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6. SINFONIEKONZERT - 20/21

FEMMES FATALES

Mélanie Bonis „Salome“ aus TROIS FEMMES DE LÉGENDE
Florent Schmitt LA TRAGÉDIE DE SALOMÉ
Igor Strawinsky LE SACRE DU PRINTEMPS


Die Uraufführung der Oper SALOME von Richard Strauss 1905 in Dresden geriet zu einem wahren Skandal. Noch Jahre danach galt das Stück über die Begierden der gleichnamigen Prinzessin als nicht aufführbar. Mittlerweile gehört SALOME zu den modernen Klassikern und ist aus dem Repertoire nicht wegzudenken. Doch nicht nur Strauss hat sich mit dem Salome-Stoff auseinandergesetzt. Mélanie Bonis setzte sich gegen viele patriarchale Widerstände um 1900 im Pariser Musikleben durch und wurde zu einer der ersten hauptberuflichen Komponistinnen. Von ihrer Faszination für starke Frauengestalten aus der Literatur zeugen ihre TROIS FEMMES DE LÉGENDE, eine Reihe, in der sie neben Ophelia und Kleopatra auch Salome ein klingendes Denkmal setzt.


Ebenfalls aus Frankreich stammt Florent Schmitt, ein Individualist, dessen Musik zwischen Romantik und Impressionismus changiert. Sein Ballett LA TRAGÉDIE DE SALOMÉ entstand kurz nach der Oper von Strauss und weist starke klangliche Parallelen zu ihr auf. Später extrahierte Schmitt aus dem Ballett eine Orchestersuite.


Auch in Strawinskys LE SACRE DU PRINTEMPS steht eine Frau im Mittelpunkt. Wie Salome wird auch sie zum Schluss des Handlungsballetts getötet, doch unter völlig anderen Vorzeichen als diese. Der deutsche Titel DAS FRÜHLINGSOPFER verrät es bereits: Eine Jungfrau wird in heidnischer Zeit den Göttern geopfert. Das archaische Ritual wird von Strawinsky plastisch in Musik gesetzt, deren rhythmischer Komplexität man sich bis heute kaum entziehen kann.


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BESETZUNG

Dirigent Andreas Hotz
Mit Damen des Opernchores des Theaters Osnabrück

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