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IKI.RADIKALMENSCH

Uraufführung / Kevin Rittberger

Im Rahmen von SPIELTRIEBE 8


Die Liebe in Zeiten der Algorithmen. Was ist nochmal so großartig daran, einen Menschen zu lieben, der eigene Ansichten, Pläne und Ansprüche hat? Und könnten künstliche Intelligenzen, wenn sie lange auf uns geprägt wurden, nicht zärtliche Gefühle auslösen, sobald wir uns in ihnen wiedererkennen?


Vielleicht sind Roboter und Cyborgs ja einfach die besseren Partner, kommunikativ und überhaupt in jeder Hinsicht; freundlich, hingebungsvoll, kompetent. IKI, eine „Intime Künstliche Intelligenz“ und Peter sind ein Paar geworden. Ist das nun die Zukunft der Menschheit oder ein großes Missverständnis? Peter zumindest gefällt es, er gibt sich als liebesbedürftiger Abenteurer und heldenhafter Ex-Revolutionär. Und IKI? Wird sie die Traumfigur, die allen Erwartungen klaglos entspricht, oder entwickelt sie sich zum eigentlichen Radikalmenschen, weil Langmut und Gehorsam ihr schlicht abhanden gekommen sind? Ist eigentlich ein Wesen wie IKI sterblich oder eher Elektroschrott? Und wer gibt Garantien auf die Liebe?


Kevin Rittberger, einer der wütenden Autoren des Gegenwartstheaters, deckt mit scharfem Humor auf, welche Selbst- und Menschenbilder, welche Glücksvorstellungen und Geschlechterverhältnisse dem neuen „Radikalmenschen“ zugrunde liegen.

Regisseurin Rieke Süßkow, Absolventin der Hamburger Theaterakademie, wird sich den Texten auf ihre bildgewaltige und leidenschaftliche Art nähern und dem interessierten Publikum einen spannenden Theaterabend bieten.


Die Vorstellung dauert ca. 1 Stunde und 20 Minuten, keine Pause.


Fotos: Jörg Landsberg

TERMINE & KARTEN

22.11.2019

Fr. | 19:30 Uhr

26.11.2019

Di. | 19:30 Uhr

29.12.2019

So. | 19:30 Uhr

11.01.2020

Sa. | 19:30 Uhr

BESETZUNG

PRESSESTIMMEN

„Eine herausfordernd funktionierende Auseinandersetzung mit dem Festivalthema. Auch weil Rieke Süßkow den intellektuellen [Text] mit reichlich textilem Stoff so flauschig-ironisch wie atmosphärisch dicht inszeniert hat. Die beste ‚Spieltriebe‘-Produktion.“ –Jens Fischer, Die Deutsche Bühne, November 2019

„Eindrucksvoll hier vor allem das Bühnenbild, denn Lukas Fries schafft einen Raum, der als Gesamtorganismus zwischen belebt und unbelebt, Mensch und Maschine, Mann* und Frau* keinen Unterschied kennt. Ein rot-pink schimmernder Stoff verhängt zunächst die Wände eines Zimmers, wird dann nach und nach heruntergerissen und über den Zuschauerraum gespannt. Das wohlig weiche Liebesnest entwickelt sich so mit der Zeit zu einer bedrängenden Höhle, in der klar wird: Die Art, wie wir künstliche Intelligenzen heute denken, ist mehr ein Spiegel unserer geheimen egozentrischen Wünsche als ein futuristischer Lebensentwurf.“ – Lina Wölfel, Theater der Zeit, Oktober 2019

