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Stefan Hornbach

1. Preisträger des Osnabrücker Dramatikerpreises 2015 / Uraufführung

Friedrich ist nichts Besonderes, und Besonderes hat er auch nicht geleistet, das muss selbst seine liebende Mutter zugeben. Er will nur eines: leben. Und dafür bleibt ihm vielleicht nicht mehr viel Zeit, denn er hat Krebs – eine Geschwulst, von der der Arzt sagt, sie sähe aus wie eine Dattel. Da hilft auch die Erkenntnis, dass Tumor sich auf Humor reimt, wenig weiter. Und dann taucht auch noch Jana, eine frühere Schulkameradin, auf und lässt sich nicht mehr abschütteln. Jana, die Furchtlose, die irgendwie auch nichts will – außer vielleicht sterben. Sie schlägt Friedrich einen Pakt vor: Sie zeigt ihm, wie man lebt, und er zeigt ihr, wie man stirbt …


Stefan Hornbach erzählt sensibel und kraftvoll, aber auch mit Sinn für Skurrilität und  sarkastischem Humor von zwei Jugendlichen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die von existentiellen Verstörungen so sehr in verschiedene Richtungen getrieben werden, dass sie wieder aufeinandertreffen müssen.


ÜBER MEINE LEICHE inszeniert die junge Regisseurin Marlene Anna Schäfer. Sie führte bereits am Staatstheater Darmstadt und am Staatstheater Karlsruhe Regie und arbeitet erstmalig am Theater Osnabrück.


Fotos: Uwe Lewandowski


Die Vorstellung dauert ca. 1 Stunde, 20 Minuten – keine Pause.


Weitere Vorstellungstermine sind in Planung und werden mit Erscheinen des Leporellos auch hier veröffentlicht.


 

BESETZUNG

PRESSESTIMMEN

„Die junge Regisseurin Marlene Anna Schäfer hat eine luzide Bebilderung für einen komplexen Text mit wechselnden Erzählhaltungen und Textformen gefunden. Ihr kleines Schauspielteam trifft auch ziemlich genau Hornbachs Erzählton: stets leicht liebevoll-mokant, schon mit Abstand zum ersten Schrecken. Doch auch im Witzigen und Galgenhumorigen des Erzählten blitzen jederzeit Wut, Aufbegehren und Angst vor dem Unbekannten auf, zu dem auch der Tod gehört. Die Schauspieler gehen mit einer Frische zu Werke, die das schwere Thema staunenswert leicht macht. Allen voran Marie Bauer. Als eigentlich lebensmüde Jugendfreundin Jana spielt sie die vitale Seite Friedrichs, mal umwerfend charmant, mal knallhart, mal rotzig, mal trotzig. Auch Janosch Schulte, neu und im Erstengagement in Osnabrück, wechselt als tumorgeplagter Held Friedrich mühelos zwischen den Gefühlsregistern und Erzählhaltungen hin und her, als sei es das natürlichste der Welt. […] Oliver Meskendahl tänzelt, säuselt und witzelt unnachahmlich jovial über alle Krebsendstadien und Überlebensstatistiken hinweg. […]Stück und Inszenierung gelingt es, Tragisch-Schweres leicht und plausibel zu erzählen – großartig.“ Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 29.10.2016

ÜBER MEINE LEICHE ist ein großes Stück Regietheater, das die Komplexität des Gefühlschaos eines vom Schicksal gebeutelten jungen Menschen pointiert und überaus sensibel zu fassen vermag. Mal sarkastisch, mal tragisch-komisch stellt sich die Frage nach einem korrekten Umgang mit der Diagnose. Wenngleich die Darstellung anrührend ist, erscheint sie geradezu unprätentiös und verzichtet auf pathetische Anwandlungen. […] Dieses Stück ist eine einzigartige Entdeckungsreise, dessen Ziel einzig und allein das Bewusstsein des Werts des Lebens ist – Prädikat wertvoll!“ Sina-Christin Wilk, www.kultura-extra.de, 30.10.2016

„Immer wieder durchbricht Schäfer die in Hornbachs Text vorhandenen empfindsamen Momente, indem sie eine Bildsprache entwickelt, die den vermeintlichen Fluchtpunkt der Handlung (erliegt Friedrich seiner Erkrankung oder nicht?) wie des Bühnenbilds durchbricht. So friert sie in einer Szene Bauer und Meskendahl, beide quer auf dem Boden liegend, in einer Haltung ein, als würde sie sitzen und er stehen, drehte man die Bühne um 90 Grad. Auf diese Weise ufert die Bildsprache der Inszenierung immer weiter aus und findet so eine Ästhetik, die die Krebserkrankung in Friedrichs Innerem versinnbildlicht." Kai Bremer, www.nachtkritik.de, 29.10.2016

 

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