REALITY CHECK

Festival Eröffnung

17:30 Uhr Festival Eröffnung, emma Foyer
Eintritt frei.

Hier finden Sie unser ganzes Festivalprogramm: REALITY CHECK

Ein Abgleich mit der Realität?

Im emma Theater wird am 25.02.2022 zum ersten Mal das Festival REALITY CHECK stattfinden. Die Leiterinnen und Kuratorinnen des Festivals, Claudia Lowin und Julia Buchberger, eröffnen die drei Tage mit einer Eröffnungsrede, die den inhaltlichen Bogen des Programms nicht nur zusammenfasst, sondern auch in einen Kontext setzt.

Wieso ein Raum für andere Arbeitsweisen auch ein Raum für andere Erzählformen sein kann und umgekehrt.

„Das Theater“ ist nicht nur eine Kunstform, sondern auch ein Arbeitsplatz. Wie in jedem anderen Betrieb bedeutet das auch hier, dass es verschiedene Berufe gibt, denen bestimmte Aufgabenfelder zugeteilt sind. Was zunächst nur wie eine (sinnvolle) Arbeitsteilung wirkt, hat aber ästhetische Konsequenzen, denn die durch die vorgegebenen Berufsfelder bestimmte Form der Zusammenarbeit bedeutet auch, dass Stoffe immer wieder auf ähnliche Weise angegangen werden.

Was aber, wenn es zu Beginn einer Probenphase keine Textgrundlage gibt? Was, wenn die Beteiligten keine Schauspiel-Ausbildung haben? Was, wenn es innerhalb des Teams ganz unterschiedliche Ansätze gibt, die aber in dem Theaterabend alle Platz finden sollen? Und was, wenn andere Zuschauende angesprochen werden?

Diese anderen Herangehensweisen sind schon lange keine Neuigkeit mehr, in freien Produktionszusammenhängen kommen sie längst vor und haben neue Theater- und Erzählformen entstehen lassen. Auch im Stadttheater finden sie inzwischen immer mal wieder einen Platz, aber stoßen durch die Strukturen des Betriebs an Grenzen, die sich scheinbar nur schwer überwinden lassen.

Das Festival REALITY CHECK macht es sich zur Aufgabe, diese Grenzen in Frage zu stellen und Programmpunkte zu versammeln, die darüber hinausgehen. Wie der Titel suggeriert, soll es Raum bieten, die Erzählungen und ihre Formen des Theaters mit unserer Realität abzugleichen. Was wird erzählt und auf welche Art? Und vor allem: was wird nicht erzählt, welche Stimmen nicht gehört, welchen Ansprüchen kann das Theater noch nicht gerecht werden?

In drei Tagen eröffnet das Festival Räume für diese Fragen. Es versammelt Erzählungen und Stimmen, die in unserer Gesellschaft längst vorhanden sind, die aber im Stadttheater bisher zu wenig Platz bekommen. Die eingeladenen Programmpunkte verfolgen dabei ganz unterschiedliche Ansätze.

Das Foyer des emma-theaters wird zum Festivalzentrum, in dem ein Austausch über das Erlebte ganz nebenbei oder auch in den begleitenden Gesprächsformaten.