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UND DANN KAM MIRNA

Sibylle Berg

im Rahmen von SPIELTRIEBE 7

„Jetzt lassen wir die Stadt hinter uns. Den Beton hinter uns. Und fangen an“, so der feste Vorsatz von Mirnas Mutter, die zusammen mit drei Freundinnen die Großstadt verlassen und mit den Kindern in ein Haus auf dem Land ziehen will. Da draußen wird doch wohl Raum und Zeit sein für die herbeigesehnte Selbstverwirklichung, die mit Zeugung, Schwangerschaft und Geburt vor etwas über zehn Jahren auf Eis gelegt wurde. Inzwischen stehen die Kinder am Beginn der Pubertät, die Lebenspartner*innen sind entweder ausgetauscht, nicht vorhanden oder mit der Akquise der neuen Eigentumswohnung voll ausgelastet – aber wo stehen die Mütter?


„Mithin taucht an dem Himmel eine dunkle Wolke auf, geformt aus Übergewicht, Überforderung und der Erkenntnis, dass eben nichts mehr so ist wie vorher und es nie mehr so werden wird und dass ich meine Wut verloren habe und meine Bedeutung für die Gesellschaft. Mütter haben keine Relevanz. Sie sind beschäftigt. Nur eben mit Scheiß. Keiner will irgendeine sachbezogene, beruflich kompetente, politisch informierte Information von einer Mutter.“ Während die Freundinnen eine nach der anderen absagen und allein Tochter Mirna die Sachlage im Griff hat, befällt ihre Mutter die Angst.


Die Autorin Sibylle Berg ist eine der wichtigsten feministischen Stimmen in der deutschsprachigen Theaterlandschaft, sie schreibt zudem Romane, Libretti und Kolumnen. UND DANN KAM MIRNA wurde 2015 uraufgeführt und erhielt 2016 den Publikumspreis bei den Mülheimer Theatertagen.


Regisseurin Felicitas Braun führt nach ihrer Inszenierung der Uraufführung LUCAS AND TIME 2016/17 zum zweiten Mal am Theater Osnabrück Regie. Sie studierte bis 2011 Regie am Max Reinhardt Seminar in Wien und arbeitet u. a. am Staatstheater Wiesbaden und am Badischen Staatstheater Karlsruhe.


Fotos: Uwe Lewandowski
Die Vorstellung dauert ca. 1 Stunde, 15 Minuten, keine Pause

BESETZUNG

Inszenierung Felicitas Braun
Bühne Timo von Kriegstein
Kostüme Aleksandra Kica
Dramaturgie Sven Kleine

Person 1 (große Person) Monika Vivell
Person 2 (kleine Person) Helene Stupnicki
Person im Raum (einsame Person) Sabine Weichold

PRESSESTIMMEN

"Die kluge und lebendige Inszenierung von Felicitas Braun lohnt den Besuch – und lebt vor allem von Monika Vivell als charismatische Möchtegern-Emanze. Mit ausdrucksvoll umrandeten Augen und Lockenperücke sieht sie sogar aus wie Liz Taylor in besten Zeiten. [...] 
Aleksandra Kica (Kostüme) hat Mirna folgerichtig in eine Art Rüstung gesteckt, zur Abwehr der mütterlichen Hasstiraden auf alles, was sich die Tochter an normalem Familienleben wünscht. So gepanzert giftet Helene Stupnickis Mirna knochentrocken zurück – ein köstliches, starkes Gespann [...]"

Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 5.9.2017 

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