WAEL KADOUR

Chronik einer Stadt, die wir nicht kennen

Premiere 07.11.2021・emma-theater

Deutschsprachige Erstaufführung

Vor einem Krankenhaus in Damaskus wartet Roula. Raucht. Ihre Freundin Nour Mahmoud liegt auf der Intensivstation, weil sie vom Dach einer Diskothek gesprungen ist. Der Selbstmord scheint persönliche Gründe zu haben.

Roula wird als politische Aktivistin verhaftet und vom Staatssicherheitsdienst vernommen. Als ihre im System verbotene Beziehung entdeckt wird, muss sie sich auf einmal nicht nur vor den Behörden und ihrem Freund erklären, sondern auch vor Nours Eltern. Das Private vermischt sich mit dem Öffentlichen, die gesellschaftlichen Zustände entscheiden darüber, wer wen lieben darf und wer nicht.

WeiterlesenZwei Frauen im Sommer 2011 in Damaskus. Ein Zeitpunkt, an dem die Welt nach Syrien blickte und den Sturz des Regimes erwartete. Wael Kadour erzählt in knappen, poetischen Worten von einer nonkonformen Liebe in einem repressiven System am Ende einer vier Jahrzehnte dauernden Diktatur. Er zeigt uns in dieser Innenperspektive seine Sicht auf seine Heimat, die sich zu Anfang noch hoffnungsvoll in diese friedliche Revolution stürzte. Von Szene zu Szene verdichtet sich das Bild einer Diktatur, die alle persönlichen und privaten Beziehungen durchsetzt hat. In Form eines psychologischen Kammerspiels erzählt das Stück über die subversive Kraft der Liebe. Und den Willen zu Gewalt, der machtausübenden Positionen in jeder Gesellschaft innewohnen kann.

Besetzung


Inszenierung: Wael Kadour, Christian Schlüter
Bühne und Kostüme: Lisa Käppler
Dramaturgie: Leila Etheridge
Theaterpädagogische Betreung: Sophia Grüdelbach
Regieassistenz, Abendspielleitung: Judith Jungk
Inspizienz: Moritz Tullney
Aus dem Arabischen von Sandra Hetzel

Roula: Laila Richter
Der Vernehmer: Mario Lopatta
Mahmoud: Thomas Kienast
Kinan: Pujan Sadri
Khuloud: Sascha Icks
JungeFrau: Otiti Engelhardt

Mit freundlicher Unterstützung