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SCHWANENSEE - METAMORPHOSEN EINER SEELE

Mauro de Candia / Peter I. Tschaikowsky

Uraufführung

Wie kein anderes Werk ist SCHWANENSEE von Peter I. Tschaikowsky zum Inbegriff des klassischen Tanzes geworden. Dabei löste das Ballett wenig Begeisterung aus, als es 1877 im Moskauer Bolschoi-Theater uraufgeführt wurde. In Erinnerung aber blieb Tschaikowskys erste Ballettmusik. Als der Komponist 1893 starb, begannen der Choreograf Marius Petipa und sein Assistent Lew Iwanow in St. Petersburg das gesamte Ballett zu überarbeiten. Es kam 1895 in ihrer zukunftsweisenden Inszenierung im Marinsky-Theater zur Premiere und wurde zum Klassiker.


Die Faszination des Werkes hat sicherlich auch mit den Märchen- und Sagenmotiven sowie den  kulturgeschichtlichen Bedeutungen des Schwans zu tun, die in das Libretto von SCHWANENSEE eingeflossen sind. So geht es im Kern der Geschichte um die verzauberte Schwanenprinzessin Odette, die nur durch die wahre Liebe eines Prinzen aus dem Bann des bösen Zauberers erlöst werden kann. Prinz Siegfried empfindet wahre Liebe für sie. Doch – verführt durch dunkle Mächte – schwört er einem Trugbild in Gestalt von Odile seine Treue. Die Täuschung erkennt er zu spät. Verzweiflung und Tod sind die Folge.


SCHWANENSEE ist seit seiner Entstehung choreografisch immer wieder neu gefasst und interpretiert worden. In seiner Adaption befragt Mauro de Candia das Märchen und den „Schwanenmythos“ nach seiner überzeitlichen Thematik und Aussage. Im Zentrum steht bei ihm Siegfried, der von einer undefinierbaren Sehnsucht getrieben wird. Der Schwanensee ist sein Zufluchts- und Sehnsuchtsort, eine mit seiner Realität unvereinbare Welt. Siegfrieds unbestimmtes Verlangen nach einem anderen Sein zerfrisst ihn am Ende wie ein unstillbares Tier. 


Zu live gespielter Musik ist SCHWANENSEEMETAMORPHOSEN EINER SEELE mit dem Osnabrücker Symphonieorchester unter der Leitung von GMD Andreas Hotz zu erleben.


Fotos: Jörg Landsberg


Die Vorstellung dauert ca. 2 Stunden, eine Pause.

TERMINE & KARTEN

10.12.2017

So. | 15:00 Uhr

13.12.2017

Mi. | 19:30 Uhr

19.12.2017

Di. | 19:30 Uhr

25.12.2017

Mo. | 19:30 Uhr

04.01.2018

Do. | 19:30 Uhr

BESETZUNG

Choreografie Mauro de Candia
Musikalische Leitung Andreas Hotz
Bühne/Kostüme Mauro de Candia, Janine Hagedorn
Dramaturgie Patricia Stöckemann

Siegfried Keith Chin / Lennart Huysentruyt (am 16., 18., 25.11.)
Mutter Cristina Commisso (am 16., 18., 25.11.) / Marine Sanchez Egasse
Siegfrieds Freunde Keith Chin (am 16., 18., 25.11.) / Lennart Huysentruyt, Neven Del Canto, Péter Dániel Matkaicsek, Jayson Syrette
Freundinnen Cristina Commisso / Marine Sanchez Egasse (am 16., 18., 25.11.), Katherina Nakui, Ayaka Kamei (am 16., 18., 25.11.) / Rosa Wijsman
Schwäne Cristina Commisso, Ayaka Kamei, Katherina Nakui, Marine Sanchez Egasse, Rosa Wijsman, Keith Chin (am 16., 18., 25.11.) / Lennart Huysentruyt, Neven Del Canto, Péter Dániel Matkaicsek, Jayson Syrette

