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WILHELM TELL

Friedrich Schiller

In den Schweizer Kantonen herrscht Verzweiflung. Allzu tyrannisch und rechtsverletzend gebärden sich die Landvogte, die als Statthalter von der Habsburger Krone eingesetzt wurden. Ohnmächtig nehmen die Bewohner*innen hin, wie ihre uralten verbürgten Rechte und Freiheiten außer Kraft gesetzt werden und stattdessen willkürlicher Despotismus herrscht. Als das Maß des Erträglichen durch den Landvogt Gessler überschritten wird,  formiert sich eine Opposition: Die Schweizer Kantone bekräftigen mit einem Schwur ihre Einheit und den Willen zum Widerstand. Doch die Initialzündung zum Aufbegehren bleibt aus. Erst mit dem eigentlich unpolitischen Einzelgänger Tell, dem schweres Unrecht durch Gessler widerfährt, findet sich der Mann der Stunde und der Tat. In der gewaltsamen Revolte stellt sich allerdings auch die Frage, wie ein künftiges Gemeinwesen auszusehen hat. Ist die Vision der Schweizer allein rückwärts gewandt?


Über 500 Jahre geht Friedrich Schiller in seinem letzten zu Lebzeiten veröffentlichten Drama WILHELM TELL in die Vergangenheit zurück. Dort fand er den geeigneten Stoff, um die Suche nach Antwort auf historisch-politische Kernfragen der Menschheit poetisch zu gestalten. Anhand von Prozessen, die von der Geburt einer Nation  erzählen, berührt Schiller das Problem einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung. Pendelnd zwischen den Extremen (Gewalt-)Herrschaft und freiheitliche Vereinbarung, werden im TELL unterschiedliche staatspolitische Entwurfe ausgelotet.


Mit seinen Regiearbeiten OREST und UNTERWERFUNG hat Robert Teufel dem Osnabrücker Publikum bereits gezeigt, wie präzise er zum wesentlichen Kern eines Stückes vordringen kann und dadurch anschlussfähige Lesarten für unsere Zeit auf die Bühne bringt.


Die Vorstellung dauert ca. 1 Stunde, 45 Minuten  keine Pause.


Fotos: Kerstin Schomburg


30 Minuten vor jeder Vorstellung findet eine Einführung im Oberen Foyer statt.

TERMINE & KARTEN

20.12.2018

Do. | 19:30 Uhr

10.01.2019

Do. | 19:30 Uhr

15.01.2019

Di. | 19:30 Uhr

05.03.2019

Di. | 19:30 Uhr

04.04.2019

Do. | 19:30 Uhr

BESETZUNG

Inszenierung Robert Teufel
Bühne Friederike Meisel
Kostüme Rebekka Zimlich
Dramaturgie Sven Kleine

Wilhelm Tell Andreas Möckel
Gertrud, Hedwig  Juliane Böttger
Werner Stauffacher Thomas Kienast
Ulrich von Rudenz Julius Janosch Schulte
Hermann Geßler Oliver Meskendahl
Arnold von Melchthal, Ruodi, Erster Gesell Mick Riesbeck
Berta von Bruneck Denise Matthey
Freiherr von Attinghausen, Alter Mann Matthias Unruh
Walther Fürst, Kuoni Ronald Funke
Konrad Baumgarten, Zweiter Gesell Philippe Thelen
Walther Tell Sascha Albrecht / Greta Kemper

PRESSESTIMMEN

„[...] klug und zeitkritisch bedenkenswert angelegt.“ – Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 1.9.2018

„Möckel zeichnet den in Lederhose und Felljacke gekleideten Tell überzeugend als in sich ruhenden Individualisten, der alles andere als ein Revoluzzer ist. […] Die Szene, in der ihn Gessler nötigt, auf sein Kind (Greta Kemper) zu schießen, ist der packende Höhepunkt der Aufführung, nach der man Tell das Recht auch Notwehr unbedingt zubilligen möchte. [...] Das politische Statement, das Regisseur Teufel Schillers Revolutionsdrama so aufsetzt, gilt der aktuellen deutschen Situation.“ – Hanns Butterhof, Westfälische Nachrichten, 5.9.2018

„Das 14. Jahrhundert, wo Schillers Handlung angesiedelt ist, und die Gegenwart mit beängstigenden Auswüchsen wie in Chemnitz sind plötzlich auf Augenhöhe. […] Sprachlich ist der Abend ein Genuss, die Schillerschen Worte – mitunter wie Musik – bringen alle trotz forderndem Versmaß gut über die Rampe. […] Richtig gut!“ – Werner Hülsmann, Osnabrücker Nachrichten, 9.9.2018

„Andreas Möckel spielt den von Gewissensbissen geplagten Schützen [Tell] hervorragend und lässt den Nationalmythos damit in einem anderen Licht erscheinen. Robert Teufel bemüht sich darum, mit seiner Inszenierung zu zeigen, dass hinter dem Rütlischwur rückwärtsgewandte Ideale stecken.“ – Sophia Hoffmeier, Herforder Kreisblatt, 27.9.2018

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