GEISTER (SAY GOODBYE)

Tanzabend von Ben J. Riepe

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Mit GEISTER (SAY GOODBYE) schuf unser Gastchoreograf, der Düsseldorfer Künstler Ben J. Riepe, ein hoch aktuelles Tanzstück, das uns mit der Endlichkeit der Menschheit konfrontiert. Zusammen mit der Kostüm- und Bühnenbildnerin Gwen Wieczorek, dem Musiker und Komponisten Misagh Azimi und den Tänzer*innen der Dance Company führt uns Riepe mittels Bewegung, Sprache, Tanz, Live-Gesang sowie neuen und alten Klängen von Elektro-Sounds bis Vivaldi den Zustand der Welt und den Abschied des Menschen von der Erde vor Augen.


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Video editing: Leonardo Centi

Über seine Gedanken zu GEISTER (SAY GOODBYE) sprach Ben J. Riepe im Vorfeld der Premiere im November 2019.

Mich beschäftigen die Geister der Vergangenheit und die der Zukunft und damit das, was unsere Vorfahren, die Menschheit, im Umgang miteinander, aber auch mit der Natur, mit der Welt angerichtet hat und weiter anrichtet. Es geht mir um die Positionierung des Menschen in der Welt, wie er sich alles zunutze gemacht hat, die Erde und ihre Ressourcen, Pflanzen, Tiere und eigentlich auch sich selbst. Er hat sich über die Natur erhoben, sie sich unterworfen und sich von ihr abgespalten. Jetzt erleben wir die Auswirkungen, die Geister, die zurückkehren und uns heimsuchen, unter anderem in Gestalt immer heftiger werdender Unwetter, Orkane, Stürme, Feuer, Tsunamis, Überschwemmungen.

Wir ändern nichts an unserem Verhalten, es müsste sich das ganze System ändern. Aber wann ändert sich ein System? Noch immer ist das Plastik nicht komplett verboten, also einfachste Sachen, die uns wirklich nichts kosten würden. Ich habe mal eine Woche lang mit meiner Familie versucht, Plastik zu vermeiden. Das geht überhaupt nicht. (…) Das heißt, es muss sich systemisch etwas verändern, damit wir noch retten können, was zu retten ist. Aber unser System ist ein kapitalistisches, das auf immer mehr Zuwachs aufgebaut ist und immer neue Bedürfnisse weckt. Um eine Kehrtwende herbei zu führen, müssten wir auf Verzicht setzen. Das tun wir nicht. Es ist wie ein Tanz auf dem Vulkan und wir feiern weiter. Zählen wir eins und eins zusammen, dann ist es bald vorbei. Nicht sofort, aber wer weiß, ob unsere Urenkel hier noch werden leben können. Von daher ist die Idee des Stücks eine Konfrontation mit der Endlichkeit. Ein Abschied. Ich fand es für mich wichtig, so eine Endlichkeit einmal vorzuführen – als Stoppschild, als Signal – um sie erfahrbar, fühlbar zu machen und um sich zu verabschieden. Ich wollte diesen Impuls in die Welt schicken.“ 

Choreografie Ben J. Riepe
Bühne / Kostüme Ben J. Riepe, Gwen Wieczorek
Komposition Misagh Azimi
Choreografische Assistenz Leonardo Centi
Dramaturgie Ben J. Riepe Team, Patricia Stöckemann                       

Mit Teresa Vega Alcázar Díaz, Ayaka Kamei, Gabriella Lemma, Laura Martín Rey, Marine Sanchez Egasse, Ana Torre, Petr Buchenkov, Neven Del Canto, Riccardo Detogni, Hampus Larsson, Yi Yu

Uraufführung 9.11.2019, Theater Osnabrück

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