Sie sind hier: Spielplan

Richard Wagner

Romantische Oper in drei Aufzügen, Text vom Komponisten

Richard Wagner schuf seine „romantische Oper“ Lohengrin zwischen 1845 und 1848. Und erzromantisch ist das Märchen vom Schwanenritter, der vom Gral ausgesandt wird, um eine bedrohte Jungfrau zu retten, allemal. Doch Wagner öffnet der mittelalterlichen Legende neue Dimensionen: Er fragt nach der Möglichkeit unbedingten Vertrauens, nach dem Verhältnis von Politik und privatem Glück und nach dem Spannungsverhältnis von Macht und Kunst. In solche Widersprüche war er längst selbst geraten. Nach der Teilnahme an der Revolution von 1848/49 musste er sein Amt als Dresdner Hofkapellmeister aufgeben und die Länder des Deutschen Bundes unter Lebensgefahr als politischer Flüchtling verlassen. Bald wurde Lohengrin zum beliebtesten Werk des noch lange umstrittenen Komponisten. Der Schwan, die Wundersphäre des Grals, die mittelalterliche Welt um den sächsischen König Heinrich, der die Ungarn besiegte – das ergab eine faszinierende Mischung, die Wagners geniale musikdramatische Gestaltung zu voller Wirkung brachte. Thomas Mann war Zeit seines Lebens von Wagners Lohengrin begeistert, „dessen Vorspiel vielleicht das Wunderbarste ist, was er überhaupt geschrieben hat, und den ich in seiner blau-silbernen Schönheit wohl noch immer am innigsten liebe …“ Regisseurin Yona Kim begeisterte das Osnabrücker Publikum bereits mit Aida und Die Vögel und wird nun erneut mit dem Kostümbildner Hugo Holger Schneider zusammenarbeiten. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Generalmusikdirektor Andreas Hotz.


Die Vorstellung dauert ca. 4 Stunden 30 Minuten mit zwei halbstündigen Pausen.


Für die Pausen von LOHENGRIN bietet die Theatergastronomie folgendes an:
Tomatencremesuppe mit Baguette
3 Euro


Pikant gefüllte Strudel
2,50 Euro


Zusätzlich gibt es wie gewohnt Brezeln und Frikadellen mit Senf.


Sie können für die Pausen am Abend der Vorstellung direkt an den Theken der Foyers oder vorab telefonisch unter 0541 7600-520 vorbestellen.


 


Unsere Empfehlung
Wenn Sie sich für LOHENGRIN interessieren, könnte auch ELEKTRA von Richard Strauss für Sie in Frage kommen. Als konzertante Oper ist die Produktion nur vier Mal bei uns zu erleben. Premiere ist am 21. Mai 2016.

BESETZUNG

Musikalische Leitung Andreas Hotz
Inszenierung Yona Kim
Bühne und Kostüme Margrit Flagner, Hugo Holger Schneider
Choreinstudierung Markus Lafleur
Dramaturgie Ralf Waldschmidt, Alexander Wunderlich

 

Heinrich der Vogler, deutscher König Jose Gallisa
Lohengrin Chris Lysack
Lohengrin Eric Laporte (am 3. Juni 2016)
Elsa von Brabant Lina Liu
Friedrich von Telramund, brabantischer Graf Rhys Jenkins
Ortrud, seine Gemahlin Andrea Baker
Ortrud, seine Gemahlin Rita-Lucia Schneider (am 5. Mai 2016)
Der Heerrufer des Königs Dennis Sörös
Vier brabantische Edle Daniel Wagner, Mark Hamman, Silvio Heil, Genadijus Bergorulko
Vier Edelknaben Radoslava Yordanova, Elena Soares da Cruz, Kathrin Brauer, Inga Reniger
Herzog Gottfried, Elsas Bruder Johannes Blum, Leander Kubillus/Christian Gerling

Opernchor und Extrachor des Theaters Osnabrück
Herren des coruso Opernchors
Statisterie des Theaters Osnabrück
Osnabrücker Symphonieorchester

PRESSESTIMMEN

„Lina Liu gibt mit dieser Rolle ein beachtliches Wagner-Debüt: […] Sie changiert stimmlich wie darstellerisch sensibel zwischen dem traumatisierten Mädchen und der kraftvollen Frau, bietet Bakers Ortrud Paroli, verfällt in selbstzerstörerischen Wahn und kratzt sich den Arm blutig. Mit Lohengrin im Brautgemach schlägt der stimmliche Charme eines jungen Mädchens um in Wahn und Vehemenz, mit der Elsa die verbotene Frage nach Lohengrins Herkunft stellt. […] Das nach hinten gerückte Orchester schafft akustisch Raum für die Sängerdarsteller, gerade für den Chor. Auf 63 Sängerinnen und Sänger ist der angewachsen, und Chordirektor Markus Lafleur hat gut mit ihnen gearbeitet und für Präzision, Transparenz und imposante Klangpracht gesorgt. Dem entsprechen die Solisten: José Gallisa singt einen markanten König Heinrich, Rhys Jenkins bewältigt die anspruchsvolle Partie des Friedrich von Telramund gut, Dennis Sörös ist ein wuchtiger Heerrufer. Chris Lysack kämpft bei seinem Rollendebüt als Lohengrin. Offenbar geht er die Partie mit einigem Respekt an, hält sich zunächst hörbar zurück. Denn im dritten Akt warten ja ein paar Herausforderungen: Da singt er dann auch ein berührendes Piano und entfaltet seinen hellen Tenor mit angemessener Kraft. Einen großen Abend gelingt schließlich dem Osnabrücker Symphonieorchester. Zwar konzentriert sich Generalmusikdirektor Andreas Hotz gelegentlich zu sehr auf Schönklang – die düsteren Pläne von Ortrud und Telramund etwa hätten mehr Wucht vertragen. Aber generell kommen Wagners Klangwelten überzeugend zur Geltung, vom ätherischen Jenseits der Streicher über schmeichelnde Holzbläser bis hin zur martialischen, blechbläserdominierten Wucht. Völlig zu Recht bekommt das Orchester dafür Standing Ovations, die Hotz – eine schönen Geste – seinen Musikerinnen und Musikern alleine zukommen lässt.(..) Das Theater Osnabrück aber hat gezeigt, was herauskommen kann, wenn es seine Kräfte bündelt – wenn man ihm die Kräfte lässt. Das Premierenpublikum war sich jedenfalls einig: Wagner-Oper in Osnabrück – das muss sein.“ Ralf Döring, Neue Osnabrücker Zeitung, 21.3.2016

