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Für dieses Konzert sind auch an der Abendkasse noch Tickets erhältlich

Eine Blechbratsche, Perlen und eine Sensation!


Für uns heutzutage undenkbar, ein regelrechter Skandal: da schenkte der Verleger Mozart tatsächlich das vorausbezahlte Honorar, unter der Bedingung, dass er bloß kein Klavierquartett mehr schriebe! Der Grund hierfür war wohl, dass er sich gesellige, einfache Stücke gewünscht hatte, die jeder Musikliebhaber zuhause aufführen könnte, und wie das dann klang lässt uns ein Zeitzeuge wissen: “Es konnte nicht gefallen; alles gähnte vor Langerweile über dem unverständlichen Tintamarre von 4 Instrumenten, die nicht in vier Takten zusammen passten… Welch ein Unterschied, wenn dieses vielbemeldete Kunstwerk von vier geschickten Musikern höchst präcis vorgetragen wird!“ Nun, heute hören wir bestimmt vier geschickte Musiker und schliessen uns dem späteren Ehemann der Witwe Constanze Mozart an, der in seiner Mozartschen Biographie schrieb „jetzt würden wir das Manuscript, das wir unterdrückten, gewiss mit Perlen aufwiegen, wenn wir es damit hervorzaubern könnten.“

Und nun kommen wir zu unserer Blechbratsche. Diesen äußerst amüsanten Namen gab Johannes Brahms anfänglich dem Ventilhorn, das er im Vergleich zum Naturhorn zeitweise verachtete. Dass die Verachtung sich später in Liebe verwandelte zeigen uns die wunderschönen Soli die er später in seinen Sinfonien für das Ventilhorn schrieb. Das Horntrio Es- Dur kann als Requiem für seine Mutter gesehen sein, die wenige Monate vor der Veröffentlichung des Werkes verstorben war, und die dem jungen Brahms so gerne beim Hornspielen zugehört hatte. Zwischen zwei bewegte Sätze bettet Brahms ein wunderschönes, sehnsuchtsvoll trauerndes Adagio. 

“Zarte, duftende Blumen, die keinen Triumphzug durch den Salon machen wollen, sondern im stillen Kreise das Gemüth erquicken werden.” Schumann, der einmal sagte, lieber als Jura zu lernen, gebe er sich der “lyrischen Faullenzerey” hin, schickt uns mit seinen Fantasiestücken auf eine zauberhafte Reise durch seine wechselmütige Seele, beginnend mit dem melancholischen ersten Stück, über das freundliche Zweite bis zum zerklüfteten Dritten. 

Und jetzt kommen wir zur Sensation – und zugleich zu einer Premiere: denn nach langer Suche fanden unsere nächsten Musiker, das Notos-Quartett, die original-Partitur von Bartoks Klavierquartett C-Moll, das 53 Jahre lang verschwunden war. Die Einzelstimmen haben die Musiker direkt aus Bartoks Handschrift erarbeitet, und präsentieren heute hier Osnabrück zum ersten Mal überhaupt dieses Werk eines jugendlichen, überschwänglichen, und überraschen romantischen 17jährigen Bartoks. Wir sind gespannt!


Mozart Klavierquartett g-Moll KV 478
Mit: NOTOS Quartett


Brahms Horntrio Es-Dur op. 40 für Horn, Violine und Klavier
Mit: Barsony, Rowland, Kudritskaya


R. Schumann Phantasiestücke op. 73
Mit: Cohen, Kudritskaya


Bartók Klavierquartett c-Moll op. 20
Mit: NOTOS Quartett

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