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Anlässlich der Feierlichkeiten zum Reformationsgedenken haben sich die im ökumenischen Kantorenkonvent Osnabrück vereinigten Chöre und das Theater Osnabrück gemeinsam einem musikalischen Großprojekt gewidmet: Arthur Honeggers selten gespieltes szenisches Oratorium JEANNE D’ARC AU BÛCHER. 250 Chorsänger*innen, über 70 Musiker*innen sowie zehn Solist*innen unter der Leitung von sieben Chorleiter*innen, einem Dirigenten und einem Regisseur machen diese Aufführung in der OsnabrückHalle zu einem beeindruckenden Erlebnis.


Seit mehr als 500 Jahren ist das Leben der Johanna von Orléans zum Sinnbild sowohl für die Stärke des Glaubens wie auch der Selbstbehauptung Frankreichs geworden und in unzähligen Varianten künstlerisch verarbeitet worden.


Anfang der 1930er Jahre gab die Tänzerin und Choreografin Ida Rubinstein bei dem Schweizer Komponisten Arthur Honegger ein Werk in Auftrag, das sich mit der Figur der Märtyrerin und französischen Nationalheldin Jeanne d’Arc – der Jungfrau von Orléans – beschäftigen sollte. Es entstand das szenische Oratorium JEANNE D’ARC AU BÛCHER auf einen Text Paul Claudels. Die Handlung des Oratoriums ist wie eine Rückblende gestaltet. Auf dem Scheiterhaufen ziehen an Johanna in elf Szenen durch unmittelbare und metaphorische Bilder die Stationen ihres Lebensweges vorüber:


Der französische Schriftsteller Paul Claudel (1868-1955) gestaltete die Handlung in Form eines mittelalterlichen Mysterienspiels und akzentuierte die göttliche Berufung der Titelheldin. Jeanne ist die einzige reale Figur, die sich zwischen allegorischen und mythischen Szenen bewegt, welche ihren Aufstieg und Untergang vermitteln. Zur Vertonung dieses Librettos bediente sich Honegger unterschiedlichster musikalischer Formen. Er verwendet Elemente des Mysterienspiels und der antiken Oper sowie des Oratoriums, er bedient sich stilistisch gleichermaßen bei der Gregorianik wie beim Barock und auch beim Jazz. Das Orchester ist monumental groß besetzt und verwendet neben dem Streicher-, Bläser- und Schlagwerkapparat auch eines der frühen Instrumente der elektronischen Musik, das Ondes Martenot, das mit elektronisch erzeugten Glissandi geeignet ist das Heulen des Höllenhundes gleich zu Beginn des Werkes erlebbar zu machen.


Aufgrund der riesenhaften Besetzung und seiner Stellung zwischen Drama, Oper und Oratorium gehört das Werk heute zu den selten aufgeführten Musikdramen. Durch die Mitwirkung von mehr als 200 Laiensängerinnen und -sängern aus Chören beider Konfessionen und mehrerer Generationen wird das vielschichtige Werk seine außerordentliche Wirkung entfalten.


Das Konzert dauert ca. 1 Stunde, 20 Minuten – keine Pause.


Foto: Philipp Hülsmann

BESETZUNG

Musikalische Leitung Andreas Hotz
Szenische Leitung Dominique Schnizer
Kostüme Christin Treunert
Dramaturgie Ulrike Schumann

Hl. Margarethe Lina Liu
Die Jungfrau Maria Erika Simons
Hl. Katharina Katarina Morfa
Porcus / Eine Stimme Mark Hamman
Erster Herold / Der Schreiber Daniel Wagner
Eine Stimme / Bass-Solo / Zweiter Herold / Ein anderer Bauer José Gallisa
Sopran im Prolog Erika Simons
Eine Kinderstimme N.N.
Pecus I N.N.
Die Heilige Johanna Joanna Kitzl
Bruder Dominik Jan Andreesen
1. Erzähler / 3. Herold / Der Zeremonienmeister / Bedford / Johann von Luxemburg / Mühlenwind / Ein Bauer Klaus Fischer
2. Erzähler / Der Zeremonienmeister / Regnault de Chartres / Guillaume de Flavy / Perrot / Ein Priester / Mutter Weinfass Thomas Halle

Osnabrücker Symphonieorchester
Marienkantorei, Osnabrücker Domchor und Jugendchor, Bach-Chor Osnabrück, Johannis-Chor Osnabrück, Chor St. Joseph, Kinderchor St. Marien, Kinderchöre am Dom

PRESSESTIMMEN

„Für dieses Mammutwerk bündelt Osnabrück seine wichtigsten musikalischen Kräfte, […] das musikalische Osnabrück kann sich hören lassen. Die Chöre kommentieren und verstärken die gesprochenen Texte, sie schaffen aber auch in Vokalisen und gesummten Passagen musikalische Atmosphäre. Das klingt füllig, auch mal wuchtig und trotzdem differenziert und niemals, trotz der vielen Sängerinnen und Sänger, dick. […] ‚Jeanne d’Arc‘ ist eine musikalische Wucht.“ Ralf Döring, Neue Osnabrücker Zeitung, 12.6.2017

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