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ROSA UND KARL

Eine Geschichte zwischen Himmel und Hölle

Nach Alfred Döblins NOVEMBER 1918 / In einer Fassung von Sophia Barthelmes

November 1918. Der Erste Weltkrieg ist beendet, doch wie bekommt man den Krieg aus den Menschen heraus? Während sich die Revolution von Kiel aus über ganz Deutschland ausbreitet, sitzt Rosa Luxemburg im Gefängnis in Breslau und disputiert mit Satan höchstpersönlich über Himmel, Hölle und das Böse in der Welt. Der Student und Kriegsveteran Friedrich Becker fragt nach dem Recht der Toten gegenüber den Lebenden und droht an seiner Schuld zu zerbrechen. Die revolutionäre Arbeiterin Minna kämpft einen zum Scheitern verurteilten Kampf, weil sie keine Wahl hat. Karl Liebknecht liest Miltons PARADISE LOST. Ist der Mensch überhaupt fähig, ein neues Paradies zu schaffen oder ist das Böse der Preis der menschlichen Freiheit?


Zwischen 1937 und 1943 im französischen und amerikanischen Exil verfasst, beschreibt Döblins Werk die Zeit von November 1918 bis Januar 1919 als deutsche Ursünde, die die Weichen für den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg stellt. Hundert Jahre später lassen Sophia Barthelmes, deren musikalisch-performative Textinstallation STAGING LOVE zu den Highlights des SPIELTRIEBE 7-Festivals gehörte, und ihr Regiepartner Ernst Wiese Döblins Protagonist*innen ihre wieder sehr gegenwärtigen Fragen stellen.


Die Vorstellung dauert ca. 1 Stunde und 20 Minuten – keine Pause.


15 Minuten vor jeder Vorstellung findet eine Einführung im Foyer des emma-theaters statt.


Fotos: Uwe Lewandowski

TERMINE & KARTEN

19.03.2019

Di. | 19:30 Uhr

20.03.2019

Mi. | 19:30 Uhr

24.03.2019

So. | 19:30 Uhr

28.03.2019

Do. | 19:30 Uhr

11.04.2019

Do. | 19:30 Uhr

26.04.2019

Fr. | 19:30 Uhr

BESETZUNG

Inszenierung  Sophia Barthelmes / Ernst Wiese
Bühne, Kostüme  Anthoula Bourna
Dramaturgie Marie Senf

Satan, Chefportier des Hotel Eden Thomas Kienast
Rosa Luxemburg Hannah Walther
Karl Liebknecht Florian Kleine
Friedrich, ein Veteran Mick Riesbeck
Minna, eine Revolutionärin Elisabeth Rieß

PRESSESTIMMEN

„Klug hat Sophia Barthelmes in ihrer Version die ethisch-religiösen Debatten des Romans ins Zentrum gestellt, […] mit dieser zeitlosen Kontroverse um Gut und Böse lässt sich der Stoff in die Gegenwart holen. […] Der Abend lohnt sich für wache Zeitgenossen, der freudige Premierenapplaus bestätigte es.“ - Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 2.2.2019

„Erst wenige Augenblicke von ‚Rosa und Karl‘ sind vergangen, und schon ist dennoch klar: Die junge Regisseurin Sophia Barthelmes wird den Schlussband der monumentalen Roman-Tetralogie ‚November 1918‘ […] mit Klugheit und Mut meistern. […] Die Radikalität, mit der Barthelmes Döblins obsessives, fast bis zur Unlesbarkeit ausuferndes Zeitgemälde zusammenstreicht, neu ordnet, collagiert, ist herausfordernd: […] Nein, hier ist keine Spartakisten-Straßenschlacht zu sehen, kein Politpathos: Wir lernen etwas über die Zerrissenheit des Menschen und der Welt.“ – Harff-Peter Schönherr, taz, 6.2.2019

„Es lohnt sich, in diesem rot schimmernden ‚Hotel Eden‘ einzuchecken und den (Un)toten der Revolution von 1918 zwischen Himmel und Hölle staunend zu begegnen. […] Der jungen und hochveranlagten Sophia Barthelmes […] gelingt es, dieses Mammutwerk kunstvoll runterzubrechen, Türen zu öffnen und mit ihrem Regiepartner Ernst Wiese den Wind der Gegenwart hereinzulassen. […] So ist ‚Rosa und Karl‘ auch ein über diesen Theaterabend hinausweisender Gewinn, sich den Menschen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu nähern. […] Revolution. Passion. Gänsehaut!“ – Werner Hülsmann, Osnabrücker Nachrichten, 6.2.2019

„Es ist ein großes Verdienst der jungen Regisseurin Sophia Barthelmes, die über 700 Seiten des Romans in knapp anderthalb Stunden Theaterstück ohne Verlust wichtigen Sinngehalts untergebracht zu haben. Resümee: Hervorragende Inszenierung, hervorragende schauspielerische Leistungen, hervorragendes Bühnenbild. […] ‚Rosa und Karl‘ – ein neuer Theaterhöhepunkt.“ – Benno Sorg, unsere zeit, 1.3.2019

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