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KÖNIG LEAR

William Shakespeare

Deutsch von Frank Günther


Ein Reich zerfällt und ein Neuanfang ist nicht in Sicht. Denn es ist die Kälte, die den Platz einnimmt, den Lear voreilig verlassen hat. Er glaubte sich durch eine einfache Prüfung ein Altern in Würde und Ehre zu sichern: Welche seiner drei Töchter liebt ihn am meisten? Doch genau diese Frage legt Lears eklatantes Missverständnis des menschlichen Zusammenlebens frei, auf dem seine Regierung und sein Familienleben fußten. Denn Liebe lässt sich nicht quantifizieren – was messbar ist, was sich auszuzeichnen sucht, wie die Bekundungen seiner beiden ältesten Töchter Goneril und Regan, ist nur äußerlich, ist nur Heuchelei. Nur seine jüngste Tochter Cordelia ist ehrlich – aber liegt hier Zuneigung zum alternden Vater? Oder nicht doch eher kalte Selbstgerechtigkeit? Lear wird verstoßen, verlassen und erkennt im Moment der größten Unbehaustheit, im Sturm auf der Heide: „Gestatte der Natur nicht mehr, als die Natur auch braucht. / Ein Menschenleben ist so billig wie das eines Tiers.“ Vielleicht gibt es Hoffnung, in Gestalt von Edgar, der sich – obwohl von ihm verstoßen – liebevoll und inkognito um seinen geblendeten Vater Gloster kümmert, der ebenso hochfahrend wie Lear mit seinen Kindern verfahren ist. Doch diese Hoffnung bleibt fragil und die Zukunft bis zum Ende ungewiss: „Unter der Last der schlimmen Jahre sind wir schwer entartet, / Wir müssen lernen, was uns drückt zu sagen, nicht, was man erwartet.“ Kann bei solch einer Hypothek ein Neuanfang gelingen?


Dominique Schnizer beschließt im Schauspiel die Spielzeit 2018/19 mit Shakespeares berühmtem Endspiel. Nach NATHAN DER WEISE und MEDEA² befragt er wieder einen der ganz großen Klassiker auf seine Aktualität in einem Jahr, in dem sich das Ende des Ersten Weltkriegs, der Zerfall einer alten und die schwierige Geburt einer neuen Ordnung in der Revolution von 1918 zum 100. Mal jährt.


30 Minuten vor jeder Vorstellung findet eine Einführung im Oberen Foyer statt.

TERMINE & KARTEN

18.05.2019

Sa. | 19:30 Uhr

22.05.2019

Mi. | 19:30 Uhr

28.05.2019

Di. | 19:30 Uhr

29.05.2019

Mi. | 19:30 Uhr

04.06.2019

Di. | 19:30 Uhr

07.06.2019

Fr. | 19:30 Uhr

08.06.2019

Sa. | 19:30 Uhr

14.06.2019

Fr. | 19:30 Uhr

25.06.2019

Di. | 19:30 Uhr

27.06.2019

Do. | 19:30 Uhr

30.06.2019

So. | 15:00 Uhr

BESETZUNG

Inszenierung Dominique Schnizer
Bühne, Kostüme Christin Treunert
Dramaturgie Karin Nissen-Rizvani 

König Lear Ronald Funke
Goneril Christina Dom
Regan Denise Matthey
Cordelia Juliane Böttger
Gloucester Cornelia Kempers
Edmund, der Bastard Andreas Möckel
Edgar, Gloucesters Sohn Mick Riesbeck
Kent Stefan Haschke
Der Narr 
Johannes Bussler
Der alte Mann Klaus Fischer

Statisterie des Theaters Osnabrück

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