Emilia Tregnaghi

Schieb' den Schlaf nicht auf!

Freitag, 21. Juni 2019, 17:12 Uhr

Moritz und Johannes, die zusammen BR*OTHER ISSUES bilden, gehen von Fakten und Zahlen aus und konzentrieren sich in ihrem neuen Stück DAYDREAMS AND NIGTHSCREAMS: 10 STEPS TO SUCCEED IN SLEEP auf die Lösung eines der häufigsten Probleme des 21. Jahrhunderts: den Umgang mit Schlaflosigkeit. Die beiden Protagonisten schlüpfen in die Rolle zweier Wissenschaftler, die ihr Labor für das Publikum öffnen – besonders für all jene unter ihnen, die unter Schlafstörungen leiden und nach Antworten und Lösungen suchen. Ihre Vorgehensweise: Humor, Satire und Interaktion mit ihren „Patient*innen“. Wie der Titel des Stückes schon ankündigt, werden zehn Schritte für einen erfolgreichen Schlaf genannt, nachdem zunächst durch Fakten und Geschichten aus dem Leben der Protagonisten gezeigt wurde, dass Schlaflosigkeit zu hundert Prozent bekämpfbar ist. 

Das Stück findet im Gut Leye statt, einem sehr alten Osnabrücker Ort. Dessen unverputzte Wände, die dem ‚Labor’ der beiden Wissenschaftler als Rahmen dienen, vermitteln das Gefühl, in einem Traum zu sein. Diese ,inszenierte Klinik‘, die mitten in der Natur gelegen ist, erweist sich als ein effizientes, außergewöhnliches Therapiezentrum.

Schnell wird deutlich, dass eines der zentralen Probleme der Gegenwart im Aufschieben von Schlaf liegt: Wir haben vergessen, wie wichtig es ist, sich auszuruhen, damit Körper und Geist sich regenerieren können. Nach einem langen Tag der Routine und des mühsamen Arbeitsalltags ist es entscheidend, genügend Schlaf zu bekommen. Doch das beschleunigte Tempo, in dem wir leben, lässt dies häufig nicht zu. 

Neben der informativen Natur des Erzählten machen ihre Geschichten aber vor allem viel Spaß und animieren das Publikum zum Lachen.

Denn wir alle wissen ja: „Lachen ist gesund“.

Obwohl die Mehrheit von uns dem Satz „Schlafen als beste Medizin“ zustimmen wird, schieben wir unseren Schlaf trotzdem immer wieder auf. Dabei sind laut BR*OTHER ISSUES lediglich zehn Schritte nötig, um gut zu schlafen. Die zwei Darsteller gehen in diesen zehn Schritten auch auf neuere Behandlungsmethoden wie das „Lachyoga“ ein. Diese Methode hat „Doktor“ Johannes, wie er berichtet, am eigenen Leib ausprobiert. Sie hat für ihn aber nicht funktioniert. Seine Traurigkeit und Schlaflosigkeit wurden stärker. Er entschloss sich, seine persönliche Geschichte mit in das Stück aufzunehmen und sie mit guten Ratschlägen zu kontrastieren, damit die von den Darstellern vorgeschlagene Therapie anschaulicher wird.

Moritz hat ebenfalls beschlossen, über persönliche Erfahrungen zu berichten und deckt damit das Spektrum der Träume ab. Eine seiner Methoden funktioniert so: Er wählt Patient*innen aus dem Publikum aus und erzählt eine Gutenachtgeschichte, damit die Personen sich schläfrig fühlen – genauso wie es Eltern tun. Diese Geschichten befassen sich nicht nur mit Träumen, sondern auch mit Emotionen und der Psyche. Es wird klar, dass Träume eine Projektion dessen sind, was unser Bewusstsein speichert und verdreht darstellt. 

In seiner Rolle als Wissenschaftler berichtet er, wie er sich auf externe Methoden und Mittel verlassen hat, um seine Albträume loszuwerden. Albträume kommen auf, wenn wir Ängste und Sorgen, Stress und Nervosität oder extreme Müdigkeit haben. Niemand mag sie und das Gefühl der Angst, das wir haben, wenn wir danach aufwachen. Ein schlechter Traum kann uns bei Entscheidungen ernsthaft beeinträchtigen, auch unsere Stimmung und allgemeiner Zustand können davon betroffen sein.

So laden uns die beiden ‚Wissenschaftler‘ in zehn einfachen Schritten mit neuer Energie auf. Warum also das Schlafen aufschieben?

Foto: Charlotte Schmitz

 

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