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Digitales Theater

DAS NARRENSCHIFF

Ein Filmessay nach dem Roman von Katherine Anne Porter

Deutsch von Susanna Rademacher


Ein Ozeandampfer kann die ganze Gesellschaft auf engstem Raum vereinen. Arm und Reich sind nur wenige Decks voneinander entfernt und leben doch weiterhin in getrennten Welten. Der Roman DAS NARRENSCHIFF der Amerikanerin Katherine Anne Porter, begonnen in den 40er Jahren und veröffentlicht 1963, blättert ein solches gesellschaftliches Figurenpanorama mitsamt seinen Spannungen und Konflikten auf. Da gibt es deutschen Verleger Rieber (augenscheinlich ein harmloser Lebemann, der sich dann als Vertreter eines perfiden Sozialdarwinismus entlarvt, wie er auch in der Corona-Krise sein hässliches Haupt wieder erhoben hat), die eine spanische Gräfin, nur bekannt als „La Condesa“ auf dem Weg ins politische Exil, oder die mit einem erfolglosen Maler liierte junge und selbstbestimmte Jenny. In der Enge des Schiffes kommen während der 27 Tage zwischen Vera Cruz und Bremerhaven Leidenschaften, Vorurteile sowie politische Ressentiments zum Vorschein, die die an Bord versammelten Menschen lieber für sich behalten hätten. Und sie sind – mehr vielleicht als im Leben an Land – dazu gezwungen, sich mit den daraus resultierenden Konflikten auch auseinanderzusetzen: Ausweichen, Ignorieren ist hier keine Option mehr. Die Lehre des Mikrokosmos Schiff zeigt: Es gibt nur diese Mitmenschen – mit ihnen müssen wir zusammenleben.


Zum Ende der Intendanz von Ralf Waldschmidt inszeniert Schauspieldirektor Dominique Schnizer DAS NARRENSCHIFF als Filmessay, der auch einen Blick hinter die Kulissen auf das Entstehen einer Theaterproduktion wirft. Ein letztes Mal noch ist das gesamte Schauspielensemble zu sehen, ob in den Figuren des Stücks oder in Interviews. Dann schon bald hat zumindest dieses „Schiff voller Narren“ seinen Heimathafen erreicht …


Der Premieren-Stream von DAS NARRENSCHIFF wird am 22. Juni um 19.30 Uhr hier auf der Theater-Website und auf YouTube zu sehen sein.
Ein Kartenkauf vorab ist nicht notwendig. Der Stream ist kostenlos – um Spenden wird gebeten.
Im Anschluss wird die Aufzeichnung kostenlos als Video on demand zur Verfügung stehen.


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BESETZUNG

Inszenierung Dominique Schnizer
Bühne, Kostüme Christin Treunert
Musik Ernst Bechert
Dramaturgie Jens Peters
Licht Julian Rickert
Kamera Nicolai Alexander Michalek, Charlotte Haferkamp
Schnitt Dominique Schnizer, Celina Rabanus

Dr. Schumann Oliver Meskendahl
La Condesa Monika Vivell
David Scott Mick Riesbeck
Jenny Brown Katharina Kessler
Wilhelmine Freytag Denise Matthey
Julius Löwenthal Ronald Funke
Siegfried Rieber Stefan Haschke
Willibald Graf Klaus Fischer
Johann Graf Lukas Metzinger
Junger Offizier Patrick Bredow
Frau Rittersdorf Cornelia Kempers

In Interviews außerdem noch: Juliane Böttger, Johannes Bussler, Christina Dom, Hannah Hupfauer, Thomas Kienast, Magdalena Kosch, Andreas Möckel, Viet Anh Alexander Tran, Hannah Walther

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