„Privat lebt Vogel, dessen Welt von Regisseurin Rieke Süßkow und Bühnenbildner Lukas Fries als eine Art künstlicher Gebärmutter gestaltet wird, mit einer ‚intimen künstlichen Intelligenz‘ zusammen. […] Julius Janosch Schulte spielt sie als zärtlich-distanzierte Menschmaschine, die besser weiß, was Peter will, als er selbst. […] Dass das nicht mal wie eine ausgedachte Dystopie, sondern wie die logische Konsequenz einer möglichen Zukunft wirkt, ist die Stärke der Inszenierung. Es ist mutig und verdienstvoll, dass ein kleines Haus wie das Theater Osnabrück sich Themen widmet, die sonst von Serien wie Charlie Brookers ‚Black Mirror‘ oder Filmen wie Spike Jonzes ‚Her‘ verhandelt werden.“ – Alexander Menden, Süddeutsche Zeitung, 17.9.2019

„Zusammen mit dem Bühnenbildner Lukas Fries bettet sie [Rieke Süßkow] die Bühne mit vielfach gerafftem, rot bis rosa schimmernden Stoff aus, den sie nutzt, um immer wieder neue Räume zu schaffen: plüschig-kuschelige, in denen sich Peter Streicheleinheiten von IKI abholt, ebenso wie bedrohlich verengende oder geheimnisvoll sich bewegende. Zuletzt wird das gewaltige Tuch, das die Bühne begrenzt und abdeckt, über die Zuschauer gezogen, so dass nun alle zusammen mit Peter und IKI in einer rosa Höhle sitzen, die einer Blase gleicht, aus der es kein Entkommen gibt. Eindrucksvoller kann die Zukunft der menschlichen Kommunikation kaum dargestellt werden.“ – Kai Bremer, nachtkritik.de, 6.9.2019

Deutlich macht das blitzgescheite, stark gespielte und von Rieke Süßkow inszenierte Stück: Programmierbare Roboter als Partner sind eine Sackgasse für die Menschheit, die an ihrem Narzissmus verkümmern würde.“ – Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 8.9.2019

„Diese Uraufführung hat Gesicht! „IKI.Radikalmensch“ – vielleicht das beste Stück des  ‚Spieltriebe‘-Festivals. Kurzweilig und nachhaltig zugleich. […] Kevin Rittberger […] deckt mit scharfem Humor auf, welche Selbst- und Menschenbilder, welche Glücksvorstellungen und Geschlechterverhältnisse dem neuen ‚Radikalmenschen‘ zugrunde liegen. Die junge Regisseurin Rieke Süßkow [….] hat das beherzt und bildkräftig im Emma-Theater inszeniert. Soghaft gerät man als Zuschauer mit dem Protagonisten Peter Vogel in eine belebt-unbelebte Projektionsfläche. […] Das  Stück, das perfekt in unsere Zeit der drängenden Fragen und ins Emma-Theater passt, hat es verdient, noch etwas länger […] den Spielplan zu bereichern.“ – Werner Hülsmann, Osnabrücker Nachrichten, 18.9.2019

 „Regisseurin Rieke Süßkow zeigt auf bildgewaltige und leidenschaftliche Art Selbst- und Menschenbilder, bildet Glücksvorstellungen und Geschlechterverhältnisse ab. In großen Monologen und kleineren Dialogen setzt sich Andreas Möckel in der Rolle von Peter Vogel mit seiner IKI auseinander. Letztere, hervorragend gespielt von Julius Janosch Schulte, ist eine Sexpuppe, die sich immer stärker weiterentwickelt und eine Art Eigenleben entwickelt. In den rosa Stoffbahnen lieben sich Peter und IKI, sie streiten und versöhnen sich.“ – Dominik Lapp, kulturfeder.de, 16.9.2019

„ ‚IKI.Radikalmensch‘ von Kevin Rittberger (Inszenierung: Rieke Süßkow) überzeugt nicht nur, weil es ein fantastisches Bühnenbild (Lukas Fries) aus Stoffbahnen hat. Vor allem überzeugt es, weil selbsterlernende Technik und menschlicher Narzissmus zusammen treffen.“ – Beate Bößl, IHK-Magazin, Oktober 2019

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