EIN SOMMERNACHTSTRAUM
Von William Shakespeare
Bearbeitet und übersetzt von Rebekka Kricheldorf
Ein rauschendes Fest wird am Hofe von Athen vorbereitet, denn der König will heiraten. Heiraten soll auch die junge Athenerin Hermia und zwar – nach dem Willen ihres Vaters – den wohlhabenden Demetrius. Doch Hermia widersetzt sich, denn sie liebt einen anderen: Lysander. Entsetzt über die Widerspenstigkeit der Tochter fordert Hermias Vater vom König die Durchsetzung des Athener Rechts, das vorsieht, eine sich dem väterlichen Willen widersetzende Tochter entweder zu töten oder aber sie für den Rest ihres Lebens in ein Kloster zu verbannen. Vom König vor diese Alternative gestellt, entschließen sich Hermia und Lysander zur nächtlichen Flucht. Ziel ist das Haus von Lysanders Tante, die weit genug entfernt von Athen lebt, um dem jungen Liebespaar Schutz bieten zu können vor den patriarchalen Bräuchen der Stadt. Verfolgt werden sie vom eifersüchtigen Demetrius. Ihm wiederum verfallen und auf den Fersen ist Helena. Ein abgründiges Gefühls- und Liebeschaos mit fatalen Folgen nimmt seinen Lauf.
Anne Lenk studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen, bevor sie ihre Ausbildung zur Regisseurin an der Otto-Falckenberg-Schule in München antrat. Seit 2007 arbeitet sie als freischaffende Regisseurin und inszenierte u. a. am Residenztheater in München, dem Schauspielhaus Bochum, dem Theater Aachen und dem Theater Augsburg. In der letzten Spielzeit war von ihr Ceridwen Doveys Der Koch, der Maler und der Barbier des Präsidenten im emma-theater zu sehen.
Fotos: Marek Kruszewski
Die Vorstellung dauert ca. 1 Stunde 40 Minuten, ohne Pause
Besetzung
Inszenierung Anne Lenk
Bühne Judith Oswald
Kostüme Eva Martin
Dramaturgie Hilko Eilts
König Tilman Meyn
Königin Franziska Arndt / Sabine Osthoff
Lysander Jakob Plutte
Demetrius Alexander Jaschik
Hermia Maria Goldmann
Helena Magdalena Helmig
Robin Wolfgang Scheiner
Elke Squenz Anne Schramm / Monika Vivell
Klaus Zettel Patrick Berg
Franz Flaut Anton Koelbl
Tom Schnauz Klaus Fischer
Hilde Schnock Rosemarie Fischer
Spinnweb Apolonia Kubala-Czuj
Pressestimmen
„Yes, Sir! Shakespeare wäre bestimmt happy und amused gewesen. Eine Inszenierung in seinem Geiste – und im Sound unserer Tage: Volkstheater! […] Pralle 100 Minuten – der auflösende „Workshop“ am Ende war das Glanzstück. Türen auf – Slapstick statt Idealisierung. Verzauberung? Das boulevardeske Potenzial Shakespeares wurde offengelegt. Regisseurin Anne Lenk inszenierte komprimiert und temporeich. […] Gespielt wird Ein Sommernachtstraum in der frischen Neubearbeitung der Dramatikerin Rebekka Kricheldorf. Sommernachtsrausch (gerührt und geschüttelt nach Motiven von William Shakespeare) wäre ein passender Titel. Egal – Kricheldorf hat das literarische Gespür, die anarchische Sprengkraft des Stückes wuchern zu lassen und es aus den Fesseln des Bildungskanons zu lösen. Kompliment! […] Spielwitz und Energie – das Ensemble (umjubelt: Patrick Berg als Zettel) brilliert. Es geht um Wahrheit und Träume, Täuschungen und Enttäuschungen. Die Ebenen der Realität und Verzauberung verschmelzen in diesem Puzzle der Emotionen.“
Osnabrücker Nachrichten, 9.9.2012
„Anne Lenks Inszenierung des Sommernachtstraums bricht mit allem, was man sich von Shakespeare erwartet, was manche gar erhoffen. Das ist zunächst einmal mutig und bei der Premiere am Freitag im Osnabrücker Theater am Domhof außerdem äußerst unterhaltsam anzuschauen. […] In einer kitschigen Honeymoon-Suite (Bühne: Judith Oswald) mit breitem, verzaubertem Bett prallen die Beziehungskatastrophen der Shakespeare-Komödie in einem rasanten Boulevardstück aufeinander. Pointen knallen wie die Türen, die von den Protagonisten ständig hinter sich zuschlagen werden. […] Die verworrene Viererkonstellation aus Lysander, Demetrius, Hermina und Helena berauscht mit perfekt getimtem, schlagfertigem Zusammenspiel. Patrick Berg heimst als agiler, stotternder Zettel den meisten Applaus ein. Das ist gekonnt trashige Unterhaltung, die von den burlesken Ideen und der Qualität der Besetzung lebt. Von hoher Qualität ist schließlich auch die intelligent modernisierte und gekürzte Version aus der Feder von Rebekka Kricheldorf […]. Ein Sommernachtstraum, der befreit ist von langatmiger Verwirrung.“
Münsterland Zeitung, 11.9.2012
„Kein Baum, Strauch oder Nachtgeräusch deutet den Wald an, in dem William Shakespeares Ein Sommernachtstraum spielt. Nur eine einsame Grille scheint sich mal kurz verirrt zu haben. Regisseurin Anne Lenk mit ihrer Bühnenbildnerin Judith Oswald und Eva Martin für die Kostüme brechen gründlich mit szenischen Konventionen und haben ihre Lesart für das Osnabrücker Theater am Domhof in den denkbar naturfernen Kosmos eines Grandhotels verlegt. […] Die moderne Shakespeare Übersetzung und Bearbeitung von Dramatikerin Rebekka Kircheldorf klingt beinahe wie Umgangssprache, wird sie so höllisch schnell gesprochen wie hier. Fast jeder liebt mal fast jeden – oder eben nicht. Das macht die Verschmähten dann hündisch, äffisch oder bissig, wie die großartige Helena von Magdalena Helmig. Die lebt am variantenreichsten ihren Frust über das ewige Nichtgewolltsein aus und hat sich derart auf Keifen und Klagen, Schmollen und Schimpfen festgelegt, dass sie Amors Sinneswandel mithilfe des Zauberelixiers nicht wahrhaben will. […] Fast das Beste am nicht einmal zweistündigen Abend: Die Handwerker-, hier Pagen-Schmonzette um Pyramus und Thisbe kommt so abgedreht und schräg daher, dass nun Vergnügen die vorherige Ratlosigkeit übertönt. Patrick Berg beweist einmal wieder sein überragend komisches Talent als übereifrig zappelnder, gekonnt stotternder Zettel, und Anne Schramm amüsiert als pantomimisch wild gestikulierende Regie-Stewardess.“
Neue Osnabrücker Zeitung, 10.9.2012


























