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Franz Schubert: eine Charakterskizze

Um es offen zu bekennen: dieser Franz Schubert liegt uns besonders nah und besonders innig am Herzen. Warum? Weil er einerseits süße, heitere, charmante und galante Musik geschrieben hat, welche direkt in den Himmel führt. Weil sein kurzes und armseliges Leben so gar nichts hatte von dieser Süße und dieser Heiterkeit. Weil er uns von diesem quälenden Widerspruch kaum berichtet. Und wenn doch einmal, dann tun sich in mancher seiner Musik finstere und schauerliche Abgründe auf.


Es ist, als hätte Franz Schubert alles getan, um mit seiner wunderschönen Musik abzulenken von seiner wenig schönen Existenz. Als würde seine Musik beharrlich sein beklagenswertes Schicksal verleugnen. Eben deswegen liegt er uns am Herzen … weil er, der kaum beschenkt wurde, so viel zu verschenken hatte: musikalische Preziosen in verschwenderische Fülle und Schönheit.


Doch manchmal, zum Beispiel in der letzten A-Dur-Sonate D 958, legt auch die Musik Zeugnis ab von Schuberts großer Verzweiflung an seinem Leben, das ihm einfach nicht gelingen wollte.


Tatiana Prushiskaya, Klavier


Montag, 30. April 2018 / 19:23 Uhr / Steigenberger Hotel Remarque

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