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ROSA UND KARL – EINE DEUTSCHE REVOLUTION

Nach Alfred Döblin

„Während Liebknecht mit seinen Arbeitern vor das Schloß zog und von einem Schloßfenster aus die Republik ausrief, stieg Scheidemann am Reichstag ans Fenster und rief sie von da aus. Zweimal war diese Republik ausgerufen; es konnte ihr an nichts fehlen.“ Ein bitteres Werk des Exils, voller Nachtgedanken an Deutschland. Ein historischer Roman, der in jedem Augenblick die Gegenwart meint – Alfred Döblins monumentales Epos NOVEMBER 1918. EINE DEUTSCHE REVOLUTION. Erst 1978 erstmals vollständig gedruckt, fokussiert der vierte und letzte Teil auf die 1919 von Freikorps-Offizieren ermordeten Spartakisten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Liebknecht, der sich in der Haft nach einem Hochverratsprozess mit preußisch anmutender Disziplin aufrechterhält. Luxemburg, die im Gefängnis in Breslau den Verstand zu verlieren droht. Und dazwischen Verlorene, Kriegsversehrte, Politiker, Kleinbürger und dann – die Revolution. Die, da sie eine deutsche ist, scheitern wird – scheitern muss? Zwischen 1937 und 1943 im französischen und amerikanischen Exil verfasst, beschreibt Döblins Werk die Zeit von November 1918 bis Januar 1919 als deutsche Ursünde, die die Weichen für den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg stellt. Ein lyrisches, dramatisches und reflexives Monument, das zwischen politischer Theologie und böser Satire sehr heutige Fragen stellt.


Regisseurin Sophia Barthelmes, deren musikalisch-performative Textinstallation StTAGING LOVE zu den Highlights des SPIELTRIEBE 7-Festivals gehörte, widmet sich mit ROSA UND KARL nicht nur dem spezifisch „Deutschen“ des Scheiterns von 1918, sondern auch der Frage, welche Rolle Männer- und Frauenbilder in diesem Scheitern spielen – und was das für eine heutige, erneut aus den Fugen geratene Welt bedeuten kann.

BESETZUNG

Inszenierung Sophia Barthelmes
Bühne, Kostüme Anthoula Bourna
Dramaturgie Marie Senf

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