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DIE ZOFEN

Jean Genet

Deutsch von Gerhard Hock

Ein tödliches Spiel um Macht, Demütigung und Unterwerfung: Die Schwestern Claire und Solange, Angestellte der Gnädigen Frau, setzen in deren Abwesenheit die Machtstrukturen des Haushalts in Szene. Verhandelt werden die Abhängigkeit der Untergebenen von ihrer Herrin, deren Sanftmut und Güte nur Hass erzeugen, und der Hass der Schwestern aufeinander, ist doch die andere nur das Spiegelbild der eigenen Erniedrigung. Doch hat das mit sadomasochistischer Lust an Gewalt und Unterwerfung vollzogene Spiel ein reales Ziel: Es ist die Probe für den wahrhaftigen Mord an der Gnädigen Frau. Deren Rückkehr aber erhöht nur den Einsatz im Tanz der unheilvollen Verstrickungen, aus denen es nur einen Ausweg geben kann – doch wer wird am Ende das Opfer sein?


1947 uraufgeführt und trotz Protesten und Ablehnung bis heute das meistgespielte Stück des Autors, oszilliert DIE ZOFEN zwischen Tragödie und Komödie und seziert messerscharf die Strukturen menschlicher Machtverhältnisse. Das Leben offenbart sich hier als ein einziges sadomasochistisches Spiel, in dem es nur Unterdrücker*innen und Unterdrückte, Täter*innen und Opfer gibt – oder beides zugleich. Identität zeigt sich hier immer schon als Konstruktion: „Durch mich, nur durch mich existiert das Dienstmädchen. Durch mein Geschrei und durch meine Gesten. Eine Handbewegung von mir, und du würdest aufhören zu existieren.“


In Osnabrück spielen drei Schauspielerinnen das ebenso lustvolle wie abgründige Vexierspiel um (Geschlechter-)Rollen, Herrinnen und Zofen, bei dem der Schein den tödlichen Ernst erst enthüllt.


Regie führt Felicitas Braun, deren so lustvoll-verspielte wie hochpolitische Inszenierung von Jelineks AM KÖNIGSWEG das Publikum in der letzten Spielzeit begeisterte.


Die Vorstellung dauert ca. 1 Stunde und 15 Minuten, keine Pause.


Fotos: Uwe Lewandowski


TERMINE & KARTEN

04.03.2020

Mi. | 19:30 Uhr

06.03.2020

Fr. | 19:30 Uhr

11.03.2020

Mi. | 19:30 Uhr

31.03.2020

Di. | 19:30 Uhr

BESETZUNG

Inszenierung Felicitas Braun
Bühne Timo von Kriegstein
Kostüme Aleksandra Kica
Dramaturgie Marie Senf

Claire Katharina Kessler
Solange Monika Vivell
Gnädige Frau Denise Matthey

PRESSESTIMMEN

„ ‚Die Zofen‘ analysiert erschreckend aktuell die Macht sozialer Hierarchien. Das Premierenpublikum […] dankte mit nachdrücklichem Applaus drei starken Schauspielerinnen und Regisseurin Felicitas Braun. […] Umwerfender Auftritt. Die Macht tritt strahlend, umwerfend schön und erotisch-verführerisch in Gestalt der ‚gnädigen Frau‘ auf. […] Schauspielerin Denise Matthey macht das in einer Wolke von blauer Reifrockrobe großartig, als echte Königin der Nacht und Macht: Derart theatralisch und hemmungslos narzisstisch war sie in Osnabrück noch nie zu erleben. […] Eindrucksvoll, wie Monika Vivell als Solange und Katharina Kessler als Claire das Hin und Her zwischen Klassen-Loyalität und beginnender Machtgier spielen.“– Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 25.1.2010

„Genets abgründiges Stück ‚Die Zofen‘ erblüht in der erneut fantasievollen Regie von Felicitas Braun und dem in jeder Sequenz atemberaubenden Spiel von Katharina Kessler, Monika Vivell und Denise Matthey. Eine Multiplizierung des Rollenspiels und der Sehnsüchte! […] Die Schwestern Claire (starkes Spiel: Katharina Kessler) und Solange (wie immer präsent und nachdrücklich: Monika Vivell), Angestellte der Gnädigen Frau (mit unbeschreiblich majestätischen Aufritt in ausladender Reifrockrobe: Denise Matthey), setzen in deren Abwesenheit die Machtstrukturen des Haushalts lustvoll in Szene. […] Das Geschehen sorgt bei allem Ernst auch für Humor. Das Stück passt in die heutige Zeit mit all den Blendern und Verführern, wo Prestige, Macht und Abseits so eng beieinander liegen.“ – Werner Hülsmann, Osnabrücker Nachrichten, 2.2.2020

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