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GUERCOEUR

Deutsche Erstaufführung / Albéric Magnard

Libretto vom Komponisten/ In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln


Eine Vielzahl selten gespielter Opern jenseits des Kernrepertoires harrt noch ihrer Wiederentdeckung, da zahlreiche Komponisten aus verschiedensten Gründen in Vergessenheit geraten sind. Dazu zählt auch Albéric Magnard, dessen Werke zu Lebzeiten noch regelmäßig gespielt wurden, wenngleich er in seiner französischen Heimat auch nicht unumstritten war. Tragische Umstände verhinderten eine größere Verbreitung seiner Werke: Als Magnard 1914 sein Haus gegen deutsche Soldaten verteidigen wollte, wurde er erschossen und das Haus, in dem sich viele seiner Kompositionen befanden, in Brand gesetzt. Unter den verbrannten Noten befanden sich auch zwei Akte seiner Oper GUERCŒUR.


Zu Beginn der Oper ist der gleichnamige Titelheld bereits tot. Im Jenseits bittet er aber darum, wieder auf die Erde gelassen zu werden. Der Wunsch wird ihm gewährt, doch in seiner ehemaligen Welt haben sich einige Dinge verändert: Seine Frau hat einen neuen Geliebten und die Korruption blüht. Als sich Guercœur auflehnt und die Zustände ändern will, wird er abermals getötet – diesmal von seinen eigenen Leuten. Desillusioniert kehrt er ins Jenseits zurück. Es ist Magnards Komponistenkollegen Ropartz zu verdanken, dass GUERCŒUR dem Publikum noch immer zugänglich ist. Er rekonstruierte die verlorenen Akte und setzte das Stück 1931 in Paris wieder auf den Spielplan. Die Musik, die in ihrer Ästhetik stark an die deutsche Spätromantik erinnert, beeindruckt über 100 Jahre nach ihrer Entstehung und nach dem Tod ihres Schöpfers.


Regisseur Dirk Schmeding ist erstmals zu Gast am Theater Osnabrück. Die von ihm inszenierte Oper KOMA von Georg Friedrich Haas brachte ihm eine Nominierung für die ‚Beste Regie‘ in der Umfrage des Magazins Opernwelt ein.

Die Inszenierung der Oper ist die erste szenische Aufführung seit der Uraufführung im Jahr 1931 in Paris und zugleich die deutsche Erstaufführung.

Deutschlandfunk Kultur zeichnet die Premiere auf und sendet sie am 22. Juni 2019 um 19.05 Uhr bundesweit. Sie empfangen Deutschlandfunk Kultur in Osnabrück auf UKW 101,1 sowie DAB+, Satellit, online oder per App.


30 Minuten vor jeder Vorstellung findet eine Einführung im Oberen Foyer statt.


Die Vorstellung dauert ca. 3 Stunden und 10 Minuten – eine Pause nach dem ersten Akt.


Fotos: Jörg Landsberg

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TERMINE & KARTEN

23.06.2019

So. | 19:30 Uhr

26.06.2019

Mi. | 19:30 Uhr

02.07.2019

Di. | 19:30 Uhr

05.07.2019

Fr. | 19:30 Uhr

BESETZUNG

Musikalische Leitung Andreas Hotz
Inszenierung Dirk Schmeding
Bühne Martina Segna
Kostüme Frank Lichtenberg
Video Roman Kuskowski
Choreinstudierung Sierd Quarré
Dramaturgie Christoph Lang

Vérité Lina Liu
Bonté, L’ombre d’une femme Katarina Morfa
Beauté, L’ombre d’une vierge Erika Simons
Souffrance Nana Dzidziguri
L’ombre d’un poète Daniel Wagner
Guercœur Rhys Jenkins
Heurtal Costa Latsos
Giselle Susann Vent-Wunderlich

Opernchor und Extrachor des Theaters Osnabrück
Osnabrücker Symphonieorchester
Statisterie des Theater Osnabrück

 

PRESSESTIMMEN

„Dirk Schmeding kann man nicht hoch genug dafür loben. […] Großartig! […] Das Orchester hinreißend konzentriert. […] Wirklich ein beglückender Opernabend mit einem Stück, das man nun tatsächlich seit 80 Jahren nicht sehen konnte. […] Die Osnabrücker haben sich rangetraut und auf ganzer Linie gesiegt.“ – Uwe Friedrich, Deutschlandfunk Kultur, 15.6.2019

„Absolut luxuriös ist die Besetzung der himmlischen Tugenden. [Sie] haben solch hinreißende Stimmen, dass jedes Opernhaus Osnabrück um diese Sängerinnen beneiden muss. Aber was Sopranistin Lina Liu als Wahrheit am Ende aufbietet mit ihrer Klarheit, Reinheit, Kraft und Wärme, das ist kaum zu fassen! […] Dazu kommen die hochintelligente, geschmackvolle szenische Umsetzung durch die Regie von Dirk Schmeding, die Bühne von Martina Segna, die Kostüme von Frank Lichtenberg und die originellen, hochmusikalischen Videos von Roman Kuskowski. […] Ein denkwürdiges Ereignis.“ – Jan Brachmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.6.2019

