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NÄHE

Uraufführung / Mario Wurmitzer

„Früher war die Zukunft für uns noch größer als heute. Wir haben uns gefreut auf das, was noch kommt. Naja. Da kam nicht genug.“ Lisa, die Protagonistin von NÄHE, verkörpert dieses Gefühl, das eine ganze Generation betrifft, par excellence. Sie ist in ihr Heimatdorf zurückgekehrt, das sie direkt nach der Schule mit dem Gefühl verlassen hatte, hier etwas zu verpassen. Konkreter Anlass für Lisas Rückkehr ist der Schlaganfall ihres Vaters Heinz. Vielleicht ist dies die letzte Chance für sie, die Distanz zwischen ihnen zu überwinden und zum ersten Mal das herzustellen, was das Stück so prominent im Titel trägt, eben weil es allen Figuren daran mangelt: Nähe. Doch Lisa und Heinz scheinen heillos in ihrer inneren Leere gefangen zu sein. Da bedarf es des Besuchs diverser Wiedergänger aus ihrem Leben, um sie zueinander finden zu lassen. 


Der österreichische Autor Mario Wurmitzer, Jahrgang 1992, hat mit seiner Tragikomödie NÄHE den Osnabrücker Dramatikerpreis 2017 gewonnen. 2010 erschien sein Jugendbuch SECHZEHN, im Frühjahr 2018 wird sein Roman IM INNEREN DES KLAVIERS publiziert. Seine Texte wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin.


Ron Zimmering (geboren 1984) wird bei der Uraufführung von NÄHE Regie führen. Schon zuvor hat er am Theater Osnabrück mit seinen Inszenierungen von DER FINSTERE PLAN DER VINTILA RADELESCU, TERROR und BANDSCHEIBENVORFALL ein besonderes Gespür für zeitgenössische Dramatik bewiesen.


Ein Förderprojekt des Theaterverein Osnabrück.


Die Vorstellung dauert ca. 1 Stunde, 30 Minuten  keine Pause.

TERMINE & KARTEN

22.03.2019

Fr. | 19:30 Uhr

28.04.2019

So. | 19:30 Uhr

BESETZUNG

Inszenierung Ron Zimmering
Bühne Ute Radler
Kostüme Benjamin Burgunder
Dramaturgie Jens Peters

Heinz Ronald Funke
Lisa Denise Matthey
Die Freundin, die schon tot ist, Die Postbotin Hannah Walther 
Die ehemalige Schuldirektorin Maierhold, Eine Frau, der es reicht, 1. Mitglied des Musikvereins Cornelia Kempers
Der Pilot, der nicht mehr so geliebt wird wie früher, Der Bürgermeister, 2. Mitglied des Musikvereins Mick Riesbeck
Der Therapeut, Mann, der sich zweimal in den selben Abgrund stürzte, Der ehemalige Obmann des Musikvereins Dietmar Pröll

PRESSESTIMMEN

„Der 26-jährige Österreicher [Mario Wurmitzer] thematisiert darin so respekt- wie humorvoll innere Leere, äußere Einsamkeit sowie die Tabuisierung des Todes. [...] Was dank der beiden formidablen Hauptdarsteller so gar nicht kitschig, sondern anrührend funktioniert. [...] So erweist sich ‚Nähe' als ein ganz fein Komik und Tragik ausbalancierendes Drama der Vorurteile, unreflektierten Hoffnungen und schlecht verheilten Wunden in sozial unterkühlten Lebensräumen." Jens Fischer, Theater der Zeit, Februar 2019

„Subtile Körperkomik und eine überraschend rührende Version eines Tom-Waits-Songs: Das Theater Osnabrück überzeugt mit ‚Nähe' von Mario Wurmitzer. Inhaltlich […] liefert der 26-Jährige eine erfreulich kohärente und in ein durchaus überzeugend optimistisches Ende mündende Erzählung. Es wäre weder überraschend noch unverdient, wenn seine Arbeiten bald an einem größeren Haus inszeniert würden.“ – Alexander Menden, Süddeutsche Zeitung, 28.12.2018

„Mario Wurmitzers eher leisen Tragikomödie ‚Nähe‘ hat Regisseur Ron Zimmering mit kraftvoller und leicht skurriler Bebilderung Leben eingehaucht. […] ‚Nähe‘ trifft den Nerv unserer Zeit. Das Stück zeigt, was auf der Strecke bleibt, wenn Menschen nur noch als erbitterte Einzelkämpfer durch ihr Leben hetzen – wie Lisa. […] Ronald Funke berührt als alter Mann, der hilflos mit den Verschattungen des Alters ringt, seinen Wunsch nach Leben und Nähe aber nicht aufgegeben hat. […] Denise Matthey bellt, bolzt und beißt als Lisa verbal um sich, um Ansprüche ihrer Umwelt abzuwehren. Es macht Spaß, den Varianten ihrer Dauergereiztheit zuzuschauen. […] Ron Zimmering hat mit Verstand, Humor und kraftvollem Zugriff ein eher leises Stück ins Bühnenleben gehoben – nachspielen lohnt sich.“ – Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 14.12.2018

„Bizarr und skurril, komödiantisch und bewegend: […] die vielleicht beste Inszenierung der Spielzeit. […] Das hat Biss, und das hat Sensibilität. Das hat Brüche zwischen Ernst und Komödiantik. […] Ronald Funke ist als Heinz beklemmend stark. Ebenso stark wie Denise Matthey als Lisa. Ebenso stark wie Dietmar Pröll als Therapeut und Krieger. Wie Hannah Walther als Tote. Alle sind hier stark. Spielfreudig und konzentriert, leidenschaftlich und präzise.“ – Harff-Peter Schönherr, taz, 18.12.2018

„Das Stück des jungen Österreichers Mario Wurmitzer ist eine Entdeckung. […] Solange junge Menschen wie der 26-jährige Wurmitzer solche unaufgeregten, aber sinnreichen Stücke schreiben und Regisseure wie der 1984 geborene Ron Zimmering […] Vorlagen derart pointieren, muss einem um die Zukunft des Theaters nicht bange sein. […] ‚Nähe‘ wird seinen Weg machen […] – die Osnabrücker Uraufführung hat ein Ausrufezeichen gesetzt.“ – Werner Hülsmann, Osnabrücker Nachrichten, 19.12.2018

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