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THEATERSANIERUNG

Das Theater im Herzen der Stadt ist Arbeitgeber für mehr als 300 Mitarbeiter*innen aus 27 Ländern. Pro Spielzeit erreicht es 200.000 Besucher*innen in rund 700 Vorstellungen und Veranstaltungen. Hauptspielstätte ist das Jugendstil-Theater am Domhof, das 630 Personen Platz bietet und 1909 mithilfe von Spenden von Osnabrücker Bürger*innen errichtet wurde. Sowohl das Theater am Domhof als auch die ihm angeschlossenen Gebäude sind in die Jahre gekommen: Nur durch eine Kernsanierung, deren Durchführung frühestens ab der Spielzeit 2024/2025 beginnen wird,  kann Osnabrücks kulturelles Zentrum zukunftsfähig gemacht werden.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zur Sanierung.

Die Jugendstilfassade des Theaters am Domhof

 
WAS WIRD GEMACHT?

Bei der Sanierung des Theaters am Domhof erfolgen Maßnahmen vor allem in drei Bereichen: Brandschutz, Technik und Hochbau. Ein Großteil der Kosten im Bereich Hochbau entsteht durch die notwendigen Brandschutzmaßnahmen und durch die Erneuerung von technischen Anlagen, die zusätzliche Stellflächen und neue Leitungswege benötigen.

Brandschutz

•   Die Brandschutzsysteme und sicherheitstechnischen Anlagen, z.B. die Sprinkleranlage, entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen und müssen ausgetauscht werden.

•   Elektroleitungen und -anlagen wurden über mehrere Bauabschnitte teilweise nicht erneuert, sondern nur ergänzt und bilden damit vor allem in Flucht- und Rettungswegen eine große Gefahrenquelle durch Brandlasten. Da die Anlagen stark vernetzt sind und sich durch das gesamte Gebäude ziehen, ist ein kompletter Austausch erforderlich.

•   Nach dem Flughafenbrand 1996 in Düsseldorf wurden die gesetzlichen Vorgaben für Brandschutz deutlich verschärft. Der Gebäudekomplex des Theaters am Domhof wurde noch nach den alten Vorgaben gebaut, die heutigen Mindestanforderungen an den Brandschutz sind nicht erfüllt.

Technik         

•   Austausch der veralteten Haustechnik, wie z.B. Elektro- und Lüftungstechnik

•   Die Erneuerung der Lüftungstechnik durch moderne und energieeffiziente Systeme erfordert aufgrund gesetzlicher Vorgaben deutlich mehr Stellfläche, die z.B. im Keller des neuen Schneidereigebäudes und unter dem Innenhof geschaffen werden muss.

•   Erneuerung der stark veralteten Bühnentechnik wie z.B. Inspizientenanlage, Bühnenbeleuchtung, Tontechnik und Bühnenmaschinerie

 

Inspizientenpult aus dem Jahr 1987

 

Hochbau

•   Das marode Schneidereigebäude wird durch einen Neubau mit einem zusätzlichen Geschoss ersetzt, um Platz für technische Anlagen und weitere Nutzung zu schaffen, z.B. wird es dort einen Workshop-Raum für die Theaterpädagogik geben. Außerdem wird durch den Neubau das Etagenniveau an das vorhandene Betriebsgebäude angepasst und somit ein barrierefreier Zugang ermöglicht.

•   Im Rahmen des großen Umbaus 1995-1997 wurde auf die konsequente Durchführung von Akustikmaßnahmen verzichtet. Es sind Veränderungen erforderlich, damit z.B. Bühne und Orchesterstudio gleichzeitig und weitere Probenräume unabhängig voneinander genutzt werden können.

•   Die beiden Probebühnen entsprechen nicht der notwendigen Bühnenfläche, außerdem fehlen Nebenräume wie z.B. Garderoben, Sanitäranlagen und Lagerräume. Aus diesem Grund ist der Neubau eines externen Probenzentrums geplant, das schon während der Sanierung genutzt werden kann.

Was ändert sich für die Zuschauer?

•   Der Zuschauerraum wird im Rahmen der erforderlichen Maßnahmen komplett modernisiert.

•   Im oberen Foyer wird ein vom Zuschauersaal abgetrennter und unabhängiger Veranstaltungsort geschaffen, der auch für externe Veranstaltungen genutzt werden kann.

•   Im unteren Foyer wird der Kassen- und Garderobenbereich umgestaltet.

 

ZEITPLAN

Grundsatzentscheidung zur Sanierung des Theaters, Mittelbereitstellung

Jahr 0

Durchführung eines europaweiten Vergabeverfahrens für Architektenleistungen

Jahr 1

Abschluss der Planungsphase

Jahr 3

Ausschreibungsphase

Jahr 4

Ausführungsbeginn (frühestmöglicher Zeitpunkt: 2024)

Jahr 5

Fertigstellung

Jahr 7-8

 

Zu beachten: Vor Baubeginn muss ein Ausweichquartier mit Probenräumen und Spielstätte zur Verfügung stehen, da das Theater am Domhof während der Bauphase komplett ausgelagert werden muss. Teile des Ausweichquartiers sollen nach der Theatersanierung als Probenzentrum und neuer Standort der Dekorationswerkstätten genutzt werden.

 

 Das Theater am Domhof von oben

 

KOSTEN UND FINANZIERUNG

62 Millionen Euro, davon

•          20 Millionen für den Hochbau inkl. Brandschutz

•          22 Millionen für die Technik inkl. Brandschutz

•          10 Millionen für die Planung

•          5 Millionen für ein externes Proben­zentrum, das schon während der Sanierung genutzt wird

•          5 Millionen für bereits eingeplante Baukosten­steigerung

18 Millionen Euro Risikopuffer wegen

•          Preissteigerungen, erwarteter Marktentwicklung

•          Sicherheitsaufschlag

Finanzierung der 80 Millionen Euro

•          Stadt Osnabrück: 27 Millionen, so viel wie die Sanierung der OsnabrückHalle in etwa gekostet hat

•          als weitere Förderer kommen infrage: Land Niedersachsen, Bund, Region, Wirtschaft, Stiftungen, Bürgerschaft

Für die Sanierung der technischen Anlagen liegt bereits eine Vorplanung mit Kostenschätzung vor und für den Hochbau eine Studie mit Kostenschätzung. Beides wurde von Partnerschaft Deutschland zusammen mit dem Ingenieurbüro Schüßler-Plan geprüft.

 

Sanierungen anderer Mehrspartentheater

Stadt   

Maßnahme

Kosten

Augsburg

Sanierung/Teilneubau

186.300.000 €

Coburg

Sanierung/Teilneubau           

100.000.000 €

Mannheim     

Sanierung      

240.000.000 €


FÜHRUNGEN ZUR THEATERSANIERUNG

Bei einer Führung durch das Theater erfahren Sie die Hintergründe zum anstehenden Bauvorhaben und erhalten Einblicke in Räumlichkeiten, die die Notwendigkeit der Sanierung deutlich machen. Es führen Sie Jens Griese, Leiter Gebäudemanagement, und Matthias Köhn, Kaufmännischer Direktor. Die Termine für Sanierungsführungen finden Sie sowohl auf unserer Website www.theater-osnabrueck.de als auch im monatlich erscheinenden Leporello. Die Platzanzahl ist begrenzt, kostenfreie Tickets sind an der Theaterkasse erhältlich.


Ein Wirrwarr von Kabeln aus verschiedenen Bauabschnitten des Gebäudekomplexes

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