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DONA NOBIS PACEM

1567 schrieb Thomas Tallis neun Psalmvertonungen für den Psalter des Erzbischofs von Canterbury, Matthew Parker. Why fum’th in fight (Warum toben die Völker) wurde in der Folge bis heute eine der bekanntesten Melodien dieser Sammlung. Ralph Vaughan Williams griff sie 1910 auf und machte sie zur Grundlage seiner Fantasia on a Theme by Thomas Tallis  für Streichorchester – nicht jedoch ein gewöhnliches Streichorchester: Indem er die Streicher in ein Soloquartett, ein kleines und ein großes Orchester aufteilte, gelang es ihm, die Wirkung von unterschiedlichen Orgelregistern hervorzurufen.


Befand sich Tallis mit seiner Komposition in einer Zeit des Aufbruchs, in der er dem mächtigsten Mann der neuen Church of England dieses Werk widmete, so haben die geistlichen Werke des lettischen Komponisten Peteris Vasks auch mit einer Zeit des Neubeginns zu tun. Zu Sowjet-Zeiten wurde die Komposition geistlicher Musik im mildesten Fall nicht gerne gesehen. Nach 1990 jedoch entstanden eine Reihe Werke, die einen religiösen Bezug gleich im Titel offenlegen, u.a. das 1996 entstandene Dona nobis pacem.


100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und 400 Jahre nach dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges lenken die ersten beide Werke ausgehend vom 2. Psalm den Blick auf die immerwährenden Schrecken des Krieges. In der Hoffnung auf eine bessere Zukunft steht Vasks Friedensbitte am Ende des ersten Teils.


Schlägt der erste Teil des Konzertes musikalisch den weiten Bogen von der Musik der frühen Anglikanischen Kirche bis ins späte 20. Jahrhundert, so steht im zweiten Teil mit Bruckners f-Moll-Messe ein Werk auf dem Programm, das heute zu den beliebtesten Chorwerken des 19. Jahrhunderts zählt. Zur Entstehungszeit galt sie jedoch zunächst als unspielbar und Bruckner musste lange kämpfen, bis sie 1872 endlich uraufgeführt wurde.


Einführung: An beiden Terminen findet jeweils um 19 Uhr eine Einführung im Forum am Dom statt. Am Samstag mit Wolfgang Herkenhoff und am Montag mit Klaus Laßmann.

BESETZUNG

Dirigent Clemens Breitschaft
Solist*innen Lina Liu (Sopran), Katarina Morfa (Alt), Daniel Wagner (Tenor), Dominik Wörner (Bass), Osnabrücker Domchor und Jugendchor

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