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NYOTAIMORI

Deutschsprachige Erstaufführung / Sarah Berthiaume

Deutsch von Frank Weigand
Im Rahmen von SPIELTRIEBE 8

Das Wort „Nyotaimori“ steht im Japanischen für die Präsentation von Sushi auf nackten Frauenkörpern. Eine Praxis, die vielfach als dekadent und frauenverachtend kritisiert wird, die sich aber bezeichnenderweise in bestimmten Kreisen reicher Unternehmer großer Beliebtheit erfreut. Die frankokanadische Autorin Sarah Berthiaume komprimiert in diesem Titel eine Vielzahl von Assoziationen rund um den modernen Turbokapitalismus. Ihr 2018 in Montréal uraufgeführtes Stück führt uns mit viel Witz und Gespür für Absurditäten die „schöne neue Welt“ der Arbeit vor. Im Zentrum steht die junge Journalistin Maude als Personifizierung der stetigen Verflüssigung der Erwerbsarbeit. Auf der einen Seite ist sie kreativ, selbstbestimmt und motiviert – auf der anderen Seite aber fühlt sie sich entfremdet, ohne Privatleben und dem ständigen Risiko des Scheiterns ausgesetzt. Bei der Recherche für ihr Dossier über Berufe der Zukunft interviewt sie unter anderem Menschen aus der Werbebranche, wird dann aber tiefer und tiefer in die totgeschwiegenen Randbereiche der Arbeitswelt gezogen, bis hin zu indischen Textil-Sweatshops. Je mehr sie eintaucht in diese Schicksale, umso skurriler wird ihr eigenes Leben. Denn was soll man sagen, wenn plötzlich all diese Menschen in der eigenen Wohnung auftauchen?


Anna Werner begann ihre Regielaufbahn als Regieassistentin am Theater Osnabrück, wo sie zuletzt auch eigene Arbeiten wie DAS GESPENST VON CANTERVILLE oder ROBIN HOOD zeigte. Seitdem inszenierte sie u. a. am Theater Lübeck. Mit NYOTAIMORI kehrt sie nun ans Theater Osnabrück zurück.


Die Vorstellung dauert ca. 1 Stunde und 30 Minuten, keine Pause.


Fotos: Jörg Landsberg

TERMINE & KARTEN

17.11.2019

So. | 19:30 Uhr

19.12.2019

Do. | 19:30 Uhr

21.12.2019

Sa. | 19:30 Uhr

BESETZUNG

Inszenierung Anna Werner
Bühne, Kostüme Margrit Flagner
Dramaturgie Jens Peters
Musik Hans Könnecke

Maude Denise Matthey
Der Kreative / Benny K. Anderson / Hiedaki Komatsu Philippe Thelen
Account Managerin / Maudes Freundin / Piya Patel Christina Dom

PRESSESTIMMEN

„Schwere Kost spielerisch leicht und sogar amüsant zu verpacken – darauf versteht sich die frankokanadische Dramatikerin Sarah Berthiaume. […] Der Schauspieler Philippe Thelen tänzelt wie die Inkarnation aller überdrehter Werbefuzzis über die Bühne – wow, große Klasse, wie er das macht. Da kann Denise Mattheys köstliche Maude […] nur befremdet staunen und den Gute-Laune-Attacken des Energiebündels ausweichen. Die Dritte im Bunde dreier starker Darsteller ist eine charismatische und exotisch gewandete Christina Dom (Bühne und Kostüme: Margrit Flagner). […] Einfallsreiche Inszenierung und gute Schauspielerführung.“ – Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 25.10.2019

„Mit Humor werden dabei die Grenzen von Raum und Zeit, von Wirklichkeit und Fiktion überschritten und unser Arbeits- und Konsumverhalten spielerisch hinterfragt. Exzellente schauspielerische Leistungen zeigen dabei Denise Matthey als Journalistin Maude, Philippe Thelen in gleich drei unterschiedlichen Rollen und Christina Dom in ebenfalls drei unterschiedlichen Rollen. Während Denise Matthey als Maude eine engagierte junge Journalistin gibt, beweisen Thelen und Dom ihre Wandlungsfähigkeit, wenn sie zwischen ihren Rollen hin und her wechseln.“ – Dominik Lapp, kulturfeder.de, 16.9.2019

„Die deutschsprachige Erstaufführung des Stück ‚Nyotaimori‘ (von Sarah Berthiaume) fand Anklang. Das lag besonders an der Präsenz der drei Darsteller, die wahrlich alle Register zogen. Denise Matthey als Maude, Philippe Thelen u. a. als der Kreative und Christina Dom als Acccount Managerin, Maudes Freundin und Priya. Viel Energie und Spielwitz! Anna Werner hat das fast wie eine Session inszeniert – es wirkt teilweise wie gesprochener und gelebter Jazz.“ – Werner Hülsmann, Osnabrücker Nachrichten, 18.9.2019

„Globalisierung, Digitalisierung, Umwelt-und Klimaschutz zwingen uns über neue Arbeitsmärkte, Arbeitsbereiche und Formen nachzudenken. […] Das Stück hält dem Zuschauer auch den Spiegel vor. Arbeit und Freizeit, sie vermischen sich zu häufig zu schnell. Eine sehr eindrucksvolle und sehenswerte Inszenierung!“– Adelheid Wessel, Radio Ostfriesland, September 2019

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