„Das Theater Osnabrück wächst mit der wiederentdeckten Oper ‚Guercœur‘ über sich hinaus. […] Selten entfaltet Oper einen derart suggestiven Sog; selten fügen sich Musik und Regie so perfekt ineinander. Das sind die Momente, die sich unauslöschlich in die Erinnerung einbrennen. […] Held des Abends ist ohne Frage Rhys Jenkins: Der Bariton scheint als Titelheld Guercœur über unerschöpfliche Reserven zu verfügen, singt die riesige Partie mit kraftvoller, klarer Stimme und überzeugt auch darstellerisch. […] So leistet das Theater Osnabrück an diesem Abend wunderbare Entdeckerarbeit.“ – Ralf Döring, Neue Osnabrücker Zeitung, 17.6.2019

„Die Ausgrabung des verschüttet gegangenen Werkes ist auf ganzer Linie gelungen. […] Musikalisch kommt dieses Werk wie eine Art französische Wagner daher, Magnard suhlt sich in den reichen, höchst romantischen Melodien. […] Präsent und kraftvoll gestaltet Rhys Jenkins die Titelfigur, singt nuanciert, leidet und kämpft so packend, dass es einen noch in der letzten Reihe rührt. […] Das Publikum ist zu Recht begeistert, feiert anhaltend alle Beteiligten. […] Respekt gebührt dem Theater für seinen Mut und höchste Anerkennung dem Produktionsteam, dem hervorragenden Ensemble und den engagierten Gästen, die diesen Schatz ans Licht gezerrt haben.“ – Jochen Rüth, Der Opernfreund, 16.6.2019

„In der Aktualität ihrer Aussage und musikalischen Qualität ist ‚Guercœur‘ unbedingt eine Entdeckung. […] Die schnörkellos klare Regie Dirk Schmedings holt Guercœurs Leben und Sterben zwanglos in die Gegenwart. Vor allem die Frauenrollen beeindrucken. [...] Das Osnabrücker Symphonieorchester folgt dem empfindsamen Dirigat von Andreas Hotz in die vielen Facetten der Partitur zwischen himmlischem Sphärenklang und einer breiten Palette irdischer Gemütsausdrücke. Die szenisch wie musikalisch fesselnde Oper riss das Premierenpublikum […] zu langen, stehend dargebrachten Beifallsstürmen für alle Beteiligten hin.“ – Hanns Butterhof, Westfälische Nachrichten, 18.6.2019

„Eine kosmisch-geniale Inszenierung, deren galaktische Energie sich in die Herzen des jubelnden Premierenpublikums brannte! […] Gewagt und gewonnen! […] Was soll man loben? Alles. Einfach beglückend, was da zwischen Himmel und Erde passiert! Mut zu ganz großen Bildern – das muss man Schmeding und seinem Produktionsteam attestieren. ‚Guercoeur‘ mit seiner wunderbaren Musik wurde zum  Strahlen gebracht – das Osnabrücker Symphonieorchester spielte nuanciert zwischen düsterer Romantik und fiebriger Allegorie. […] ‚Guercoeur‘ in Osnabrück – so lebendig wie nie! Fazit: Muss man einfach gesehen haben!“ – Werner Hülsmann, Osnabrücker Nachrichten, 19.6.2019

„Die Oper Guercoeur […] ist ein Gesamtkunstwerk aus  spirituellem Mysterium, großer Choroper, Oratorium, allegorischem Spiel und philosophischer Abhandlung, eingebettet in eine ausufernde, üppige Musik. […] Es ist eine ungemein atmosphärische Visualisierung von Unendlichkeit und dem Motiv, das sich durch die Oper zieht: Zeit und Raum existieren nicht. […] Rhys Jenkins als Guercoeur, Susann Vent-Wunderlich als Giselle und vor allem Lina Liu als Vérité […] bilden die Spitze des formidablen Ensembles, das hingebungsvoll die Intentionen des Regisseurs umsetzt und gleichzeitig alle musikalischen Ansprüche erfüllt. […] Opernfans sollten nicht versäumen, sich nach Osnabrück aufzumachen.“ – Karin Coper, O-Ton, 19.6.2019

„Die spätromantische Musik Magnards ist eine Entdeckung. […] Wunderbar die Charakterisierung der beiden Sphären, die Chorpartien, die im Theater Osnabrück mal entrückt aus weiter Ferne, mal streitend und kämpfend coram publico zu erleben sind. Wunderbar auch die ausgedehnten, symphonisch-programmatischen Zwischenspiele, die das Osnabrücker Sinfonieorchester unter der Leitung von Andreas Hotz ausdrucksstark darbietet. Dazu präsentiert Osnabrück ein musikalisch überzeugendes Gesangssolistenensemble. Allen voran Susann Vent-Wunderlich, die die widersprüchliche Haltung Giselles im zweiten Akt klangvoll und anrührend vor Augen führt sowie Lina Liu in ihrem weihevoll fließenden Monolog im dritten Akt.“ – Ursula Decker-Bönniger, Online Musik Magazin, 20.6.2019

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