Osnabrücker Symphonieorchester

PRESSESTIMMEN

„Dem ‚Schwanensee' als berühmtem klassischen Ballett braucht im Osnabrücker Theater am Domhof kein Tanzfan nachzutrauern. Der Osnabrücker Tanzchef bietet mit seiner zum Spielzeitbeginn neu zusammengesetzten Dance Company eine wahre Augenweide an choreografischer Schönheit und Vielfalt – auf tänzerisch hohem Niveau. Noch dazu berührt er tief mit seiner recht gut verständlichen Lesart des Stoffes, den er aus dem Märchenhaften ins Innenleben seines Siegfrieds verlegt. […] Toll individuell choreografiert und getanzt, wie drei junge Damen Siegfried vergeblich zu bezirzen versuchen. Wie je eine Kadenz in einem Orchesterwerk wirkt das, zumal die Livemusik vom Osnabrückern Symphonieorchester das Geschehen spürbar inspiriert. Beide, de Candias Choreografie und Generalmusikdirektor Andreas Hotz nebst seinen Musikern, variieren feine Ausdrucksnuancen – und tanzen dabei selbst sensibel miteinander. […] Tanz als überzeugendes Gesamtkunstwerk der beteiligten Künste – diese Neuversion ist ein echter Gewinn.“ Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 22.10.2016

„Die sehr originell und feinsinnig ausgewählten musikalischen Nummern sind dem Seelendrama auf der Bühne optimal angepasst. Das Sinfonieorchester unter GMD Andreas Hotz mit ganz vorzüglichen Solisten bei den Holzbläsern und Streichern unterstreicht die Intimität des jugendlichen Seelendramas mit geradezu kammermusikalischer Transparenz und Delikatesse. […] De Candia hat alle Aspekte des Klassikers in alle Richtungen hinterfragt auf seine heutige Tauglichkeit und Relevanz. Seine choreografische Handschrift ist mitunter eckig und sperrig, passt aber zu der resolut regelstrengen Mutter als Chiffre für gesellschaftliche Zwänge und verdeutlicht auch nachvollziehbar die ganz andere Bewegungsart der Schwäne im Vergleich vor allem mit Siegfried, den de Candia mit lyrischem Flair und weich schwingender Eleganz ausstattet. […] Die Bewusstseinsebenen, von denen Siegfried sich emotionell umfangen oder eingezingelt sieht, signalisiert auch das Raumkonzept (de Candia/ Janine Hagedorn): die Schwanenwelt wird durch einen weichfließenden, hellen, faltenreichen Vorhang-Rundhorizont angedeutet. Die Realität spielt sich in einem nüchternen, bleigrau getünchten, quadratischen Zimmer mit zwei Türöffnungen ab. In die facettenreiche Reihe von "Schwanensee"-Interpretationen und -Bearbeitungen fügt sich Mauro de Candias Osnabrücker Version eindrucksvoll ein.“ Marielouise Jeitschko, tanznetz.de, 24.10.2016

„Im Zentrum des entromantisierten Tanzstücks steht ausdrucksstark Keith Chin als der junge Siegfried. […] In steifen weißen Korsetts (Kostüme: de Candia und Janine Hagedorn) fesselt das Ensemble der Schwäne mit differenzierten Bewegungen vom breitgestreckten Flügelschlagen bis zum anmutigen Recken der Hälse mit dem von abgeknickten Händen gebildeten Schwanen-Kopf. […] In de Candias stimmiger, tänzerisch überwältigender Fassung ist der ‚Schwanensee‘ auf etwa zwei Stunden gekürzt. Die wunderbare, für Siegfrieds wandelnde Gefühlswelten neu angeordnete Musik Peter I. Tschaikowskys lässt Andreas Hotz mit dem einfühlsamen Osnabrücker Symphonieorchester beeindruckend aus dem Orchestergraben erklingen.“ Hanns Butterhof, Westfälische Nachrichten, 25.10.2016

„Die Osnabrücker Dance Company mit sieben (!) neuen Gesichtern zeigt eine ungeheure Präsenz, weiche, blitzartige und dramatische Figuren – körperlich sind diese zwei Akte eine große Herausforderung. Extra Energie spendet natürlich die Live-Musik, das Osnabrücker Symphonieorchester unter Andreas Hotz dressiert, pointiert und lebt die Musik Tschaikowskys geradezu.“ Werner Hülsmann, Osnabrücker Nachrichten, 26.10.2016

„Die Osnabrücker Dance Company überzeugt in SCHWANENSEE - METAMORPHOSEN EINER SEELE mit einem Ausdruckstanz von ästhetischer Performanz und tänzerischer Anmut, der den Inszenierungen der klassischen Ballettkompanien in nichts nachsteht, ganz im Gegenteil sogar ganz neue Maßstäbe setzt." Sina-Christin Wilk, www.kultura-extra.de, 15.11.2016

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