll. Angesichts der schwierigen Situation der Stadt haben wir akzeptiert, dass bereits ab 2017 jährlich 250.000 Euro eingespart werden. Das summiert sich in den kommenden fünf Jahren auf 1, 25 Millionen Euro. Jede weitere Sparrunde bedroht das Theater in seinem Bestand. Ohne Theater und Kultur stellt Osnabrück seine Identität aufs Spiel!“

Das Theater Osnabrück ist ein Mehrspartentheater, in dessen Programm der Tanz als eigenständige Sparte eine wichtige Position einnimmt. Insgesamt vier Neuproduktionen bringt Tanzchef Mauro de Candia mit seiner zehnköpfigen Company in dieser Spielzeit im Theater am Domhof und im emma-theater auf die Bühne. In der vergangenen Spielzeit waren die Tänzerinnen und Tänzer in 47 Vorstellungen zu erleben, regelmäßig wirken sie außerdem in Produktionen des Musiktheaters mit. Aktuell sorgt de Candias Neudeutung von Tschaikowskys SCHWANENSEE stets für ein nahezu ausverkauftes Haus (94 % Auslastung). Seit der Berufung de Candias in der Spielzeit 2012/13 liegt die Auslastung in der Tanzsparte bei durchschnittlich rund 80 %. Die Kulturstiftung des Bundes fördert in dieser Spielzeit zwei Projekte der Dance Company Theater Osnabrück. Für das geförderte Projekt DANSE MACABRE, in dessen Mittelpunkt die Rekonstruktion zweier Totentänze der Choreografin Mary Wigman steht, konnten mit dem Felix-Nussbaum-Haus, der Kunsthalle Osnabrück sowie dem Diözesanmuseum des Bistums Osnabrück Partner für ein in der Stadt Osnabrück bisher einzigartiges Kooperationsprojekt gewonnen werden

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