IKI.RADIKALMENSCH

Eingeladen zu zwei Festivals – jetzt online zu sehen!

Die Uraufführung IKI.RADIKALMENSCH, ein Auftragswerk von Kevin Rittberger für das SPIELTRIEBE-Festival, wäre eigentlich bei zwei weiteren Festivals zu sehen gewesen: RADIKAL JUNG in München und den MÜLHEIMER THEATERTAGEN.

Kevin Rittbergers Stück zu Liebe in Zeiten der Algorithmen war DER Hit des Festivals SPIELTRIEBE, was u. a. durch den Abdruck in THEATER HEUTE und die Einladung zu den Festivals RADIKAL JUNG und MÜLHEIMER THEATERTAGE honoriert wurde. Bei den THEATERTAGEN, die nun vom 16.-25. Mai digital stattfinden werden, werden Ausschnitte aus der Inszenierung und Gespräche mit dem Autor und weiteren Beteiligten zu sehen sein. Wir geben Ihnen außerdem eine Woche lang die Gelegenheit, sich den kompletten Mitschnitt anzuschauen!

In Zeiten massiv verstärkter digitaler Kommunikation sind die Fragen, die das Stück stellt, aktueller denn je: Was ist nochmal so großartig daran, einen Menschen zu lieben, der eigene Ansichten, Pläne und Ansprüche hat? Und könnten künstliche Intelligenzen, wenn sie lange auf uns geprägt wurden, nicht zärtliche Gefühle auslösen, sobald wir uns in ihnen wiedererkennen? Vielleicht sind Roboter und Cyborgs ja einfach die besseren Partner, kommunikativ und überhaupt in jeder Hinsicht; freundlich, hingebungsvoll, kompetent. IKI, eine „Intime Künstliche Intelligenz“ und Peter sind ein Paar geworden. Ist das nun die Zukunft der Menschheit oder ein großes Missverständnis? Peter zumindest gefällt es, er gibt sich als liebesbedürftiger Abenteurer und heldenhafter Ex-Revolutionär. Und IKI? Wird sie die Traumfigur, die allen Erwartungen klaglos entspricht, oder entwickelt sie sich zum eigentlichen Radikalmenschen, weil Langmut und Gehorsam ihr schlicht abhanden gekommen sind? Ist eigentlich ein Wesen wie IKI sterblich oder eher Elektroschrott? Und wer gibt Garantien auf die Liebe?

Kevin Rittberger, einer der anerkanntesten Autoren des Gegenwartstheaters, deckt mit scharfem Humor auf, welche Selbst- und Menschenbilder, welche Glücksvorstellungen und Geschlechterverhältnisse dem neuen „Radikalmenschen“ zugrunde liegen.

Regisseurin Rieke Süßkow, Absolventin der Hamburger Theaterakademie, wird sich den Texten auf ihre bildgewaltige und leidenschaftliche Art nähern und dem interessierten Publikum einen spannenden Theaterabend bieten. IKI zeichnete sich besonders durch ein spezielles räumliches Erlebnis aus (Bühne: Lukas Fries), das Schritt für Schritt auch die Zuschauer*innen zu einem Teil seiner Welt machte. Diese Erfahrung lässt sich digital leider nicht übertragen – ein Zeichen dafür, wie wichtig Theater in einem gemeinsam genutzten Raum immer bleiben wird! Aber auch der Mitschnitt ermöglicht es, sich gedanklich in Kevin Rittbergers komplexes Zukunftsszenario zu begeben.

„Es ist ein ehrgeiziges Stück darüber, was Liebe im Zeitalter der digitalen Revolution sein könnte. […] So weit, so unterhaltsam, so durchaus relevant für unser aller Liebesleben. […] ein grandioses Bild für die sich selbst spiegelnde Innenschau. […] Klug sind da in Osnabrück von Rieke Süßkow die politische-philosophischen Gedankenspiele in eine bedrängende Bildsprache übersetzt worden; trotz der komplexen Sprache kommt auch der Unterhaltungswert von Inszenierung und Stück nicht zu kurz – und taucht trotzdem tief hinein in die Frage, wie wir in Zukunft lieben und leben wollen.“
Dorothea Marcus, Theater heute, November 2019

„Privat lebt Vogel, dessen Welt von Regisseurin Rieke Süßkow und Bühnenbildner Lukas Fries als eine Art künstlicher Gebärmutter gestaltet wird, mit einer ‚intimen künstlichen Intelligenz‘ zusammen. […] Julius Janosch Schulte spielt sie als zärtlich-distanzierte Menschmaschine, die besser weiß, was Peter will, als er selbst. […] Dass das nicht mal wie eine ausgedachte Dystopie, sondern wie die logische Konsequenz einer möglichen Zukunft wirkt, ist die Stärke der Inszenierung. Es ist mutig und verdienstvoll, dass ein kleines Haus wie das Theater Osnabrück sich Themen widmet, die sonst von Serien wie Charlie Brookers ‚Black Mirror‘ oder Filmen wie Spike Jonzes ‚Her‘ verhandelt werden.“
Alexander Menden, Süddeutsche Zeitung, 17.9.2019

Inszenierung Rieke Süßkow
Bühne Lukas Fries
Kostüme Marlen Duken
Dramaturgie Karin Nissen-Rizvani

Peter Vogel Andreas Möckel
Mit Katharina Kessler, Julius Janosch Schulte

Aufführungsrechte Kevin Rittberger und der Verlag der Autoren GmbH & Co KG
Filmproduktion Siegersbusch, Wuppertal

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