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VATER

Florian Zeller

Deutsch von Annette und Paul Bäcker

Ein Theaterstück, dessen Plot nicht nur von Alzheimer handelt, sondern auch aus der Perspektive eines Alzheimerkranken erzählt wird? Was sich wie eine kaum zu lösende Aufgabenstellung für einen Dramatiker anhört, hat Florian Zeller mit einer ebenso eigenwilligen wie beeindruckenden Form seines Stückes VATER dramatisch gestaltet.


André ist nur in den seltensten Momenten in der Lage, über seine Demenz selbst zu reflektieren. Die meiste Zeit macht er die anderen für die Unzulänglichkeiten verantwortlich, vor allem seine Tochter, deren Lebenspartner Paul oder die Krankenpflegerin. Mal reagiert er launig-trotzig, mal frech-herausfordernd, wenn er sich von den ihm Nahestehenden hintergangen oder wie ein Kind behandelt fühlt. Ständig tauchen Menschen in seiner Umgebung auf, die er nicht kennt, ständig schmiedet seine Tochter neue Pläne. Und überhaupt meinen alle, er käme nicht allein zurecht. Zunächst noch in seiner eigenen Wohnung, dann bei seiner Tochter, schließlich in einem Heim – die zunehmende Entfremdung von der Lebensrealität der anderen, die sich stetig ausdehnende räumliche und zeitliche Desorientierung erzählt Florian Zeller nicht linear-chronologisch, sondern mit einer faszinierenden Schachtelstruktur, in der die Erzählperspektive immer schwieriger auszumachen ist. Will die Tochter wirklich mit Paul nach Berlin ziehen und den Vater einem Heim überantworten? Wird er tatsächlich physisch bedroht von Paul?


Florian Zeller, Jahrgang 1979, der mit VATER von der Inkongruenz der Wahrnehmungswelten bei Alzheimer-Erkrankten und denen, die sich um sie kümmern, erzählt, gehört zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Autoren in Frankreich. Für dieses Stück, dessen Triumphzug bis zum Broadway reicht, erhielt er den Prix Molière. In Szene setzen wird diese Tragikomödie der Regisseur Tuğsal Moğul, der sich bereits in der letzten Spielzeit mit seiner Inszenierung von DIE UNBEKANNTE STADT dem Osnabrücker Publikum vorstellte.


Fotos: Uwe Lewandowski


Die Vorstellung dauert 1 Stunde und 40 Minuten, keine Pause.

TERMINE & KARTEN

28.04.2018

Sa. | 19:30 Uhr

09.05.2018

Mi. | 19:30 Uhr

15.05.2018

Di. | 19:30 Uhr

23.05.2018

Mi. | 19:30 Uhr

30.05.2018

Mi. | 19:30 Uhr

05.06.2018

Di. | 19:30 Uhr

19.06.2018

Di. | 19:30 Uhr

20.06.2018

Mi. | 19:30 Uhr

26.06.2018

Di. | 19:30 Uhr

BESETZUNG

Inszenierung Tuğsal Moğul
Bühne, Kostüme Ariane Salzbrunn
Dramaturgie Jens Peters

André Dietmar Pröll
Anna  Christina Dom
Nadja  Elaine Cameron
Eine Frau Anne Simmering
Paul  Andreas Möckel
Ein Mann Thomas Kienast

PRESSESTIMMEN

"Es ist beeindruckend und erschreckend zugleich, wie Dietmar Pröll als demenzkranker André zusehends zum hilflosen Kind wird. Wirkt er zunächst noch körperlich stabil und wie ein Mann mitten im Leben, verfällt sein André zusehends in diesen 80 Minuten auf der Bühne. Allein Pröll ist deshalb ein Grund, sich die Inszenierung von Florian Zellers „Vater“ im Emma-Theater anzugucken. Das Stück erzählt die Geschichte einer Demenz aus der Sicht des Betroffenen. Die Welt um ihn herum wird für André immer rätselhafter - und für das Publikum ebenso." – Anne Reinert, Neue Osnabrücker Zeitung, 7.4.2018

„Ein bärenstarker Gast, ein zwischen Rezepten und Nebenwirkungen großartig changierendes Ensemble – diese dichte Inszenierung fesselt 100 Minuten lang. […] „Vater“ ist eine Perle im Spielplan-Repertoire […].“ Werner Hülsmann, Osnabrücker Nachrichten, 11.4.2018

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