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DIE SCHÖNE MÜLLERIN

Uraufführung / Samir Calixto

Musik von Franz Schubert

1823 vollendete Franz Schubert (1797–1828) seinen ersten berühmten Liederzyklus DIE SCHÖNE MÜLLERIN zu den Gedichten von Wilhelm Müller. Dieses „Drama in Bildern“ schildert die tragische Liebe eines jungen Müllergesellen, der auf seiner Wanderschaft dem Lauf eines Baches folgt und zu einer Mühle gelangt. Dort verliebt er sich in die Tochter des Müllers, die sich aber für seinen Nebenbuhler, den besser gestellten Jäger entscheidet. Verzweifelt ertränkt sich der unglücklich Verliebte in dem Bach, der ihm im letzten Lied des Zyklus ein Wiegenlied singt: „Wanderer, du müder, da bist du zu Haus“. Es ist eines jener Schubert-Lieder, die Thomas Mann einmal als „holde Heimwehlieder“ bezeichnet hat.


Erst kürzlich hat sich Gastchoreograf Samir Calixto mit der WINTERREISE von Schubert auseinandergesetzt. Der Auftrag, für die Dance Company Theater Osnabrück ein Stück über „Heimat“ zu choreografieren, veranlasste ihn, sich weiter in die musikalische Welt Schuberts zu vertiefen und den Zyklus DIE SCHÖNE MÜLLERIN zu versinnbildlichen. Es geht ihm nicht um eine konkrete Übersetzung des „Dramas“ in Tanz, sondern um die emotionalen Zustände und Stimmungen, die sich in den einzelnen Liedern und im gesamten Liederzyklus ausdrücken. In seiner choreografischen Interpretation versetzt die Musik sowohl Tänzer*innen als auch Zuschauer*innen in einen Raum von Erinnerungen. Erinnerung verbindet sich, durch die Musik Schuberts, aufs Engste mit der Idee und dem Wunsch nach „Heimat“– keinen realen Ort von Heimat sondern Anspielungen an einen Ort, der ephemer, unberührbar, unerreichbar und nur durch Chimären aus längst vergangenen Zeiten zugänglich ist.


Der Brasilianer Samir Calixto (*1978) studierte Schauspiel, Tanz und Musik an der Universität und am Städtischen Konservatorium von São Paulo. 2004 kam er nach Europa und widmete sich seiner Karriere als Tänzer und Choreograf. Am Korzo Theater in Den Haag brachte er seine ersten Stücke heraus.


Premiere: 22. April 2018, 19.30 Uhr, emma-theater


Fotos: Jörg Landsberg

BESETZUNG

PRESSESTIMMEN

„Calixto überrascht mit einer enorm vitalen Bewegungssprache der Extreme und der Gegensätze. […] Doch auch die Dance Company übertrifft sich an brennender Ausdrucksintensität und individueller Präsenz in jedem Augenblick großartig.“ Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 24.4.2018

„[Calixto lässt] die Müllerin als reife Frau Rückschau halten auf die so unglücklich endende Episode in ihrer Jugend. Parallel dazu umtanzen die fünf Damen und fünf Herren der Dance Company Osnabrück sie barfuß und in weißer Kleidung wie eine Gruppe verspielter Teenager auf der Suche nach Liebeslust und Eigenständigkeit – oft federleicht wie vorbeihuschende Schmetterlinge […] – meist hastig und wie gehetzt von den Hunden des Jägers, sodass atemloses Keuchen („Kehr um!“) den Raum füllt.“ Marieluise Jeitschko, tanznetz.de, 24.4.2018

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