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DIE OSNABRÜCK-BÜCHER

Uraufführung / Hélène Cixous

Deutsch von Esther von der Osten und Claudia Simma


Hélène Cixous: Feministin, Theaterfrau (als Autorin und Dramaturgin von Ariane Mnouchkines legendärem Théâtre du Soleil) und eine der wichtigsten zeitgenössischen Intellektuellen in Frankreich, geboren in Oran, Algerien. Wie kommt es, dass so eine Autorin mit Werken wie OSNABRÜCK, OSNABRÜCK HAUPTBAHNHOF NACH JERUSALEM und BENJAMIN NACH MONTAIGNE mehrere Bücher über Osnabrück verfasst hat? Die Antwort ist eine Geschichte einer komplexen Auseinandersetzung mit Erinnerung und dem eigenen Schreiben. Denn Cixous ist mit den Geschichten ihrer Mutter groß geworden, die als Eva Klein in Osnabrück aufwuchs, bis sie die Stadt 1930 verließ. Nach den Gräueln des Holocaust wollte die Mutter nie wieder nach Osnabrück zurückkehren, doch Anfang der 90er Jahre stimmte sie eine Einladung der Stadtverwaltung um. Es beginnt eine Auseinandersetzung mit einer Vergangenheit von Vertreibung, vielschichtigen Identitäten und Mehrsprachigkeit, die bis heute anhält.


Das Theater Osnabrück macht nun diese Vielstimmigkeit in einer eigenen Bühnenfassung hörbar. So wird der kritische Blick auf eine Stadt eröffnet, die zugleich Heimat und Ausland ist und Osnabrück wird in einer sehr viel größeren Welt verortet, die von Paris bis nach Oran reicht: „Vor langer Zeit bereits ist dieses Buch aufgebrochen, Monate, Straßen, lang wie Nächte in fremden Ländern, ohne Züge, Städte in allen Größen, seit ein oder zwei Jahren durchwandert es das Mysterium der Zeiten auf den vier Kontinenten, die die Geschichte meiner Mutter tragen und sie gleichermaßen interessieren.“ Hélène Cixous, OSNABRÜCK


Felicitas Braun, die sich schon länger mit Cixous’ „écriture féminine“ (dem weiblichen Schreiben) beschäftigt und bereits in Jelineks AM KÖNIGSWEG die weiblichen Stimmen ins Zentrum gestellt hat, inszeniert nun auch DIE OSNABRÜCK-BÜCHER.


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