„Nicht nur bewegen sich Elsa und Ortrud oft parallel, Lina Lius ätherisch reiner Sopran ergänzt sich mit Andrea Bakers kraftvoll erdigem Mezzo. Nach viereinhalb Stunden herrscht großer Beifall, vor allem für Andreas Hotz und das überzeugend wagnertaugliche Symphonieorchester, Andrea Baker, Lina Liu und den von Markus Lafleur einstudierten Chor.“ Hanns Butterhof, Westfälische Nachrichten, 12.4.2016

„Schon der Auftakt hat es in sich. Gastsänger Dennis Sörös gibt als der Heerrufer des Königs zwar eine Nebenrolle, verfügt dafür aber über eine der kraftvollsten und wagnerdienlichsten Stimmen des Ensembles. Mit seiner schneidenden Erscheinung in einem preußisch-militärischen Kriegsgewand eröffnet er eine Inszenierung, die auf mehreren Ebenen immer wieder  vielfältige Assoziations-Möglichkeiten und kraftvolle Bilder anbietet [...], jedoch ohne die Musik in den Hintergrund zu rücken. […] Die US-Amerikanerin Andrea Baker ist die Überraschung des Abends. Mit einem so glasklar zu verstehenden Sangesdeutsch, dass die an der Seite eingeblendeten [...] Nebentitel gar nicht nötig wären, und mit einer berückend kraftvollen Wagner-Stimme überzeugt sie vor allem im zweiten Akt. Und das nicht nur gesanglich, auch darstellerisch. Wie vollkommen kontrolliert sie die Intrigantin gibt, ist eindrucksvoll – da ist selbst ein sachtes Heben der Augenbrauen eine starke Geste. Die zweite Überraschung des Abends: Die aus dem  hiesigen Ensemble stammende Lina Liu! Sie, deren grandiose Puccini-Fähigkeiten sie in der getanzten 'Butterfly' unter Beweis stellte, schlüpft erstmals in die Rolle der Elsa von Brabant und zeigt einerseits darstellerisches Geschick und andererseits die facettenreiche Gestaltungsvielfalt ihrer Stimme (sogar noch im Piano). Chris Lysack, der in Osnabrück als Gast sein Lohengrin-Debüt gibt, kommt am Anfang etwas ruhiger rüber als man es von einem Lohengrin gewohnt wäre, holt dann aber zur 'Gralserzählung' am Ende mächtig auf. Die Osnabrücker Neuzugänge Rhys Jenkins als Telramund […] und José Gallisa als deutscher König fügen sich homogen ein in dieses angenehm gemischte Ensemble. Von seinem Leiter Markus Lafleur hervorragend einstudiert zeigt sich der mehrfach aufgestockte Chor (63 Mitglieder), der mit äußerster Präzision die vielen Auftritte dieser fast als Chor-gesteuert geltenden Oper meistert.“  Thomas Achenbach, Osnabrücker Nachrichten, 23.3.2016

„Als Lohengrins direkter Gegenspieler Friedrich von Telramund überzeugt mit sicherer, etwas harter Baritonstimme Rhys Jenkins. José Gallisa beherrscht als König Heinrich mit schönem, tragendem Bass die Szene. Lina Liu gibt der Elsa von Brabant mit weichem, klarem Sopran besonders in verhaltenen Szenen viel Ausdruck, Andrea Baker als Telramunds Gattin zeigt mit dramatischem Mezzosopran eine temperamentvolle, ausdrucksstarke Ortrud. Besondere Publikumssympathien kann sich Dennis Sörös mit hellem Bariton als Heeresrufer des Königs erwerben.“ Horst Dichanz, www.opernnetz.de, 17.4.2016

 

"Schon logistisch ist der Abend beeindruckend. [..] So gewinnt Wagners Musik eine erhöhte akustische Präsenz und Andreas Hotz am Pult nutzt die Chance. […] Was die Aufführung über die  Osnabrücker Wagner-Begeisterung zum Ereignis machte, war die Inszenierung Yona Kims. So klar und schnörkellos hat man die Handlung von Wagners aus Märchen, Mythos, Politik und Utopie eklektisch konzipiertes Weltanschauungstheater noch selten auf der Bühne erzählt gesehen. [...] Lina Liu, die sich im Laufe der Jahre zu einer intensiven Darstellerin entwickelt hat, spielt die seelisch zwischen Hysterie und Verklärung Traumatisierte mit höchster Expressivität bis zur Selbstverstümmelung […]." Uwe Schweikert, Opernwelt, Mai 2016

Mit freundlicher Unterstützung der

LUST AUF THEATER?

FOLGEN SIE UNS!