Ein Rückblick

ORLANDO

Barock-Oper von Georg Friedrich Händel

In unserer Reihe der Rückblicke auf ausgewählte Produktionen aus vergangenen Spielzeiten, werfen wir einen Blick auf Felix Schrödingers Inszenierung von Händels ORLANDO. Wir, das heißt in diesem Fall der musikalische Leiter der Produktion Daniel Inbal sowie der Regisseur – jeweils in einem besonderen Setting.

Orlando ist ein Getriebener. Seine Gefühle, besonders die unerwiderte Liebe zu Angelica, treiben ihn schließlich in den Wahnsinn. Händel macht aus der Geschichte aus Ariosts Epos ORLANDO FURIOSO ein farbenreiches und überraschend zeitgemäßes Opernwerk, in dem er an die Grenzen des zu seiner Zeit möglichen geht. Höhepunkt ist die große Wahnsinnsszene des Titelhelden, aber auch darüber hinaus zeichnet Händel die Figuren ausgesprochen charakteristisch und subtil. Von wegen schematische Barockmusik!

Der feinen Figurenpsychologie spürt Felix Schrödinger in seiner Inszenierung nach, die im Mai 2019 im Theater am Domhof ihre Premiere feierte und von Publikum und Presse gleichermaßen gelobt wurde. Schrödinger verlegt das Stück ins Heute und erzählt die Geschichte einer Gesellschaft, deren Mitglieder damit hadern, dass sie ihre Gefühle unterdrücken müssen. Spielort ist ein heutiger Stadtpark, ein Ort, an dem Menschen verschiedener Schichten zusammenkommen und als gezähmte Natur gleichzeitig auch Sinnbild der Geschichte.


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